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08/19/2021

Rotstirnige Dolchwespe nach 100 Jahren erstmals wieder in Österreich

Größte Wespenart Europas wurde zuletzt 1893 nachgewiesen. Citizen Scientist beobachtete Insekt in seinem Garten in Hohenau an der March.

1893 wurde die Rotstirnige Dolchwespe (Megascolia maculata) zuletzt in Österreich nachgewiesen, mehr als 100 Jahre lang galt die mit bis zu 4,2 Zentimeter Körperlänge größte Wespenart Europas hierzulande als verschollen. Nun hat ein Mann aus Hohenau an der March (NÖ) in seinem Garten das Insekt beobachtet. Wissenschafter des Naturhistorischen Museums Wien (NHM) bestätigten das Vorkommen, teilte das Museum am Donnerstag mit.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden in Wien und Niederösterreich vereinzelte Exemplare der Rotstirnigen Dolchwespe gefunden, die in der Sammlung des NHM aufbewahrt werden. Seither gab es keine wissenschaftlich belegte Sichtung des Insekts mit seinem auf der Oberseite auffällig gelb bis orangerot gefärbten Kopf und dem schwarzen Körper mit gelber Zeichnung.

Nur kurze Zeit zu beobachten

In den vergangenen Jahren wurde vereinzelt von Sichtungen im Osten Österreichs berichtet, allerdings ohne entsprechende Dokumentation. Der als Citizen Scientist (Bürgerwissenschafter) tätige Günter Gaß entdeckte dann 2019 im Garten seines Hauses diese Art und meldete dies Dominique Zimmermann, der zuständigen Kuratorin im NHM. Da die Wespen nur eine relativ kurze Zeit zu beobachten sind, gelang dann die Bestätigung des Vorkommens erst in diesem Jahr.

Die Weibchen der Rotstirnigen Dolchwespe besitzen - wie für Stechimmen üblich - einen Stachel, sind den Forschern zufolge aber nicht stechfreudig. Die Art bildet keine Völker, jedes Weibchen versorgt seinen Nachwuchs einzeln - und zwar mit Larven des Nashornkäfers (Oryctes nasicornis). Ausgewachsene Tiere sind Nektarfresser und bevorzugen blaue und rotblaue Blüten verschiedener Pflanzenfamilien.

Die Wespenart bevorzugt trockenwarme Biotope und kommt vor allem im Süden Europas vor, etwa in Italien und Griechenland, wo sie in den Sommermonaten häufig beobachtet werden kann. "Der Osten Österreichs beherbergt viele wärmebegünstigte Standorte. Auch die warmen Sommer der letzten Jahre begünstigen die Ausbreitung von Arten aus dem Süden in österreichischen Regionen", so Zimmermann, die an weiteren Fund-Meldungen mit Foto und Bekanntgabe des Fundorts interessiert ist (Kontakt: www.nhm-wien.ac.at/dominique_zimmermann)

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