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freizeit Reise
02/20/2020

Die Endorphine fliegen mit: Warum Urlaubsgedanken glücklich machen

Schon der Gedanke an einen bevorstehenden Urlaub erfüllt uns mit Glücksgefühlen – aber warum eigentlich? Ein Glücksforscher und ein Reiseexperte über den Hormonrausch, der lange vor Reiseantritt entsteht.

von Julia Pfligl

Instagram wusste es schon immer. „To travel is to live“ – „Reisen ist Leben“ oder „Reisen ist das Einzige, das dich reicher macht, wenn du es kaufst“ wurden über die Foto-App im vergangenen Jahrzehnt zu den Mantras einer ganzen Generation. Reisen ist aufwendig, manchmal nervenaufreibend und kostenintensiv, dennoch ruft es in den meisten Menschen intensive Glücksgefühle hervor. Ein Kribbeln, ein Tatendrang, die Lust auf ein Abenteuer – verantwortlich ist ein anregender Mix aus Botenstoffen: Endorphine, Dopamin und Noradrenalin werden bei positiven Ereignissen im Gehirn ausgeschüttet, etwa wenn man frisch verliebt ist. Oder eben auf Urlaub.

Dafür muss man gar nicht erst am Strand liegen oder die Piste hinunterwedeln. Denn der Endorphinrausch setzt bereits beim Planen einer Reise ein, weiß der Linzer Glücksforscher Manfred Rauchensteiner (aktuelles Buch: „Glücklich leben – dein Herz weiß mehr als dein Verstand“). „Jede Reise beginnt mit einem Gedanken“, erläutert Rauchensteiner. „Wo möchte ich hin? Was will ich erleben? Es werden uns schöne Erinnerungen oder Vorstellungen eingespielt, die sofort ein angenehmes Gefühl erzeugen. Mit diesen Fragen schicken wir unseren Geist bereits auf eine Reise, denn das Gehirn kann kaum unterscheiden, ob etwas gerade tatsächlich passiert oder ob wir es uns nur vorstellen.“

Im Urlaub selbst fordern wir uns permanent auf, präsenter und aufmerksamer durch den Tag zu gehen, weil wir nichts Schönes verpassen wollen. Die gesamte Aufmerksamkeit ist fortan darauf gerichtet, positive Erlebnisse zu sammeln – eine einfache Übung, die im Hamsterrad des Alltags jedoch meist misslingt. „Wir alle haben Sehnsüchte nach Gerüchen, visuellen Eindrücken, Begegnungen, Entdeckungen“, erläutert Rauchensteiner. „Einen besonderen Platz zu finden oder etwas zu sehen, das nur aus den Medien bekannt ist, löst jede Menge Glücksgefühle aus.“

Keine Frage der Destination

Gerade jetzt erleben viele dieses Gefühl – denn in den ersten Monaten des Jahres werden traditionell viele Urlaube geplant, weiß Helmut Schönbacher, Miteigentümer und Geschäftsführer der österreichischen Restplatzbörse. „Die Österreicher wollen auf Urlaub, das merken wir momentan sehr stark.“

Und wohin geht die Reise? „Bei denen, die jetzt noch kurzfristig ins Warme möchten, stehen Mauritius, die Malediven und Dubai hoch im Kurs, für den Sommer beobachten wir einen starken Trend zum spanischen Festland, Griechenland und der Türkei“, berichtet der Reiseexperte. Er ist seit zwanzig Jahren in der Branche und kann die Euphorie, die das Erkunden neuer Destinationen auslöst, gut nachvollziehen: „Reisen ist Aussteigen aus den täglichen Gewohnheiten und Routinen. Kein Zeitdruck, machen, worauf man Lust hat, Neues entdecken oder die Seele baumeln lassen.“

Dafür müsse man nicht ans Ende der Welt reisen: „Ich glaube nicht, dass man weit weg fliegen muss, um ein Glücksgefühl zu erfahren“, sagt Schönbacher. Zuletzt erlebte der Vielreisende den Endorphinrausch unweit seiner Heimat: in der Toskana.

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