© REUTERS/Thomas White

Sex-Kolumne
11/28/2019

Ist es heikel, auf Facebook und Instagram Sex-Emojis zu verwenden?

Hasspostings ja – lustige Melanzani-Anspielungen nein? Und was bedeuten Nüsse und Wassertropfen genau?

von Gabriele Kuhn

Die Aufregung war groß und etwas übertrieben: Plötzlich hieß es nämlich, dass Facebook „explizite“ Emojis verbietet, wie etwa den Pfirsich und die Melanzani. Das vor allem dann, wenn sie sexuell konnotiert verwendet werden. Heikel also, wenn jemand postet „Wir sehen einander heute Abend“ – und drei dicke Melanzani nachschiebt. Für Nicht-Auskenner in Sachen „Emoji-Sex“: Die geschmacklich eher lasche Melanzani ist naturgemäß ein Phallussymbol. Alternativ könnte so ein Posting aber auch Folgendes bedeuten: „Wir sehen einander heute und gehen Moussaka essen.“ Und wer weiß: Vielleicht sagt sie ihm damit einfach nur, was er vom Markt mitnehmen soll. Ein Schelm, wer stets nur Schweinereien vermutet. Der von Facebook ebenfalls auf die Emoji-Watchlist gesetzte Pfirsich steht für den Hintern – jetzt kann sich jeder, der halbwegs fantasiebegabt ist, vorstellen, was die Kombi „Melanzani-Pfirsich“ heißt. Zu Banane und Maiskolben erspare ich mir Erklärungen, die stehen für sich.

Die geschmacklich eher lasche Melanzani ist naturgemäß ein Phallussymbol. Alternativ könnte so ein Posting aber auch Folgendes bedeuten: "Wir sehen einander heute und gehen Moussaka essen."

Emojis werden in der digitalen Kommunikation verwendet, um Worte zu garnieren. Sie ersetzen den individuellen Gesichtsausdruck, mit dem Gesagtes untermauert wird. Emojis unterstreichen also das Geschriebene, vor allem in SMS und WhatsApp-Nachrichten. Laut einer Erhebung aus dem Jahr 2015 verwenden Menschen vor allem fröhliche Emoticons – und oft solche, die sexuelle Anspielungen erlauben. Das Ganze heißt dann Sexting, die Kombination aus „Sex und Texting“. Dafür muss man freilich die Codes kennen. Fangen wir mit dem schwierigsten an: den Nüssen. Denn wenn Nüsse plötzlich für Eier stehen, wird’s irgendwie kompliziert. Zumal es eh ein Ei als Emoticon gibt – auch in der Pfanne. Wurscht, vermutlich schauen Erdnüsse eher wie Hoden aus. Nächster Punkt: die Wassertropfen. Spritzig – und eine „witzige“ Darstellung der männlichen Ejakulation. Das Symbol „Schweinchen“ ist wiederum nicht so schwer – versaut! Ebenso wie dieses Smiley mit ausgestreckter Zunge als Oralsex-Symbol. Außerdem: Honigtopf = Vagina, Vulkan = Orgasmus. Womit wir bei den Kombinationen wären – etwa Honigtopf, Faust, Vulkan. Mit dieser eher leichten Denkaufgabe lasse ich Sie jetzt mal allein (nur so: Die Faust steht für Masturbation). Im Übrigen gibt’s Paare, die auf all das verzichten und eigene Emoji-Codes entwickeln, die nur sie verstehen.

Insgesamt eh alles lustig – ich mag das geschriebene Wort trotzdem lieber. Weil ich finde, dass wir die Kindergartenzeit irgendwann abhaken sollten. Ich kann mich noch dunkel daran erinnern, dass ich am ersten Schultag ein Symbol zugeordnet bekam, den Pfirsich nämlich. Der pickte überall – auf Heften, auf dem Turnsackerl und an jenem Haken, auf dem ich mein Gewand aufhängen musste. Ich war nicht ich, sondern die Pfirsich. Das prägt.

Abgesehen davon ist Sprache immer noch das beste Aphrodisiakum der Welt – es gibt da so viel zu entdecken, zu erfinden, zu schreiben, herrlich! Wörter sind die wahren erotischen Regisseure. Der Psychotherapeut Michael Lukas Möller drückte das einst so aus: „Wenn die Lust zum Wort wird, öffnet sie uns die Augen.“ Ich schließe diese Zeilen daher mit einem dreifachen Vulkanausbruch-Emoji.

Sex und Arbeit. In welchem Beruf muss man arbeiten, um den meisten Sex zu haben? Viele werden jetzt denken: „Pilot“. Doch eine Umfrage des britischen Sextoy-Herstellers „Lelo“ unter 2000 Frauen und Männern zeigt: Die Landwirte sind’s. Auf Platz 2: Architekten, gefolgt von Frisören. Danach kommen – der Reihe nach – Leute, die im Bereich Werbung jobben, Juristen, danach die Lehrer. Ganz unten übrigens: Journalisten.

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