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freizeit Fragen der Freizeit
07/21/2020

Warum schmeckt der Wein aus dem Urlaub zu Hause nicht so gut?

Fragen der Freizeit ... und Antworten, die Sie überraschen werden

von Annemarie Josef

Was für eine Vorfreude das war, letzten Sonntag, als wir die Rotweinflasche unserer letzten Kroatien-Reise aufmachten. Es sollte ein Abend werden wie in der Konoba. Die Grillen zirpten, die Sonne brachte das Meer zum Glitzern, alles fühlte sich leicht, locker, entspannt an. Mit dem Wein wollten wir dieses Lebensgefühl wieder herstellen. Doch das Mitbringsel schmeckte fad, der Abend nach Alltag. Wo blieb nur das Urlaubsfeeling? Mit dem Rezept von Oma Gretls Apfelkuchen klappt es doch auch immer, sich ein paar Bissen lang die raue Welt heimelig zu essen.

„Der Urlaub bietet völlig andere Bedingungen als der nüchterne Alltag. Man hat Zeit, ist positiver gestimmt und experimentierfreudiger“, sagt Klaus Dürrschmid, Professor an der Boku Wien. Der Lebensmittelsensoriker geht im Buch „Zungenbekenntnisse. Warum der Wein im Urlaub besser schmeckt“ (Brandstätter) der Frage nach, was unser Lustempfinden beim Essen und Trinken beeinflusst.

„Im Fall des Weins sind vor allem die Emotionen und die Situation ausschlaggebend“, so Dürrschmid. Und die sind im Urlaub meist positiv aufgeladen. Wir sind frei von Verpflichtungen, in schöner Umgebung und haben Zeit, uns mit allen Sinnen einzulassen. Dürrschmid: „Die gesamte Situation in der der Wein im Urlaub getrunken wird, unterstützt unsere Genussfähigkeit.“ Alles passt zusammen: Das Essen ist auf den Wein abgestimmt, auch Ambiente und Akustik passen, die Sprache, die Musik und das Licht.

Zuhause gewinnt dann meist der nüchterne Alltag. Und die Erwartungen sind zu hoch. Das passiert auch einem Sensoriker: Jedes Jahr Anfang Juli fährt Klaus Dürrschmid nach Grado, nur heuer nicht. Als Trost ging es in ein italienisches Restaurant. Super Idee, sich einfach den Urlaub auf den Teller servieren zu lassen. Aber: „Es hat nicht geklappt“, lacht der Lebensmittelsensoriker. Wer möchte, kann es dennoch versuchen. „Es ist auch eine Typfrage, ob es gelingt“, so Dürrschmid. Was hilft? Die Erinnerungen des Genuss-Erlebnisses mit allen Sinnen abzurufen, mit dem passenden Essen und Musik. Dazu je eine Prise positive Stimmung, Entspannung und Zeit.

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