freizeit
03.11.2018

Olga Neuwirth: Mein Lieblingsbuch

Über "Moby Dick“ von Herman Melville.

Ein Buch geht nicht. Es gibt „Orlando“ von Virginia Woolf, „Locus solus“ von Raymond Roussel, Jelineks „Kinder der Toten“ und „La vie mode d’emploi“ von Georges Perec. Aber Herman Melville hat es mir seit 2007 besonders angetan. Ich bin fasziniert von seiner Hellsichtigkeit in „Moby Dick“ zur Industrialisierung der Ozeane und dem Wandel der Arbeitswelt – schon 1850. Seine Meereserzählungen sind Allegorien der Überschreitung von Autorität. Heute wie damals – Schifffahrt als Metapher für das Dasein. Kritik an Ausbeutung, Machtüberschreitung und Entfremdung war für ihn ein zentrales Anliegen. Daran hat sich bis heute nichts geändert, und daher ist er so modern.

* Im Zuge des 50. Geburtstags der Komponistin gelangt „The Outcast“ in einer neuen Fassung auf die Bühne: Wiener Konzerthaus, 14. November, www.wienmodern.at
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