Eine Katze steht in der Wiese und kratzt sich mit der Hinterpfote am Ohr.

Flöhe, Würmer & Co: Das unterschätzte Risiko für Haustierhalter

Zecken, Flöhe, Einzeller: Manche Schmarotzer gehen auch den Menschen. Der KURIER-Tiercoach erklärt, was vor Befall schützt.

Schmarotzer sind ein unerquickliches Thema. 43 Prozent der Haustierhalter aus Großbritannien über Frankreich, die Türkei bis China, Brasilien und Mexiko gaben in einer Umfrage Anfang des Jahres an, dass ihr Liebling schon einmal eine Parasiteninfektion hatte. 

Gleichzeitig gestanden 27 Prozent der 6.500 global Befragten, über die damit einhergehenden Risiken nur wenig oder gar nicht aufgeklärt zu sein. Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim verwies mit diesen Ergebnissen nun auf die „kritische Lücke zwischen Erfahrungen und Wissen“.

„Ob Ekto- oder Endoparasiten – das Weiterreichen ist definitiv möglich. Der Mensch wird nicht verschont“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, welche Schmarotzer hierzulande am häufigsten gesundheitliche Probleme verursachen, warum eine einmalige Behandlung oft nicht genügt und was Vierbeiner vor Befall schützt.

„Es gibt Hunde-, Katzen- und Kaninchenflöhe. Ist aber kein präferierter Wirt vorhanden, weicht der Parasit auf den Menschen aus“, sagt Reitl. Zecken gehen prinzipiell auf Warmblüter aller Art. Auch Stechmücken, die potenziell Krankheiten übertragen, sind bei Blutmahlzeiten nicht wählerisch. 

Parasiten von Hund und Katze können auch Menschen krank machen

Dasselbe gilt für verschiedene Würmer. Band- und Spulwürmer etwa, die über Kot bzw. kontaminierte Erde an den Wirt gelangen, können auch Halter krank machen. Lungenwürmer dagegen sind keine Zoonoseerreger. 

Giardien wiederum, häufigste Auslöser für Durchfälle bei Hunden, können vor allem Kindern oder immungeschwächten Patienten zusetzen. 

Klimawandel erhöht das Risiko einer Infektion

Der Klimawandel, der neue Arten heimisch werden lässt und die Ausbreitung angestammter Infektionsquellen fördert, erhöht das Risiko einer Ansteckung.

„Vierbeiner müssen vor einem Parasitenbefall geschützt werden“, rät die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn dringend zur Vorsorge. 

Ein individuelles Management richtet sich nach der Situation von Haustier und Halter. Dreht der Hund seine Gassirunden in dicht besiedeltem Gebiet? Frisst der Vierbeiner viel Gras oder Kot anderer Tiere? Darf die Katze ins Freie? Krabbelt ein Kleinkind durch die Wohnung? Der Veterinärmediziner des Vertrauens ist gefragt. 

Es gibt zahlreiche Kombinations-, aber auch gute Monopräparate. Antiparasitika sind sehr gut evaluiert. Ihr Einsatz ist individuell abzuwägen.

Symptome reichen von Juckreiz über Hautprobleme bis zu Durchfall

„Leiden Vierbeiner unter starkem Juckreiz, Hautproblemen, Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen oder Husten, sollte ein Parasitenbefall erwogen werden“, zählt der KURIER-Tiercoach Symptome auf. Der Nachweis gestaltet sich oft schwierig; nicht jede Stuhlprobe enthält Wurmeier bzw. Einzeller.

„Die Behandlung richtet sich nach dem Parasiten“, sagt Reitl: „Es gibt verschiedenste Präparate, aber das eine Mittel, das gegen alle Schmarotzer gleichermaßen wirkt, gibt es nicht.“

KURIER Tiercoach

Der KURIER-Tiercoach Frau Dr. Katharina Reitl aus der Tierärztlichen Ordination Tiergarten Schönbrunn gibt exklusiv für den KURIER regelmäßig Tipps zur Haustierhaltung.

Hedwig Derka

Über Hedwig Derka

Hedwig Derka, geboren 1966 in Wien, seit 1996 Redakteurin beim KURIER. Spezialgebiet: Tiere. Lieblingsthemen: Wissenschaft und nutzloses Wissen. Lieblingsbeschäftigung außer Dienst: Meine kleine und große Familie. Noch Fragen? Interessante Geschichten? Nutzloses Wissen? eMail an mich: hedwig.derka@kurier.at

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