SALZBURGER FESTSPIELE 2021: FOTOPROBE "JEDERMANN"

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freizeit Leben, Liebe & Sex
08/01/2021

Mangel an "weiblichen Attributen": Verena Altenberger teilt sexistischen Brief

Auf Twitter veröffentlichte die Schauspielerin, die derzeit als Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen auftritt, das zweiseitige Schriftstück.

Verena Altenberger mimt derzeit bei den Salzburger Festspielen die Buhlschaft im "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal. Ihre Auftritte absolviert sie mit raspelkurzen Haaren.

Für manche scheint nicht die schauspielerische Leistung, sondern die Optik der 33-Jährigen im Vordergrund zu stehen. So erhielt Altenberger offenbar kürzlich einen zweiseitigen, per Schreibmaschine verfassten Brief. Darin echauffiert sich ein Mann über die mangelnden "weiblichen Attribute" der Salzburgerin.

Sexistischer Angriff

Eine Buhlschaft müsse "buhlen", heißt es in dem Schreiben, und "zwar mit ihrem Körper und Wesen". Mit ihrer Frisur verkörpere sie die Rolle der Buhlschaft unzureichend, meint der Mann. Der Breif ist mit dem Namen "Hermann" gezeichnet.

"Eine Buhlschaft, die nach außen nicht als verführerische Frau wirkt, da sie weibliche Attribute vernachlässigt, soll von der Bühne verschwinden!", formuliert der Urheber des Briefes seine zentrale Botschaft. Die Weiblichkeit des Frauenkörpers sei "gottgewollt" – und Altenberger könne jedenfalls "Gott danken", dass er sie mit "großen Augen, vollen Lippen und einem geilen Hintern" bedacht habe.

Altenberger blieb angesichts der befremdlichen Message gelassen, bezog aber dennoch deutlich Stellung: "Hermann aus Wals findet meine Frisur kacke, ist aber froh, dass ich einen geilen Hintern habe, denn das ist gottgewollt", kommentierte sie den sexistischen Angriff.

Auf dem Kurznachrichtendienst war Altenberger für ihre Haare schon mehrfach kritisiert worden. Eine Userin schrieb vor einigen Tagen: "Ich finde es sehr faszinierend, wie die Buhlschaft (der Inbegriff der literarischen Weiblichkeit), in unseren Zeiten entweiblicht wird, um aktuellen Zeitströmungen zu entsprechen. Wieso nicht neue Stücke schreiben als alte zu entfremden? Verstehe ich nicht."

Altenberger konterte prompt: "Warum empfanden Sie meine Interpretation der Buhlschaft als entweiblicht? Ich habe mich selten schöner und voller in meinem Frau-Sein gefühlt, als gestern auf dieser Bühne."

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