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06/29/2021

Zeitgeschichte: Wie das Auto Österreich prägte

Das 20. Jahrhundert im Rückspiegel : Mit dem Pkw sind staatstragende ebenso wie private Geschichten verbunden.

von Uwe Mauch

Gut erinnert sich der in Wien-Floridsdorf sozialisierte Kulturforscher, Zeitzeuge, Auto- und Fußballfan Matthias Marschik an jenen Juni-Samstag anno 1982: „Seine Simmering“, ja genau, jene Fußballelf, der wir das geflügelte Wort „Simmering gegen Kapfenberg“ verdanken, setzte an jenem Samstag zu einem allerletzten sportlichen Höhenflug an.

„Wir spielten um den Aufstieg in die höchste Spielklasse, auswärts gegen Raika Wels“, erzählt Matthias Marschik. Er selbst hatte das Angenehme mit dem Angenehmen verbunden: „Ich fuhr mit meinem selbstlackierten Hillman Imp., Baujahr 1966, nach Wels.“

Warum auch immer, er war spät dran, auf dem Parkplatz vor dem Stadion fand er keine freie Lücke mehr. Da passierte das Liebliche: „Als der Ordner meinen Wagen sah, bekam er offenbar Mitleid und wies mir den schönsten Platz gleich neben dem Haupteingang zu.“

Erfahrbare Geschichte

Es sind private Erinnerungen wie jene, die uns helfen, die Geschichte des Automobils leichter erfahrbar zu machen. Forscher Matthias Marschik hat in Kooperation mit Edgar Schütz von der Austria Presseagentur dazu einen weiteren Mosaikstein gelegt – in einem Bildband mit dem Titel „Automobiles Österreich“.

Die beiden Autoren wollen mit diesem Buch „die Funktionen und die Bedeutung des Automobils in der österreichischen Geschichte der Jahre 1900 bis 2000 nachzeichnen“.

Von der Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo 1914 über den Einmarsch Hitlers in Wien im März 1938 oder das Gipfeltreffen Kennedy-Chruschtschow 1961 bis hin zum Start in die schwarz-blaue Koalition mit Jörg Haiders Porsche 2000, oft genug kam dem Automobil eine wichtige Rolle in politischen Entscheidungen und Inszenierungen zu.

Am Ende hat aber auch das Auto ein Ablaufdatum. Den Hillman hat Matthias Marschik schon lange nicht mehr. Seinen ebenso sehr verehrten gelben Fiat 128 hat er im Vorjahr verkauft. Der Zeitgenosse fährt jetzt mehr mit dem Rad. Dazu erklärt er: „Ziel unseres Buchs ist nicht zuletzt, das Automobil endlich zum Thema eines zeithistorischen Rückblicks zu machen.“

Das Buch von Matthias Marschik und Edgar Schütz: Automobiles Österreich, Edition Winkler-Hermaden,192 Seiten, 280 Fotos, für wohlfeile 37,90 Euro.

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