Fallendes Wasser

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Foto: Popp&Hackner <strong>GOLLINGER WASSERFALL<br />
im Tennengau</strong><br />
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Es gibt in den Tauern Wasserfälle, die an Höhe und Wasserreichtum den Gollingfall weit übertreffen, aber nur wenige, die ihm an Schönheit der Szenerie nahekommen. Das Naturschauspiel in der Nähe von Golling an der Salzach im Tennengau war ein beliebtes Motiv romantischer Maler: In zwei Stufen stürzt der Gollinger Wasserfall, auch Schwarzbachfall genannt, 75 Meter tosend in die Tiefe.<br />
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Haushohe Felsen, sattgrüne Moospolster, bizarre Schluchten: Rauschende Wasserfälle sind Juwele der Natur. Mehr als 700 davon hat Österreich zu bieten. Außerdem hat ihr feiner Sprühnebel heilende Wirkung auf Asthmatiker und Allergiker.

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„Des Menschen Seele gleicht dem Wasser: Vom Himmel kommt es, zum Himmel steigt es, und wieder nieder zur Erde muss es, ewig wechselnd“, schrieb Johann Wolfgang von Goethe, inspiriert von einem Wasserfall in der Schweiz. Sein Gedicht „Gesang der Geister über den Wassern“ hat später Franz Schubert vertont.

Auch Österreich ist reich an von Wind und Wasser umspielten Naturspektakeln. Von mehr als 700 Wasserfällen im Alpenland befinden sich über 100 in den Gebieten der Österreichischen Bundesforste. „Viele davon sind als Naturdenkmäler eingestuft“, sagt Georg Erlacher von den Österreichischen Bundesforsten.

Wasserfälle entstehen normalerweise dort, wo Gewässer über Felsen aus unterschiedlich harten Gesteinsschichten fließen. Weichere Schichten werden erodiert, die härteren widerstehen der Kraft des Wassers. Wasserfälle sind also meist in Gegenden mit stark geschichtetem Gestein zu finden.Der britische Poet Lord Byron verglich das tosende Wasser eines solchen Naturschauspiels in seinem dramatischen Gedicht „Manfred“ mit dem „Schweif jenes fahlen Pferdes, das der Tod in der Apokalypse“ reitet.

Wasserfälle sind wie alle Naturdenkmäler mit ihrer Flora und Fauna ökologisch sensible Zonen und so vielfältig wie die Landschaften, die sie hervorbringen. Jeder Wasserfall ist ein Unikum. Manche fallen über bizarre Felsgewölbe frei in abgrundtiefe Schluchten, andere fließen kaskadenförmig von einer Terrasse zur nächsten.

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Foto: Popp&Hackner

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Der Star unter diesen Naturwundern sind die Krimmler Wasserfälle im Nationalpark Hohe Tauern, die jährlich etwa 350.000 Besucher anlocken. Gespeist aus zehn Gletschern und mit einer Fallhöhe von insgesamt 385 Meter kann die Schüttmenge in Zeiten der Schneeschmelze bis zu 400.000 Liter Wasser pro Sekunde betragen.

Weit abgeschiedener stürzt der Hinterbachfall aus 180 Metern Höhe direkt in den smaragdgrünen Toplitzsee. In einer idyllischen Felsenbucht lässt sich das Naturschauspiel vom Ruderboot aus bewundern.

Ob Lötzklamm in Tirol, Seisenbergklamm in Salzburg, Rappenlochklamm bei Dornbirn oder Galitzenklamm in den Lienzer Dolomiten: Studien haben ergeben, dass die hohe Konzentration an negativen Luftionen in der Umluft des Wasserfalls nicht nur das menschliche Immunsystem stimuliert, sondern auch die Anfallshäufigkeit bei Allergikern und Asthmatikern verringert.

„Der Wasserfall bei Golling braust über die Steinblöcke, aber ich habe diesen Eindruck vergessen und nur ein Kinderlächeln behalten“, schrieb Hans Christian Andersen in seiner Autobiografie „Das Märchen meines Lebens“. „Als Führer hatte ich einen ganz kleinen Jungen bekommen, er hatte in erstaunlich hohem Maße den Ernst der Älteren, wie ihn einzelne Kinder oft haben können; das Bürschlein war von einer Verständigkeit, einem ganz eigenartigen Ernst, nicht ein Lächeln glitt über sein Gesicht; erst als wir dicht vor dem schäumenden, stürzenden Wasser standen, das tosend hallte, da glänzten seine Augen, da lächelte der Kleine so glückselig, so stolz: Das ist der Gollingfall! Das Wasser braust und braust noch, ich habe es vergessen, nicht aber das Lächeln des Knaben.“

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(KURIER freizeit am Samstag) Erstellt am
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