freizeit
27.04.2018

Die Kraft der Natur - alles im grünen Bereich

Der Wald als Seelentröster, das Wasser als Anti-Stress-Therapeut: Wer sich regelmäßig im Grünen aufhält, profitiert ungemein.

Sitzen Sie gerade am Fenster und schauen ins Grüne? Dann haben Sie Glück. Denn Studien belegen, dass alleine der Anblick von etwas Grün sich positiv auf den Menschen auswirkt. „Wer aus dem Fenster schaut und zum Beispiel grüne Dächer sieht, ist länger leistungsfähig“, sagt die Grazer Architektur- und Arbeits-Psychologin Christina  Kelz. Insofern stimmt der Blick auf den Kahlenberg vom eigenen Büroplatz aus zuversichtlich. Was muss es erst für Auswirkungen haben, wenn die Menschen jetzt im Frühling wieder regelmäßig ins Freie gehen?  

Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Wissenschaftler mit den Auswirkungen der Natur auf unsere Psyche. Dass es viele positive gibt, haben unzählige Studien bewiesen. Psychologin Kelz  fällt auf Anhieb  jene ein, in denen zwei Patientengruppen in einem Krankenhaus Zimmer mit unterschiedlicher Aussicht zugeteilt wurden. „Eine Gruppe hat auf eine Ziegelwand geschaut, die andere in einen Park. Und genau diese Gruppe hat weniger Schmerzmittel gebraucht und konnte auch  früher nachhause gehen.“ Doch auch für gesunde Menschen, ist die Kraft der Natur nicht zu unterschätzen.   Die amerikanischen Psychologen Rachel und Stephen Kaplan, die als Pioniere der Umweltpsychologie gelten, haben an der Uni Michigan vier Kriterien ausgemacht, die eine Umgebung erfüllen muss, um  entspannend zu wirken:

Alltagsferne – richtig erholen kann man sich erst, wenn man von Routine und Alltag losgelöst ist. Das geht  auch im Schwimmbad oder im Kino, aber nirgends so leicht wie in der Natur.

Bedürfnis-Orientierung – Erholung findet man  in einer Umgebung, die wir im entsprechenden Moment suchen. Das können die Berge sein, aber auch ein See oder Wald.

Faszination – wenn uns eine Umgebung fasziniert, erholt man sich leichter. Dazu können ein Sonnenuntergang, eine Blumenwiese oder eine Waldlichtung beitragen.

Weite – um den Kopf freizubekommen und Ideen zu ordnen, benötigt es Weitblick. Gedanken  brauchen ausreichend Raum und finden ihn in der Natur.

„Es gibt aber noch einen anderen Ansatz“, weiß Psychologin Kelz. „Die Psycho-Evolutionäre Theorie besagt, dass wir aus der Natur entstanden sind und uns deshalb in einer natürlichen Umgebung am wohlsten fühlen und nicht in einer von Menschenhand gemachten.“ Wer sich wo am besten erholt, das ist allerdings unterschiedlich. Laut Kelz spielen dabei Erfahrungen aus der Kindheit ebenso eine  Rolle wie der Charakter. Der Maler Vincent van Gogh behauptete zwar einmal: „Wenn man die Natur wahrhaft liebt, findet man es überall schön“, ganz richtig ist das aber nicht. Forscher der Universität Virginia fanden nämlich heraus, dass introvertierte Menschen sich in den Bergen am wohlsten fühlen und  es extrovertierte ans Wasser zieht. Die Begründung: Die Weite von Stränden würde die innere Offenheit widerspiegeln und die Enge der Berge kontaktscheuen Menschen Schutz bieten. Klingt irgendwie logisch.  Aber am besten man findet  seine Kraftplätze ohnehin selbst heraus – indem man den Frühling vor allem draußen genießt.

Wussten Sie, dass nur fünf Minuten Angeln, Gärtnern oder Spazieren gehen die Stimmung deutlich verbessert und das Immunsystem steigert? Mehr dazu plus das vollständige Interview mit Architektur-Psychologin Christina Kelz lesen Sie heute in Ihrer gedruckten freizeit!