© Barbara Schmidt-Keller / EyeEm/ Getty Images

freizeit Essen & Trinken
10/14/2021

Flaschenpost: Rebsorte ist nicht gleich Rebsorte

Warum soll es Rebsorten besser ergehen als Menschen – dort wie da herrschen Klassenunterschiede.

von Stephanie Angerer

So unterscheidet man Edelsorten wie Riesling, Pinot Noir, Chardonnay oder Cabernet Sauvignon, die beste Voraussetzungen für hochwertige Kreszenzen besitzen, von schlecht beleumundeten Sorten wie Müller-Thurgau (Rivaner), Blauer Portugieser oder Muskat Ottonel. 

Die einen werden gehätschelt, die anderen fristen meist ein kümmerliches Dasein. Die einen reifen in gepflegten Kellern, die anderen landen hinter der Schank. Dabei lässt sich wohl aus jeder Rebsorte ein ordentlicher Wein machen, wenn man sie nicht vernachlässigt oder quält. Voraussetzung sind gute Lagen, lebendige Böden und idealerweise alte Rebstöcke, die auch  für eine gewisse Ertragsreduktion sorgen. Nun hat man scheinbar minderwertige Sorten aus guten Lagen meist ausgerissen, um Platz für repräsentativere Vertreter zu schaffen.

Einige wenige Winzer weigerten sich, ihre alten Weingärten zu roden und fanden Spaß an den Schmuddelsorten. Matthias Warnung etwa, der dem  verschmähten Müller-Thurgau ungeahnte Eleganz und Tiefgang abtrotzt oder Jörg Bretz, der schon aus Bosheit der Welt beweist, dass Blauer Portugieser Klasse besitzt – wenn man ihn versteht und ihm alle Zeit  im Keller lässt. Oder das Winzerpaar Lichtenberger González, das von uralten Rebstöcken einen  kitschbefreiten Muskat Ottonel hinkriegt, der  großartig ist. 

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