Im August lernten Paula und Ferdinand Labrador Melly kennen

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freizeit Leben, Liebe & Sex
10/05/2020

Spendenaktion: Ein Lebensfreund für den kleinen Ferdinand

Der siebenjährige Bub wurde mit der Dandy-Walker-Malformation geboren. An der Seite einer Assistenzhündin blüht er auf – doch die Ausbildung ist teuer.

von Julia Pfligl

Seit einigen Wochen gibt es nur noch ein Thema für den kleinen Ferdinand. Genauer gesagt – eine Frage: „Wie viele Minuten dauert es noch, bis Melly endlich bei uns ist?“

Melly – kurz für Melody – ist ein 17 Monate alter Labrador Retriever, der vom Verein FairTrained zur Assistenzhündin ausgebildet wird und schon bald fix bei Ferdinands Familie einziehen soll. Ende August durfte sie der Siebenjährige mit seiner Schwester Paula, 9, zum ersten Mal besuchen. Es war Freundschaft auf den ersten Schnüffler. „Sie hat mir die Brille abgeschleckt“, erzählt Ferdinand, und seine Stimme wird vor lauter Aufregung ganz hoch und laut.

Es ist der einzige Satz, den der aufgeweckte Bub zur KURIER-Redakteurin sagen wird. Sprechen und Gehen fällt ihm schwer – Ferdinand kam mit dem Dandy-Walker-Syndrom zur Welt, einer Fehlbildung des Kleinhirns, die seine Motorik und Sprache beeinträchtigt. Bis seine Eltern Klarheit hatten, dauerte es Jahre. „Wir haben immer gesagt, er ist halt ein gemütliches Baby“, erzählt seine Mutter Stephanie Maurer. Der Kinderarzt beruhigte: Manche Kinder lernten eben später sitzen und krabbeln.

Erst ein Not-CT in Folge eines Fieberkrampfes machte die Zyste in Ferdinands Kleinhirn sichtbar. „Der Arzt drückte uns einen Wikipedia-Ausdruck in die Hand und sagte: ‚Ihr Sohn hat die Dandy-Walker-Malformation, hier finden Sie alle Informationen.‘ Da fühlt man sich alleine gelassen“, sagt Maurer.

Ungewisse Prognose

Die jungen Eltern stellten sich schnell auf die neue Aufgabe ein und lernten, gegen Widerstände zu kämpfen. Heute besucht Ferdinand eine Integrationsschule und wird von „einem tollen Team aus Ärzten und Therapeuten“ betreut. Wie er sich entwickelt, ob er je alleine gehen kann, weiß niemand. Zu weit voraus wollen seine engagierten Eltern nicht blicken. Für sie zählt nur eines: ihrem Sohn das Maximum an Entwicklung zu ermöglichen. Dazu gehört Hündin Melly.

„Mein Vater hat einen Labradormischling. Als wir ihn in Deutschland besucht haben, war Ferdinand sehr schüchtern und zurückhaltend. Durch den Hund ist er richtig aufgeblüht. Da haben wir gesagt, das müssen wir nützen“, sagt Vater Benjamin Posselt, ein gebürtiger „Ruhrpottler“ und IT-Fachmann. Ein Assistenzhund würde Ferdinand in Alltagssituationen behilflich sein, den Rollstuhl aus der Abstellkammer holen, Stifte vom Boden aufheben, den Liftknopf drücken oder das Stiegenhaus blockieren, damit Ferdinand nicht die Treppen hinunterrollt.

Stiftung Kindertraum
Seit 1998 erfüllt die Stiftung Kindertraum Kindern mit Behinderungen oder schweren Krankheiten Herzenswünsche.  Durch die Corona-Pandemie wird ein Spendeneinbruch von 40 Prozent erwartet. www.kindertraum.at;  Tel.: 01 585 45 16

Teurer Assistenzhund
Ferdinands Familie fehlen 15.000 Euro  für die Ausbildung von Assistenzhund Melly. Sie freuen sich über jeden Euro an Unterstützung. Spendenkonto: Stiftung Kindertraum, IBAN: AT10 6000 0000 9011 8500,
Kennwort: Ferdinand

 

Primär gehe es aber um den psychologischen Aspekt, sagt Ferdis Vater. „Ferdinand soll wissen: Ich habe einen bedingungslosen Freund, der mir Kraft gibt und immer an meiner Seite ist, sodass ich niemals Angst haben muss. Wir denken, dass er davon am meisten profitieren wird.“ Doch noch ist die Finanzierung nicht gesichert. Weil die Ausbildung über 20.000 Euro kostet, wandten sich die Eltern an Stiftung Kindertraum. Einen Teil haben sie selbst aufgebracht, 15.000 Euro fehlen noch. Jetzt stößt die Familie an ihre Grenze.

Die Pandemie hat auch Hilfsorganisationen zugesetzt, berichtet Gabriela Gebhart von Stiftung Kindertraum: Man rechne mit einem Spendenrückgang von 40 Prozent, vor allem wegen ausbleibender Charity-Events. „Projekte wie Ferdinands Assistenzhund sind für uns derzeit schwer realisierbar“, bedauert sie. Umso mehr hofft Familie Maurer-Posselt auf Unterstützung – damit Ferdinand seine Freundin fürs Leben in ganz wenigen Minuten willkommen heißen kann.

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