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Freizeit
02/14/2020

Happy Valentine! Eine Reise durch die Liebe

Die FREIZEIT bat prominente Paare, über ihre Gefühle zu sprechen – und eine Psychologin über das Geheimnis der Liebe.

von Bernhard Praschl

Es ist nur ein kurzes Wort. Aber eines mit großen Auswirkungen. Liebe. Man kann es sich ruhig auf der  Zunge zergehen lassen. L-I-E-B-E.  Was genau soll das eigentlich heißen? Ist Liebe nur ein Gefühl? Ein Geheimnis? Oder doch eher ein Versprechen?

„Liebe ist meine Zukunft mit dir“. Oder: „Liebe ist  das Abenteuer Leben zusammen zu meistern“, so lauten nur zwei von vielen Sinnsprüchen, die  früher auf Comics und jetzt eben  im Internet oder auf WhatsApp kursieren. 

„Verlieben ist ein Geheimnis“, bringt Paartherapeutin Claudia Wille-Helbich aus Wien Klarheit in die Angelegenheit. „Das hat mit Chemie zu tun. Oder mit Magie. Liebe hingegen ist ein Tun, ein Handeln.“ Sie präzisiert: „Lieben meint etwa: Ich zeige dir, dass du mir wichtig bist. Ich interessiere mich für dich, nehme mir Zeit, unterstütze dich in deinen Träumen.“

Verlieben ist ein Geheimnis

„Verlieben ist ein Geheimnis“, bringt Paartherapeutin Claudia Wille-Helbich aus Wien Klarheit in die Angelegenheit. „Das hat mit Chemie zu tun. Oder mit Magie. Liebe hingegen ist ein Tun, ein Handeln.“ Sie präzisiert: „Lieben meint etwa: Ich zeige dir, dass du mir wichtig bist. Ich interessiere mich für dich, nehme mir Zeit, unterstütze dich in deinen Träumen.“

In Österreich trifft das immerhin auf so viele Menschen zu, dass alljährlich x-tausend Liebesbeziehungen geknüpft und etwa 45.000  Ehen geschlossen werden. Gar nicht so schlecht. Die Scheidungsrate ist jedenfalls seit Jahren rückläufig.

Kein Garant für das Glück

Ansprechpartner für Rosen  zum Valentinstag gibt es also genug. Wobei ein Strauß Blumen zur Feier des Tages auch kein Garant für das Glück ist.

Schauspiellegende Otto Schenk zum Beispiel bildet mit Renée, seiner ehemaligen Kollegin aus dem Reinhardt-Seminar, seit 63 Jahren ein Herz und eine Seele.

„An den Valentinstag denken wir gar nicht. Ich weiß gar nicht, wann der ist“, grummelt er. „Wir sind seit 63 Jahren ein Paar“, erzählt der bald Neunzigjährige. Ein glückliches Paar. „Zwischen uns herrschte  immer Vertrauen und es gab nie eine Krise.“

Vielleicht ist genau dies das Geheimnis der Liebe: einfach nicht daran zu denken. Otto Schenk, der von der Oper über das Kabarett bis zum Seelendrama kundige Tausendsassa, weiß jedenfalls eines: „Für die große Liebe gibt es kein Rezept.“

Ist es also pure Zauberei, wenn von Abertausenden Menschen dann doch einmal die passenden  zwei aufeinandertreffen?

Simsalabim für die Liebe

Für Thommy Ten und Amelie van Tass aus Krems schaut es tatsächlich  ganz so aus. Bei ihrer Beziehung schien die Magie von Anfang an die   Hände im Spiel gehabt zu haben. Denn Amelie wurde  ausgerechnet von einem Zauberer zu einem Termin gebeten, bei dem sie auf ihren späteren Lebensgefährten treffen sollte. „Das war vor neun Jahren. Ich arbeitete als Sozialpädagogin in Wien.  Ein Freund bat mich, bei einer TV-Show einen Magier zu unterstützen.“

Bei diesem Mann handelte es sich um die spätere Hälfte des Duos The Clairvoyants („Die Hellseher“). Sie erinnern sich? Vor vier  Jahren schrieben zwei Niederösterreicher Geschichte, weil sie bei einer US-Talenteshow   Zweiter wurden: Amélie van Tass und Thommy Ten.

Rose für einen Trick Auch Jahre später wirkt das Paar  so glücklich, als würde es  in einem Turm wohnen, der voller Hochzeitsglocken hängt. Dabei waren Blumen nie ein Thema, diese Frage erledigte sich von selbst. Van Tass: „Er brauchte für einen Trick eine Rose.“ Die Frau, die sie damals überreichte, blüht seither auf.

Wie schaffen sie es, zwischen ihren Auftritten in   Las Vegas und Grafenegg noch ein harmonisches Privatleben unterzubringen? Thommy Ten: „Mittlerweile sind wir sehr gut eingespielt und kennen uns in allen möglichen Lebensphasen.“

Gemeinsame Projekte

Das können auch die langjährigen Paare Ruth Brauer-Kvam und Kyrre Kvam sowie Christian Kolonovits und Brigitte Just von sich behaupten. Mit einem Unterschied: Bei Ruth und Kyrre sieht es ganz danach aus, als hätte das Schauspielerin-Musiker-Paar für die Premiere ihres gemeinsamen Projektes „Orpheus in der Unterwelt“ im Rabenhoftheater in Wien ganz bewusst den Valentinstag ausgesucht. Der Musiker Christian Kolonovits und die Modedesignerin Brigitte Just hingegen meinen, „der aus Amerika importierte Valentinstag hat für uns keine spezielle Bedeutung.“

Ex-Dancing Star Michael Schottenberg sieht das ähnlich. "Den Valentinstag haben wir tatsächlich noch nie gefeiert, wiewohl ich nicht auszuschließe, dass an diesem Tag nicht schon mal Blumen am Tisch gelandet sind (an diesem oder an jenem Platz)‚ Tradition aber ist es nicht. Vielmehr sorgen Liebes- und Lachanfälle, Geschenke des täglichen Seins eben, für (immerwährende) Überraschung. Und gleich noch was: An diesem Tag sollte Aktivität gesetzt werden: Bügeln, Kochen, Bettenmachen, Fenster putzen, sowie, als Draufgabe, ein Gutschein für Rasenmähen (auch hinterm Haus!), - dem Fortbestand der Beziehung könnte dies gut tun."

119. Zucker Bäckerball

Investment für die Liebe

Blumen am Stiel sind ja ganz nett. Über die Qualität der Liebe gibt etwas ganz anderes Auskunft. Paartherapeutin Claudia Wille-Helbich vergleicht eine erfolgreiche Beziehung mit einem erfolgreichen Business.

„Eine Ehe wird  meistens so gesehen: Wir haben einander gefunden, wir lieben einander, jetzt haben wir das Glück für ewig gepachtet“, so Wille-Helbich weiter. „Es ist wie im Märchen: ... und wenn sie nicht gestorben sind ...’ Ja, leben tut man, aber ob die Ehe erfolgreich ist, also Glück und Zufriedenheit bringt, ob die Liebe wächst und gedeiht, dazu bedarf es ständiges Investment.“

Auf den ersten Blick mag es unromantisch klingen, aber diese Sichtweise hat schon etwas für sich. „Auch in einer Firma muss ich mich ständig um das Wohlergehen des Betriebes bemühen; sowohl der Mitarbeiter als auch um die  Kunden“, erklärt Wille-Helbich. „Wenn ich nur absahnen will, wird die Firma bald in Konkurs gehen.“

Ebenso beruflich wie privat ein Paar sind Sascha und Karoline Boctor, die zwei sympathischen Stimmen von Radio Wien. Sie sind seit 21 Jahren Kollegen "und fast genauso lang ein Paar", sagt Sascha. 

Ihr Rezept für die Liebe: "Zusammen arbeiten ist nicht das Schlechteste für eine Beziehung, man kann sicher sein vom anderen verstanden zu werden, wenn es um berufliche Sorgen geht. Die Liebe am ,Laufen' zu halten ist eigentlich ganz einfach: Wir sind Liebespaar und auch beste Freunde. Am Valentinstag gibt es selbstverständlich ein romantisches Essen - so wie jeden Freitag."

Checklist für die Liebe

Wer ab und zu Nachrichten aus der Wirtschaftswelt verfolgt, weiß: Ein drohender Konkurs lässt sich abwenden, zumindest mit  viel Geduld und Engagement. „Dasselbe gilt ebenso  für eine Ehekrise“, meint die Therapeutin. Mit einem gravierenden  Unterschied: In Sachen Liebe und Beziehung geht  es in erster Linie um ein „Investment in die persönliche Weiterentwicklung.“

Jeder Partner sollte sich daher ab und zu Fragen wie diesen stellen: Was beschäftigt den Partner? Was kann ich dazu beitragen, dass es ihm/ihr gut geht? Funktionieren unsere Strategien noch oder müssen wir mit neuen Strategien experimentieren? Arbeitet unsere „Firma“ Ehe noch bedürfnisgerecht? Oder haben sich unsere Bedürfnisse längst geändert? Sind sie etwa nicht mehr zeitgerecht?

Wer das Gefühl hat, er kommt alleine – oder im Duo – nicht weiter, oder wenn man bemerkt,  Streiten beansprucht schon mehr Zeit als schöne Erlebnisse, oder dass die Beziehung Kraft kostet statt Kraft zu geben, empfiehlt es sich, Kassasturz zu machen.

Das ist dann der Moment, in dem unabhängige Berater, also Paarcoaches, für einen Beziehungscheck Gold wert sein können.

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