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Film
12/07/2013

Das Girl aus Kentucky

So geht das: Vor drei Jahren war sie noch eine Unbekannte, jetzt dreht sie für Millionengagen drei Filme im Jahr. Der unaufhaltsame Aufstieg der Jennifer Lawrence vom Teenie-Talent zum Hollywood-Star.

von Bernhard Praschl

Mehr Landei geht kaum. Jennifer Lawrence trägt ihr jetzt Haar kurz, lacht ungekünstelt und hat weder Rote-Teppiche-Schaulaufen noch Bussi-Bussi-Parties auf ihrem persönlichen Radar. Das „Girl aus Kentucky“ verfolgt ein völlig anderes Ziel. Die Mission der 23-Jährigen ist, beste Schauspielerin ihrer Generation zu werden. Dafür dreht sie Film um Film, wie im Akkord.

Vorgestern hüpfte sie noch als Cheerleader-Maskottchen TV-Psycho „Monk“ um den Hals – im Löwenfell! –, gestern kassierte sie eine Oscarnominierung für ihre bodenständige Performance im Programmkinojuwel „Winter’s Bone“ und morgen schon dreht sie das Finale der Hundert-Millionen-Dollar-Maschine „Die Tribute von Panem“. Zwischendurch eine Pause gefällig? Ja, später, viel später, bitte.

Jennifer Lawrence als Maskottchen in "Monk"

In der internationalen Filmdatenbank „imdb“ ist „Jen“ mit insgesamt 27 TV- und Filmrollen registriert. Dabei steht die neue Hoffnung Hollywoods erst am Anfang ihrer Karriere. Eine Karriere ohne doppelten Boden: Jennifer Lawrence hat nicht einmal eine Schauspiel-Ausbildung. „Der beste Unterricht ist sowieso, die Menschen genau zu beobachten und ihnen zuzuhören.“ Versteht sich von selbst, dass die Gute so gar keine Scheu vor harter Arbeit hat.

In der High School übersprang Jennifer Lawrence zwei Klassen mit links. Abschluss machte sie trotz bester Noten keinen, da es sie schon als 14-Jährige eher zu Castings als ins Klassenzimmer gezogen hatte. Unser Glück! Denn „Jen“ ist nicht nur im Rollenspiel äußerst versiert, sondern mit ihrem losen Mundwerk eine Unterhalterin allererster Güte.

Seit ihrer Oscar-Nominierung vor zwei Jahren für „Winter’s Bone“ ist das 1,79 Meter große Naturtalent als regelmäßiger Gast bei einer der großen US-Talkshows. Bei David Letterman, Conan O’Brien oder Ellen DeGeneres präsentiert sich die junge Frau aus Louisville, Kentucky, als „inoffizielle Weltmeisterin im Schnellpinkeln“, mit schmutzigen Santa-Claus-Witzen oder als Freundin zum Scherzen, Ratschen und Tratschen.

In der Fantasy-Saga „Die Tribute von Panem“ verkörpert sie bogenschießend und ernst blickend eine Rebellin in einem totalitären Zukunftsstaat. Donald Sutherland, Philip Seymour Hoffman, Liam Hemsworth und Lenny Kravitz sind in anderen Rollen zu sehen. Aber geredet wird allein von ihr – Jennifer Lawrence. Dass sie mitunter als „Diana des neuen Jack-Wolfskin-Katalogs“ („Die Welt“) verunglimpft wird, kann sie verschmerzen. „Ruhm ist nicht fair“, kommentierte sie vor Kurzem ihren jähen Aufstieg zum Idol einer ganzen Generation.

Nach dem Vorgänger „Hunger Games“ läuft mit „Catching Fire“ der zweite Teil der „Tribute“-Trilogie sogar noch besser im Kino. Schon am Startwochenende wurden in Nordamerika mit umgerechnet 117 Millionen Euro mehr als die Produktionskosten eingespielt.

Die Vorbereitungen für den Dreh des Finales haben schon begonnen. Jennifer Lawrence, die im Vorjahr für ihre Rolle in der Komödie „Silver Linings“ einen Oscar gewonnen hat, wird dann für das Independent-Kino unbezahlbar werden. Ob der Erfolg ihr dann auch über den Kopf wächst? „Nein“, meinen ihre Eltern und ihre Brüder unisono, „zumindest für uns bleibt sie immer unsere ,Jen’.“

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