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Sex in der Freizeit
10/28/2021

Sinnlich Rühren: Wie Kochen die Erotik anregt

Yin & Yang in der Küche: Paare, die gemeinsam genießen, essen und kochen, haben mehr Lust auf Sex.

von Gabriele Kuhn

"Backen ist aus Teig geformte Liebe“, las die Freundin irgendwo und servierte ihrem frisch geangelten Lover eine flaumige Geburtstagstorte in Vaginaform. Mit leicht zitroniger Note. Stimmt, das muss man mögen. Er tat das – und so wurde das Jubiläum auch eher durchgeturnt als durchgefeiert. Dass Kochen und Essen in Beziehungen eine sehr zentrale Rolle spielen können, wurde in dieser Kolumne schon häufig thematisiert. Aber: Die Erotik des Genusses kann man gar nicht oft genug würdigen. Gemeinsam Essen zuzubereiten, Aromen einzuatmen, mit Händen im Öl, in einem Teig, in Nahrung zu wühlen, das Erdige dabei spüren: Das ist sinnlich – und macht sinnlich.

Dabei gibt es jede Menge Parallelen zum Sex. Allein die Art, wie jemand mit Essen umgeht oder für sich sorgt. Menschen, die schnellschnell irgendein Fast Food in sich hineinstopfen, fehlt oft der Zugang zum eigenen Körper – zu dem, was er braucht und mag. Für sie ist Nahrungsaufnahme etwas rein Funktionelles. Die langsamen Genussmomente fehlen. Und so ist es dann auch manchmal beim Vögeln: Entladung statt Hingabe, Tun statt spüren, Ruckzuck-Erotik. Genießer schaffen es hingegen, sich mit allen Sinnen dem Genuss zuzuwenden. Sie schalten dabei all ihre Antennen ein, tun nicht hastig herum, sondern bestaunen das, was da ist. Die Farben, Gerüche und die Konsistenz des Essens, also, wie Geschmäcker auf der Zunge zergehen, uns ins Staunen versetzen – und ja: beflügeln. Das beginnt, wie anfangs erwähnt, beim Kochen. Dazu ist jetzt ein wunderbar anregendes Buch erschienen: „kitchen date. Beziehungsglück aus dem Kochtopf“, von Sabine Dobesberger. Sie lädt Paare aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin zum gemeinsamen Kochen und sinnlichen Genießen ein. Yin und Yang in der Küche sozusagen – nicht nur, um gut für sich und die eigenen weiblichen und männlichen Anteile zu sorgen, sondern auch, um diese zwei Pole zu betonen: Yin, als Welt der Hingabe. Und Yang im Sinne des aktiven Aufeinander-Zugehens. Außerdem wird „Intimität unter anderem erfahrbar durch das Teilen von Zeit, von gemeinsamen Interessen, ehrliche und einfühlsame Kommunikation und empathisches Handeln.“ Und so reicht man einander mitfühlend den Kochlöffel, schnofelt am betörenden Duft eines zimtigen Rotkrauts und füttert einander zwischendurch mit kleinen Kostproben.

Gott sei Dank gibt es auch dazu eine Studie, aus Deutschland, mit immerhin 11.000 Teilnehmern. Demnach sind Paare, die gemeinsam kochen mit ihrer Beziehung zufriedener und haben im Durchschnitt mehr Sex. Und das wiederum führt zu zufriedeneren Partnerschaften, Dobesberger schreibt: „Egal, wie du es drehst und wendest, gemeinsames Kochen ist ein Beziehungsverstärker.“ Fehlen jetzt nur noch ein paar aphrodisisch-paradiesische Rezeptideen, die die „Sexualhormone anregen“. Zum Beispiel die „Liebessuppe mit Sellerie und Granatapfel“, in der „Sellerie und Granatapfelkerne erfrischend wirken und allzu hitzige Charaktere besänftigen.“ Oder aber „Sweet Chicken in Portweinsauce“: „… ein Gericht, das das Blut in Wallung bringt, die Libido fördert und die Durchblutung im unteren Erwärmer anregt.“ Das kann bekanntlich nie schaden. Und wenn gar nix mehr geht, kommt „Peace Food“ auf den Tisch – Gerichte für Regengesichter, wenn herumgestritten wird und die helfen, sich und das eigene Beziehungsleben wieder ein bisserl leichter zu nehmen. Da etwa der „Satt & Zufrieden-Auflauf“ mit Linsengemüse – und selbstverständlich etwas für Süßies: Clafoutis.

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