Hans Baldung (Grien):  „Der heilige Valentin“, 1513/15

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freizeit Leben, Liebe & Sex
02/14/2021

Wer ist eigentlich dieser Valentin?

Um den als Patron der Liebenden bekannten Heiligen – oder zumindest zwei dieses Namens – ranken sich viele Legenden.

von Rudolf Mitlöhner

Wer Valentin heißt, zählt zu jenen wenigen Menschen, deren Namenstag so gut wie alle kennen. Ähnlich ist es bei Nikolaus – jedenfalls wenn der Namenspatron Nikolaus von Myra aus dem 3./4. Jahrhundert ist (6. Dezember; die nach Nikolaus von der Flüe aus dem 15. Jahrhundert Benannten haben am 25. September Namenstag).

Oder bei Silvester – wobei hier die meisten wohl eher an eine Bezeichnung für den letzten Tag des Jahres und die damit verbundenen Feiern denken als an den Namenspatron, Papst Silvester († 31. Dezember 335; der Legende nach hat er Kaiser Konstantin den Großen geheilt und zum Dank dafür das „Patrimonium Petri“, die Keimzelle des späteren Kirchenstaats, geschenkt bekommen).

Und dann gibt es eben noch den 14. Februar, den Valentinstag. Wie meistens ist auch in diesem Fall der Todestag oder Tag des Martyriums als Gedenktag festgelegt worden. Und wie bei vielen Heiligenviten mischen sich auch hier Biographisches und Legendenhaftes. Dies gilt bei Valentin sogar in ganz besonderer Weise, und es ist gut möglich, dass sich in seiner Vita Elemente verschiedener Personen finden.

Allgemein gilt ein gewisser Valentin von Terni als Patron des 14. Februars. Er war im 3. Jahrhundert Bischof dieser Stadt in Umbrien und soll eben an einem 14. Februar um das Jahr 270 herum den Märtyrertod durch Enthauptung erlitten haben. Als Grund für seine Hinrichtung nennt das Ökumenische Heiligenlexikon, dass er durch eine Wunderheilung viele Menschen zum Glauben bekehrte und „vor dem Kaiser (Aurelian; Anm.) das Götteropfer verweigert hatte“.

Daneben gibt es aber auch noch einen Valentin von Rom, der freilich mit jenem von Terni ident sein könnte. Er war kein Bischof, nur Priester, hat zur selben Zeit wie Valentin von Terni gelebt und wurde ebenfalls an einem 14. Februar enthauptet. Zu seiner Vita passt besser, was heute mit dem Valentinstag verbunden wird: Hilfe und Trost Suchenden schenkte er Blumen aus seinem Garten. Und: trotz eines Verbotes des Kaisers Claudius II. hat er der Überlieferung nach Liebespaare nach christlichem Ritus getraut – was schließlich auch der Grund für seine Hinrichtung war. Es gibt auch noch einen dritten heiligen Valentin, der in frühen Martyrologien vom 14. Februar erwähnt wurde, und der in Afrika das Martyrium erlitten hat, über den aber sonst nichts bekannt ist.

Blumenopfer

Die antike Vorlage für das Valentinstagsbrauchtum bildet übrigens das Fest der römischen Göttin Juno, Gemahlin des Göttervaters Jupiter und Hüterin von Ehe und Familie. Am 14./15. Februar wurden ihr Blumenopfer dargebracht und auch den Frauen schenkte man zu diesem Anlass Blumen. Mit Juno im Zusammenhang standen die „Februa“, ein Sühne- und Reinigungsfest im Römischen Reich, welches auch Geschlechtsreife und Fruchtbarkeit der jungen Mädchen zum Inhalt hatte (die februa waren Fellriemen, welche Unfruchtbarkeit abwehren sollten).

Papst Gelasius führte 469 den 14. Februar als Gedenktag für die ganze Kirche ein, 1.500 Jahre später wurde er von Paul VI. aus dem Calendarium Romanum Generale als gebotener Gedenktag gestrichen – dort stehen seither am 14. Februar die sogenannten Slawenapostel Kyrill und Method (9. Jh.). Ungeachtet dessen ist auch für die meisten Katholiken dieser Tag in erster Linie Valentinstag.

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