Besser schlafen: Warum du diese eine Sache im Bett tun solltest
Eine neue Studie legt nahe: Selbstbefriedigung vor dem Entschlummern könnte helfen, schneller zur Ruhe zu kommen.
Es gibt diese Sätze, bei denen eine wie ich in der Sekunde hellhörig wird. Wenn da etwa steht, Selbstbefriedigung vor dem Einschlafen könne die Schlafqualität verbessern, klappe ich nicht nur den Laptop auf, sondern erwacht auch die müde Frau in mir, die sich um 23.17 Uhr noch immer beim mentalen Abarbeiten von To-do-Listen ertappt. Sie kennen das sicher: Vom Zahnarzttermin zum mentalen Dreckwäsche-Sortieren bis zur lebensbedrohlichen Frage: Habe ich eh noch genug Parmesan für die Pasta morgen?
Es geht offenbar auch anders – womit wir beim Stichwort „Schlummer-Entree via Masturbation“ wären. Das zeigen uns Forschende der „Central Queensland University“ in Australien. Vom anderen Ende der Welt schicken sie uns ein Schlafzimmer-Geheimnis rüber: Wer sich vor dem Schlafengehen selbst Lust bereitet, schläft subjektiv schneller ein und wacht mit besserer Laune auf.
Im Schnitt, so behaupteten die Befragten der Studien, entschlummern sie rund neun Minuten früher. Neun Minuten. Boah. Das klingt nach wenig, ist aber in der Währung übermüdeter Menschen fast schon ein Wellness-Exzess.
Was interessant ist: Die Studie schaut nicht nur aufs Masturbieren im mechanischen Sinn. Es geht also nicht um Aspekte des Hand- oder „Maschinen“betriebs, auch nicht um den Ort des Geschehens oder die Gefühls-Conclusio. Sondern sie schaut einzig und allein auf „Self-Pleasure“ als erweiterten Begriff. Auf das wirklich gute Zeugs also, und so Sachen wie: Fantasie, Berührung, sinnliche Reize, der eigene Körper als Ort, an dem nicht ständig herumoptimiert. Der also nicht permanent bewertet, gestrafft, gewogen oder medizinisch begutachtet wird.
Es braucht nicht immer Schlaftee, Magnesium, Melatonin, Lavendelspray oder irgendeine App mit weißem Rauschen oder dem Plätscherklang des Meeres, die Schlaf induziert, sondern: Selbstliebe.
Kopfkino an, Hände ran
Es geht – wie wunderbar – ums Erleben. Das ist insofern ein guter Gedanke als viele Menschen über den eigenen Körper meistens so denken und reden wie über ein altes Haus mit Sanierungsbedarf. In etwa so: Der Bauch muss weg. Die Haut muss glatter werden. Die Libido gehört repariert. Der Beckenboden trainiert. Der Schlaf getrackt. Die Hormone gecheckt. Die Oberschenkel trainiert. Und irgendwo in diesem gigantischen inneren Baumarkt steht dann noch ein Mini-Mini-Regal mit der Aufschrift: Lust.
Dabei könnte – genauer betrachtet – alles so einfach sein: Zur Abendruh’ weg mit dem depperten Handy, Social Media vergessen, die Augen zu, das Kopfkino an und die Hände dorthin, wo es gut ist.
Natürlich ist das keine ärztliche Verordnung und niemand muss jetzt pflichtbewusst vor dem Schlafengehen „noch schnell was für die Schlafhygiene tun“. Das wäre dann die nächste Übung im amtlichen Sinn. Motto: „Verdammt, ich kann noch nicht schlafen, ich muss noch ganz dringend kommen.“ Das wird weder funktionieren noch sich gut anfühlen.
Trotzdem birgt die Studie Reizvolles, samt einer beruhigenden Botschaft: Es braucht nicht immer Schlaftee, Magnesium, Melatonin, Lavendelspray oder irgendeine App mit weißem Rauschen oder dem Plätscherklang des Meeres, die Schlaf induziert, sondern: Selbstliebe. Falls das Ganze auch noch erotische Träume begünstigt: warum nicht? Los geht’s.
Körperbilder
Sommer bedeutet für viele Menschen: kurze Kleidung, Freibad und sehr viel Unsicherheit. Louisa Dellert kennt diesen kritischen Blick auf den eigenen Körper aus ihrer Zeit als Fitnessinfluencerin. In ihrem Buch „UNSHAME“ erzählt sie, wie sie Scham abgelegt hat – und warum unser Körper kein Projekt ist, sondern vielmehr ein Zuhause. Louisa Dellert: „UNSHAME“, Ullstein Allegria, 19,60 Euro.
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