Die RegenwĂ€lder Ruandas weisen eine große Artenvielfalt auf, darunter auch Gorillas.

© APA/AFP/Dian Fossey Gorilla Fund/-

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10/01/2021

"Echte Sensation": Forscher entdeckten neue Baumart in Ruanda

Der von deutschen Wissenschaftlern beschriebene Mahagoni-Baum wird bis zu 30 Meter hoch.

Koblenzer Botaniker haben im Bergregenwald von Ruanda eine neue Baumart entdeckt. Dabei handelt es sich um einen bis zu 30 Meter hohen Mahagoni-Baum, der bislang irrtĂŒmlich mit einer Ă€hnlichen Art verwechselt wurde. Eberhard Fischer, Dorothee Killmann und Burkhard Leh von der UniversitĂ€t Koblenz-Landau und ihr belgischer Kollege Steven Janssens benannten den Urwaldriesen nach dem Förster und Autor Peter Wohlleben, der sich mit seiner Waldakademie in der Eifel fĂŒr die Erhaltung der WĂ€lder einsetzt. Das Forschungsprojekt entstand im Ruanda-Zentrum der UniversitĂ€t - das afrikanische Land ist das Partnerland von Rheinland-Pfalz.

„WĂ€hrend Entdeckungen von Flechten, Moosen, Farnen und krautigen BlĂŒtenpflanzen in den Tropen nicht so selten vorkommen, ist der Fund einer neuen Baumart eine echte Sensation“, erklĂ€rten die Forscher vor der Vorstellung der neuen Art am Freitag in Koblenz. Wohllebens Mahagoni oder wissenschaftlich Carapa wohllebenii wĂ€chst auch im Kongo und in Burundi. Die Gattung Carapa gehört zu der vor allem in den Tropen verbreiteten Familie der MahagonigewĂ€chse und umfasst je nach Abgrenzung etwa 27 Arten, zumeist in Afrika.

Fischer und Killmann erforschen bereits seit Jahrzehnten die Flora in Ruanda. Bei Feldforschungen im Nyungwe-Regenwald sei klar geworden, dass es in Zentralafrika zwei Ă€hnliche, aber Ă€ußerlich unterschiedliche Arten von Carapa gebe, erklĂ€ren die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Phytotaxa. So sind die gefiederten BlĂ€tter bei Carapa wohllebenii sehr viel lĂ€nglicher als bei Carapa grandiflora. Auch hat die neue Art grĂ¶ĂŸere FrĂŒchte, die Ă€hnlich wie bei der europĂ€ischen Kastanie als KapselfrĂŒchte ausgebildet sind.

Nach den Erkundungen vor Ort studierten die Botaniker Herbarbelege, also getrocknete Pflanzenteile, vor allem in Herbarsammlungen in Belgien und England. Diese zeigen zumeist Carapa grandiflora. Genetische Untersuchungen, die von Janssens geleitet wurden, belegten die EigenstÀndigkeit der neuen Mahagoni-Baumart.

Zur Namensgebung erklĂ€rten die Wissenschaftler, damit solle Peter Wohlleben geehrt werden, „in Anerkennung seiner Leidenschaft und seines Einsatzes fĂŒr BĂ€ume, WĂ€lder und Naturschutz“.

 

 

 

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