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freizeit Mode & Beauty
07/20/2021

Elfi Semotan: „Ich stehe nicht sehr gerne vor der Kamera“

Die Liste der Superstars, die ihr vor die Linse kamen, ist lang. Am Sonntag wird die Fotografin 80 Jahre alt.

Sie kennt beides: Das Gefühl, vor der Kamera zu stehen, sowie das, durch den Sucher zu blicken. Während der Ausflug ins Modelbusiness eben genau das blieb, wurde die Fotografie zu ihrer Leidenschaft und dem Motor einer einzigartigen Karriere. Am Sonntag (25. Juli) nun wird die Starfotografin Elfie Semotan 80 Jahre alt - und kann zum persönlichen Jubiläum auf einen ihr gewidmeten Dokumentarfilm und eine Personale im Kunsthaus verweisen.

Geboren wurde Semotan am 25. Juli 1941 in Wels. Doch die oberösterreichische Einschicht wurde zunächst gegen Wien und eine Ausbildung an der Modeschule Hetzendorf getauscht, bevor Semotan in den 1960ern in das pulsierende Leben von Paris eintauchte. Dort war sie selbst sieben Jahre lang als Model tätig war.

"Vogue" bis "New Yorker"

Dabei lag und liegt die Arbeit vor der Kamera der Fotografin nicht am Herzen, wie sie im Vorjahr in einem APA-Interview unterstrich: "Ich stehe nicht sehr gerne vor der Kamera. Das ist immer eine Überwindung für mich." Und so zog das Model Semotan alsbald die Konsequenzen und mutierte zur Fotografin Semotan. Bald nach ihrem Berufswechsel konnte sie bereits für renommierte Zeitschriften wie "Vogue", "Elle" oder den "New Yorker" arbeiten und lichtete Superstars ihrer Zeit ab.

Die Liste ist dabei lang: Hollywoodstars wie Marion Cotillard, Colin Farrell, Brad Pitt oder Willem Dafoe kamen ihr ebenso vor die Linse wie Supermodels vom Kaliber einer Naomi Campbell. Aber auch heimische Künstler setzte sie in Szene, gelangen ihr doch sehr persönliche Porträts von Elfriede Jelinek, Stefan Sagmeister oder Maria Lassnig. Dass sie auch mit zwei ebenso berühmten Männern verheiratet war - Kurt Kocherscheidt und Martin Kippenberger - hat Semotan nie verheimlicht. "Aber ich will nicht immer über die Männer definiert werden", macht sie deutlich.

Legendäre Werbekampagnen

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Semotan selbst allerdings nicht durch ihre Mode- und Kunstfotografie ein Begriff, sondern durch jene Aufträge, die sie für die Werbebranche annahm. In Österreich legendär sind etwa ihre Sujets für die Palmers- und die Römerquelle-Kampagnen. Die von ihr intendierte Unterwanderung des Systems habe hier allerdings nicht funktioniert, unterstrich Semotan lachend im APA-Gespräch: "Ich habe mir gedacht, man könnte die ganze Werbelandschaft schöner und intelligenter machen. Aber die Arbeiten, die ich gemacht habe, wurden mit der Zeit wieder aufgegriffen von der Branche und vereinnahmt."

Eine besondere Freundschaft verbindet sie mit Modeschöpfer Helmut Lang, womit man beim Brückenschlag zur Fotogalerie WestLicht wäre: Diese wurde 2001 in Wien mit Werken aus der Zusammenarbeit der beiden eröffnet. In den 1980er-Jahren wurde Semotan für ihre Arbeit mit zwei Staatspreisen ausgezeichnet, 2004 erhielt sie das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien, 2011 das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst.

Film und Ausstellung

Und über zwei indirekte Ehrungen zum Geburtstag kann sich Semotan heuer auch noch freuen. Der Dokumentarfilmer Joerg Burger setzte ihr mit "Elfie Semotan. Photographer" ein filmisches Denkmal. Und im Wiener Kunsthaus ist noch bis 29. August die Ausstellung "Haltung und Pose" über das Oeuvre der Umtriebigen zu erleben. Die hat mittlerweile mit all ihrer Erfahrung auch eine Antwort auf die Frage aller Fragen für Fotografen gefunden, wie sie der APA gegenüber beschied: "Großartig wird ein Bild, wenn das Handwerkliche zusammenfällt mit etwas Undefinierbarem. [...] Das Handwerkliche macht nicht das beste Foto. Wenn es ganz exzessiv ist, kann es sogar alles Leben zerstören. Dann hat man eine perfekte Arbeit, die nicht mehr interessant ist."

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