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freizeit Leben, Liebe & Sex
08/20/2021

Fitter nach einem Nickerchen? Forscher verneinen

Der Mittagsschlaf wird von der Wissenschaft gerne erforscht – sein Ruf ist offenbar besser als die Ergebnisse der Studien.

In der Vorstellung ist so ein täglicher Mittagsschlaf etwas herrlich Erholsames. Kurz die Beine hochlegen, die Augen schließen und die Batterien aufladen.

Im Forschungslabor hat sich allerdings gezeigt, dass ein Schläfchen gar nicht so effektiv ist. Kimberly Fenn vom Michigan State University Sleep and Learning Lab untersucht mit ihrem Team die Abnahme geistiger Leistungsfähigkeit bei Schlafmangel und berichtet:

„In dieser Studie wollten wir herausfinden, ob ein kurzes Nickerchen diese Defizite in der Leistungsfähigkeit ausgleichen kann und wir mussten feststellen, dass ein 30- oder 60-minütiges Schläfchen keine messbaren Effekte liefern kann.“ Selbst kurze Tiefschlafphasen zeigten nur geringe Auswirkungen.

Die Studie wurde im Fachjournal Sleep veröffentlicht und ist die erste, die sich mit den kognitiven Effekten von Nickerchen befasst. Dafür mussten 275 Teilnehmer im Studentenalter zuerst einige kognitive Aufgaben erfüllen, dann wurden sie in drei Gruppen geteilt: Die erste durfte nach Hause gehen, um zu schlafen; die zweite blieb über Nacht im Labor und durfte 30 oder 60 Minuten schlafen; und die dritte Gruppe durfte gar nicht ruhen. Am nächsten Morgen mussten die Teilnehmer wieder Aufgaben erfüllen, die ihre Aufmerksamkeit oder ihre Merkfähigkeit auf die Probe stellten.

Fehleranfällig

„Die Gruppe, die über Nacht blieb und kurze Nickerchen machte, hat deutlich mehr Fehler gemacht als jene, die sich zu Hause ausruhen durften“, berichtet Fenn. „Jede Steigerung des Tiefschlafs um zehn Minuten hat die Fehleranfälligkeit um vier Prozent reduziert.“ Das mag wenig erscheinen, aber im Hinblick auf Berufsgruppen mit Schlafmangel – wie Chirurgen, Polizisten oder auch LKW-Fahrer – können vier Prozent weniger Fehler Leben retten, betont die Studienautorin. Letztendlich kann das Nickerchen eine erholsame Nacht mit Schlaf aber nicht kompensieren.

Dass solche Mittagsschläfchen nicht zu lange dauern dürfen, ergab wiederum eine andere Meta-Studie aus China: Nach der Auswertung der Daten von 313.000 Menschen aus 20 Studien zeigte sich, dass ein zu langes Nickerchen untertags sich sogar schädlich auswirken kann.

Bei der letzten Konferenz der European Society of Cardiology erklärten die Forscher der Guangzhou Medical University, dass mehr als 60 Minuten Mittagsschlaf das Risiko für Herzerkrankungen um 30 Prozent und für einen vorzeitigen Tod um 34 Prozent erhöhen kann – im Vergleich zu Menschen, die kein Nickerchen machen.

Das bestätigt bisherige Ergebnisse, die das Schläfchen untertags mit Bluthochdruck, Diabetes und insgesamt schlechterer körperlicher Gesundheit in Verbindung gebracht haben.

Für alle, die gerne zwischendurch mützeln, gibt es trotzdem auch gute Nachrichten: Kürzere Nickerchen, also weniger als 30 bis 45 Minuten, können die Herzgesundheit von Menschen mit Schlafmangel in der Nacht sogar verbessern.

Lada

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