Eine Katze mit bandgiertem Vorderfuß und Schutztrichter liegt auf dem Boden.

Tiercoach: Wenn sich Haustiere Knochen brechen

Unfälle sind die häufigste Ursache für Knochenbrüche bei Hund und Katze. Die Behandlung der Patienten ist oft schwierig.

Meteorologisch ist der Winter noch nicht vorüber. Doch schon jetzt steht fest, dass der heurige Jänner mit Dauerfrost, eisigem Wind und etlichen Schneetagen zu den kältesten der vergangenen Jahre zählt. Glatteis erhöhte die Unfallgefahr.

„Hunde und Katzen haben einen Allradantrieb. Sie laufen weniger Gefahr auszurutschen als Zweibeiner“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wann sich Vierbeiner am ehesten einen Knochen brechen, und wovon die optimale Versorgung der Patienten abhängt.

„Die häufigste Ursache für Frakturen bei Haustieren sind Unfälle im Straßenverkehr und daheim“, sagt Reitl. Knochen können – teilweise oder vollständig – bei einer Kollision mit einem Auto Schaden nehmen, genauso wie beim Sprung vom Sofa, durch Stolpern beim Sporteln oder einen Sturz vom Balkon. 

Knochen brechen durch Unfälle, schnelles Wachstum und Tumore

Bei Jungtieren kommen Grünholzfrakturen hinzu, bedingt durch allzu schnelles Wachstum bzw. einen Mangel an Kalzium. 

Bei Senioren können Knochen spröde werden. Extrem selten, aber umso schmerzhafter, greifen Tumorzellen das Gewebe an. Osteoporose ist – anders als in der Humanmedizin – bei Vierbeinern kaum Thema.

„Hunde haben – je nach Rasse und Alter – bis zu 300 Knochen, bei Katzen sind es noch mehr“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Da kann viel passieren. 

Nicht immer machen sich ein Haarriss, der Bruch eines kleinen Knöchelchens oder eines Wirbels sofort bemerkbar. 

Schwellungen und Lahmheit können einen Knochenbruch anzeigen

Kommt es plötzlich zu einer starken Schwellung, ist jedenfalls der Veterinärmediziner gefragt. Auch wenn der Patient lahmt, muss er einem Experten vorgestellt werden. Selten reicht eine Blickdiagnose.

Zunächst braucht es nach der ausführlichen Anamnese eine klinische Untersuchung, bei der das Augenmerk auf Schwellungen, Wärme und Schmerzreaktionen liegt. 

Röntgen, CT und MRT sichern die Diagnose Fraktur ab

In der Regel sichert ein Röntgen den Verdacht Knochenbruch ab. In manchen Fällen ist darüber hinaus ein CT notwendig. 

Bei Wirbelbrüchen muss eventuell eine MRT folgen, das Einblicke in unzugängliche Körperbereiche liefert und Nervenschäden sichtbar macht. Nicht zuletzt dient es dem Chirurgen als Grundlage für eine Operation.

„Die Versorgung eines Bruches hängt von mehreren Faktoren ab“, sagt der Zoodoc. Für die einen Patienten kommt eine wochenlange Ruhigstellung mit Gips nicht in Frage. 

Bei den anderen ist eine Verschraubung der gebrochenen Teile wegen der Größe oder der Substanz des Knochens unmöglich. Mitunter scheitert ein Eingriff an der belastenden Narkose. 

Auch die Kosten müssen gedeckt werden. 

Vor allem im Graubereich ist eine Zweitmeinung gefragt

Tierärzte mit einschlägigem Fachwissen und Erfahrung liefern eine zweite Meinung. 

KURIER-Tiercoach Reitl schließt: „Gerade im Graubereich kann die Entscheidung über die optimale Versorgung schwierig sein. Selbst Spezialisten tun sich da manchmal nicht leicht.“

Hedwig Derka

Über Hedwig Derka

Hedwig Derka, geboren 1966 in Wien, seit 1996 Redakteurin beim KURIER. Spezialgebiet: Tiere. Lieblingsthemen: Wissenschaft und nutzloses Wissen. Lieblingsbeschäftigung außer Dienst: Meine kleine und große Familie. Noch Fragen? Interessante Geschichten? Nutzloses Wissen? eMail an mich: hedwig.derka@kurier.at

Kommentare