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freizeit Essen & Trinken
03/04/2020

Rezepte: Mit diesen Super-Suppen durch die Fastenzeit

Löffelweise leichter: Suppentage entlasten und sind ideal für Menschen, die trotz Verzichts arbeiten müssen.

Dass Suppen den Körper entlasten und damit helfen können  ist nicht neu. Man denke nur an die gute, alte Tradition der „Fastensuppe“. Die ist fleischlos, gekocht wurde sie einst auf Basis von Erbsen-Abkochwasser oder Fischbasis. In vielen Kochbüchern wurde ihr sogar ein eigenes Kapitel gewidmet, es gab sie beispielsweise als Brotsuppe, Salatsuppe, Dottersuppe. Die entlastende Wirkung der Suppe ist einfach erklärt: Sie enthält viel Wasser, das füllt den Magen. In Kombination mit Gemüse, Hülsenfrüchten oder ballaststoffreichem Getreide sättigt sie gut. Man ist voll, ohne viele Kalorien zu sich genommen zu haben. Vorausgesetzt man nascht dazu nicht einen halben Wecken Brot.

Im Gegensatz zum Saftfasten kühlt der Organismus beim Suppenfasten nicht aus. Das macht die Fastenphase erträglicher. Wichtiger Punkt: Fasten bedeutet nicht, hungern zu müssen, es geht auch nicht um "Diät", sondern um Entlastung und die Kunst des Verzichts. Mit Hilfe von Suppen und deren Zutaten – also Gemüse, Getreide, Kräuter – werden dem Organismus in leicht verträglicher Form Vitalstoffe zugeführt - das geht auch gut im Arbeitsalltag. Und natürlich purzeln, wie nebenbei, ein paar Kilos.

Auszeit fürs Verdauungssystem

Suppe ist also ideal, um in der Fastenzeit verdauungstechnisch ein wenig runterzukommen. Ein paar Suppentage, es muss nicht gleich eine ganze Woche sein – tun gut. Eine Auszeit fürs Verdauungssystem. Suppen sind außerdem Seelentröster, Bauchwärmer, Wohlfühlfutter.  Und: Suppen werden Entgiftungseffekte nachgesagt. Wer viel Flüssigkeit zu sich nimmt, putzt die Nieren durch. Frische Zutaten, allen voran frische Kräuter, versorgen uns mit Vitaminen – Petersilie, Brennnessel oder Löwenzahn entwässern und entgiften. Dazu kommt: Suppen sind sehr unkompliziert – leicht zuzubereiten, sie lassen sich aufwärmen und können so auch in die Arbeit mitgenommen werden.

Die wunderbare Reissuppe

Suppen spielen eine zentrale Rolle in der Traditionellen Europäischen Medizin, der Traditionellen Chinesischen Medizin und dem indischen Ayurveda. Sie gelten dort als Energiespender und sogar „Heilmittel“, weil sie das Immunsystem stärken. Aus vedischer Sicht sind Suppen das ideale Mahl, um den Körper zu entspannen und zu entlasten, gleichzeitig schenken Suppen Kraft. Dazu kommt der wärmende Effekt, und aus Sicht der TCM erzeugen Kraftsuppen Qi, Lebensenergie. Wer warme Suppe zu sich nimmt, braucht keine zusätzliche Verdauungsenergie mehr. Oftmals werden sie bereits zum Frühstück gereicht. Daher sind Suppen auch ideal, um das Immunsystem zu unterstützen.

In der TCM werden dafür vor allem warme, süße Reissuppen empfohlen. Die wohl einfachste Suppe der Welt heißt „Congee“ und besteht aus Reis und Wasser. Dabei wird Reis im Verhältnis 1:6 gekocht – auf kleinster Flamme, zwei bis vier Stunden lang. Die Idee: Je länger Congee kocht, desto mehr stärkt das Gebräu Qi, die Lebensenergie. Man kann es zum Frühstück mit Trockenfrüchten genießen, mit Zimt oder etwas Vanille. Wer sich das gar nicht vorstellen kann, isst die Reissuppe salzig – zum Beispiel mit Karotten, Fenchel oder Spinat. Statt Reis kann man auch Hirse, Gerste oder Haferflocken in Form einer Getreidesuppe zubereiten. 

Eine richtige Suppen-Kur dauert idealerweise sieben Tage. Während dieser Zeit ist es wichtig, sich innerlich darauf einzustimmen – zum Beispiel mit sanfter Bewegung, Spaziergängen und die eine oder andere Meditation. Und die funktioniert auch bestens während des Suppenschlürfens.

Hier einige Suppenfasten-Tipps:

Essen Sie Ihre Fastensuppe in Ruhe
Stellen Sie sich vor, wie Sie beim Suppenessen meditieren – Löffel für Löffel genießen, den Geschmack der Kräuter und Gewürze aufnehmen. Man kann dabei die Suppe auch „kauen“. In der Chinesischen Medizin wird etwa empfohlen: „Trinke das Feste, und kaue das Flüssige“ – heißt: Man soll das Essen gut einspeicheln und Flüssiges nicht hastig in sich hineinschlingen.

Verwenden Sie für Ihre Suppen nur frische und biologische Zutaten
Am besten, Sie greifen auf regionale Zutaten zurück. Verzichten Sie auf Fertigprodukte und Light-Produkte

Abends nicht zu spät und die leichte Suppe essen
Die Abendsuppe sollte vor 19 Uhr eingenommen werden – idealerweise nur eine Tasse reine Gemüsesuppe.

Während der Kur nicht kalt trinken
Den Morgen beginnt man am besten mit einer Tasse heißem Wasser  – pur oder mit dem frischen Saft einer halben Zitrone. Das kurbelt den Stoffwechsel an. Untertags  eignet sich warmes Ingwerwasser – Wasser, in dem man ein paar Scheiben Ingwer samt Schale gibt und es immer wieder schluckweise trinkt

Gemüsesuppe als Basis für alle Fastensuppen:
150 g Kartoffeln,  150 g Karotten,  100 g Pastinaken,
100 g Fenchel, 100 g Sellerie, 100 g Zwiebeln schälen und würfeln.  Zwei bis drei Knoblauchzehen  pressen. Mit 3 l Wasser aufgießen und mit frischem Thymian, Rosmarin, Salbeiblättern, Lorbeerblättern, Liebstöckel, evtl. etwas Koriander, 1/2 TL Kümmelsaat, 1/2 TL ganze Nelken und 1/2 TL Wacholderbeeren würzen.
Alles zusammen mit dem Wasser in einen Topf geben, aufkochen lassen, 30 Minuten köcheln.  Gemüse abseihen  – man kann es für alle, die nicht fasten als Beilage reichen. Die Suppe kann man auf Vorrat kochen und hält sich im Eiskasten bis zu einer Woche frisch. Man kann diese Suppe auch in Flaschen oder Marmeladengläser füllen.

REZEPTE:

Wärmende Karotten-Lauchsuppe

3 Karotten mittelgroß, in Stücke geschnitten
1 Zwiebel mittelgroß, gehackt
1/2 Stange Lauch in Stücke geschnitten
3 Scheiben Ingwer gehackt
Etwas Walnussöl
500 ml Gemüsesuppe (Rezept oben)  
Anis, Muskat, etwas Kräutersalz
Petersilie, gehackt.

Walnussöl in einem Topf erhitzen, Zwiebel darin anbraten, Karotten und Lauch zugeben und mitdünsten. Anis, Muskat, nun den Ingwer und das Salz zufügen – alles weiter anbraten. Nun mit Gemüsesuppe aufgießen, alles zirka 15 Minuten weich kochen, dann pürieren. Ein paar Karottenstücke ganz lassen. Zum Schluss die Petersilie unterheben, mit Karottenstücken und Petersilie dekorieren und servieren.

Ayurvedische Fastensuppe

450 g Basmati-Reis
50 g gelber Mung Dal (halbe gelbe Schällinsen)
500 ml heißes Wasser oder Gemüsesuppe (siehe oben, auch mehr, wenn es dünnflüssiger werden soll)
1–2 TL Ghee
1 TL frisch geriebener Ingwer, 1 Prise Chili
1/2 TL Senfsamen
1/2 TL Cumin
1/2 TL Ajowan (indisches Gewürz, durch Thymian ersetzbar)
1 Messerspitze Asafoetida, 2 TL Kurkuma
1 Prise Kräutersalz, Pfeffer

Frischer Koriander und/oder andere frische Kräuter wie Petersilie, Liebstöckel, Thymian. Wer mag:  zerkleinertes Gemüse  wie etwa Karotten, Brokkoli, Fenchel – je nach Geschmack. Ghee im Suppentopf erhitzen, Gewürze  darin anrösten, bis sie fein duften. Kurkuma erst kurz vor Ende zugeben, er brennt leicht an. Jetzt den Reis und Mung Dal dazugeben, alles mit Wasser auffüllen und bei kleiner Flamme etwa 20 Minuten köcheln lassen. Wer mag, kann diverses klein geschnittenes und saisonales Gemüse zugeben – nach etwa 10 Minuten Garzeit bis zum Ende mitkochen lassen. Mit wenig Salz und Pfeffer abschmecken.  Vor dem Servieren mit frischen Kräutern garnieren. Diese Suppe heißt übrigens „Kitchari“.

Dinkelsuppe

1 Karotte
1 Stück Sellerie
1 kleine Zwiebel
150 g Pastinaken, alternativ: Petersilienwurzel
2 Zehen Knoblauch
1 l selbst gemachte Gemüsesuppe (siehe oben, je nach gewünschter Konsistenz)
4 EL Maiskeimöl
150 g Dinkel, schnellkochend (Reformhaus, Naturkostladen) oder alternativ 70 g Dinkelflocken
Etwas Kräutersalz, Pfeffer, frische Kräuter, 1 Rosmarinzweig

Zwiebel, Karotte, Sellerie und Pastinake  würfeln. Knoblauch fein hacken und im Öl anbraten. Nun den Dinkel und das Gemüse zufügen und unter Rühren kurz mitbraten. Mit Gemüsesuppe aufgießen, den Rosmarinzweig hinzufügen
Aufkochen und ca. 20 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Mit Kräutersalz und Pfeffer abschmecken und mit frisch gehackten Kräutern bestreuen.  

Rote Linsensuppe

4 TL Kokosnussöl
2 Zwiebel klein
2 Stangen Sellerie
6 Knoblauchzehen
2 TL Ingwer, gehackt
2 TL Teelöffel Kreuzkümmel, gemahlen
1 TL  Kurkuma
4 klein Paradeiser
600 ml Gemüsesuppe (Rezept oben)
150 g rote Linsen
Frischer Chili nach Belieben
Zum Garnieren: 4 EL frischer  Koriander, gehackt

Zwiebel, Knoblauch, Sellerie klein schneiden. Kokosöl in einem Topf schmelzen lassen, dann die Zwiebel und den Sellerie zugeben. 5–10 Minuten bei milder Hitze anbraten, bis die Zwiebel glasig ist. Jetzt Knoblauch und Ingwer zufügen und noch eine Minute unter ständigem Rühren braten. Kreuzkümmel und Kurkuma zufügen, etwa 30 Sekunden verrühren, danach die geschnittenen Paradeiser zufügen. Linsen zugeben, alles mit Gemüsesuppe aufgießen, eventuell mit Chili würzen, die Hitze verringern und das  Ganze ca. 20–30 Minuten kochen, bis die Linsen weich sind. Vor dem Servieren mit Koriander bestreuen.

 

 

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