A large vintage speaker emits strong sound-waves and almost sweeps a small aggressive man off his feet.

© Getty Images/iStockphoto / Gearstd/iStockphoto

freizeit Fragen der Freizeit
10/06/2020

Warum ist die Werbung im Fernsehen manchmal lauter als der Film?

Ein Krieg liegt in der Luft, der "Lautstärken-Krieg" in Funk und Fernsehen.

von Bernhard Praschl

Es ist eine Revolution und sie schreitet auf leisen Sohlen voran. Die Revolution der Lautheitsmessung.
Wenn Sie hier nur Bahnhof verstehen, seien Sie beruhigt, das bedarf tatsächlich einer ausführlicheren Erklärung.

„Jahrzehntelang waren ,Lautheitssprünge’ zwischen einzelnen Werbungen, dem Spielfilm und den Nachrichten an der Tagesordnung“, bestätigt Toningenieur Karl M. Slavik. Wir kennen das. Eben schaut man noch entspannt einen ergreifenden Film – und plötzlich reißt einen die laute Werbung aus der angenehmen Stimmung.

Dabei sollte mit diesen „Lautheitssprüngen“ seit Anfang 2012 Schluss sein. Denn seit damals setzen TV-Sender in Europa auf einen technischen Standard namens EBU R 128, der eine genaue Messung und Angleichung der Lautheit einzelner Sendungen ermöglicht. Die Messung erfasst die vom Menschen tatsächlich empfundene „Energie“ des Schallereignisses und nicht bloß technische Werte.

 

Ja, genau: Lautstärke ist nicht gleich Lautheit. „Das menschliche Gehör rezipiert und bewertet Schall grundsätzlich anders als ein vu-Meter oder Spitzenpegelmesser im Tonstudio“, weiß Karl M. Slavik. Manche Studios, die Werbung produzieren, nutzten diesen Unterschied geschickt aus. Ihre Produktionen hielten den genormten Spitzenpegel ein, klangen aber durch Dynamikkompression wesentlich lauter als andere TV-Produktionen.

Anders formuliert: „Nicht nur die Werbung war oder ist zu laut, der ausgestrahlte Film ist manchmal zu leise“, spricht er das Dilemma an, in das die ausgetüftelte Technik unser Gehör gebracht hat. Denn vor allem fiktionaler Content, wie etwa ein Kinofilm, wird oft zu „dynamisch“ und damit für den TV-Zuseher zu leise gemischt – hier treten „Lautheitssprünge“ bereits innerhalb des Films auf. Während etwa Explosionen überlaut erscheinen, sind Dialoge oft zu leise.

Eine Besserung der Lage sei langsam im Gehör. Bei vielen Sendern sind aus „Lautheitssprüngen“ kaum hörbare  Hopser geworden. Andere wiederum sollten sich im Interesse der Zuseher strikter an Vorgaben der Rundfunk-Union halten, empfiehlt der Experte.

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