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freizeit Fragen der Freizeit
12/21/2020

Kennen Sie das Geheimnis des perfekten Schneeballs?

Hier schreiben Autoren und Redakteure abwechselnd über Dinge, die uns alle im Alltag beschäftigen. Diesmal: Warum der perfekte Schneeball nicht immer gelingt.

von Annemarie Josef

Erst ein Mal hat dieser Winter für gefühlt zwei Stunden Wien mit Schnee bedacht. Mein Schlappohrhund und ich wollen eine Zugabe. Wir lieben es, wenn Beton, Autos und Mistkübel weiß getüncht sind. In dieser Welt, so zart, still und weichgezeichnet, fühlen wir uns wie die Schneekönige. Nun, es schaut derzeit nicht wirklich so aus, als gäbe es bald einen erneuten Flockentanz am Stadthimmel.

Schade, denn ich würde gerne trainieren. Der Hund liebt es nämlich, Schneebällen hinterherzujagen. Und meine sind nicht ideal. Dabei drücke und knete ich den Schnee so fest ich kann, forme die Bälle und werfe in einem schönen Bogen. Doch ehe sie am Ziel landen, sind sie längst zerfallen, so wie noch nicht ausgekühlte Mürbteigkekse.

Dem Hund macht das nichts, er läuft dem kleinsten Brocken hinterher, steckt seine Nase hinein und strahlt mich an, so gut ein Hund eben strahlen kann. Doch ich habe noch einen Vorsatz, bevor das Jahr zu Ende geht: Ich will endlich das Geheimnis des perfekten Schneeballs lüften.

Aus was besteht Pulverschnee?

Die Forschung hat hier einiges zu bieten. Etwa die Erkenntnis, dass frischer Pulverschnee zu 90 Prozent aus Luft und 10 Prozent aus Wasser besteht. Daraus etwas zu formen, ist ein bissl so, als wolle man aus Mehl ohne Flüssigkeit Teig machen.

„Ist der Schnee frisch und sehr kalt, kann man keinen Schneeball formen“, sagt Jan-Thomas Fischer, Physiker und Lawinenforscher in Innsbruck am Bundesforschungszentrum für Wald (BFW). Er erforscht Schnee, auch um herauszufinden, wie sich Schneebälle bilden. Diese haben Einfluss darauf, wie sich eine Lawine im Sturz entwickelt. „Perfekte Schneebälle stellen wir im Betonmischer, direkt in Laborlawinen her“, sagt er. Dazu wird Schnee in die Trommel gegeben und analysiert, wie er sich wandelt, vom losen Pulverschnee bis zu Schneebällen – aber nur wenn es nicht zu kalt ist. Neueste Erkenntnis: Für Kugeln braucht Schnee eine Temperatur von -1 bis 0 Grad. Ist er kälter, fehlt Feuchtigkeit als Kitt, ist er wärmer, schmilzt er zu Wasser.

Also kein Training nötig. Nur ein Thermometer zu Weihnachten und den richtigen Schnee bitte, liebes Christkind.

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