freizeit
06.10.2018

Die besten Tipps zum Schwammerlsuchen

So ein tolles Schwammerljahr wie heuer ist rar. Lust, selbst auf die Pilz-Pirsch zu gehen? Darauf müssen Sie achten.

Alle Ihre Freunde beglücken Sie auf Facebook oder sonstwo mit Fotos von ihren tollen Schwammerlfunden und Sie haben schon wieder wurmige Pilze aus dem Supermarkt entsorgt? Dann machen Sie sich doch einfach selbst auf in den Wald. Die  sagt, wie Ihre Suche am ehesten von Erfolg gekrönt ist:

+ Pilze lieben Feuchtigkeit und Wärme – hat es ausgiebig geregnet und scheint dann wieder die Sonne, sprießen sie.
+Nehmen Sie nur  Pilze, die Sie  wirklich zweifelsfrei kennen. Dabei hilft etwa unser kleines Schwammerl-ABC auf den nächsten Seiten. Denn die meisten  Pilze haben einen giftigen oder zumindest ungenießbaren Doppelgänger.
+ Für den Anfang empfiehlt es sich, sich auf  Röhrlinge  zu beschränken – die sind leichter zu bestimmen.
+ Nie mit dem Plastiksackerl losziehen, in einem geflochtenen Korb oder in einem Leinensackerl können die Pilze atmen.
+ Pilze aus dem Boden drehen oder mit dem Messer um den Fuß herum abschneiden. Den Rest mit Erde bedecken, dann wächst dort wieder etwas  nach.
+ Die Beute noch an der Fundstelle grob putzen, Nadeln, Blätter  und von Schnecken oder Würmern befallene Stellen großzügig entfernen. Dabei hilft ein Klapp- oder sichelförmiges Pilzmesser mit Bürstchen. Ganz junge Pilze stehen lassen, sie sind oft schwer zu bestimmen. Und zu alte Exemplare schmecken nicht.
+ Geduld macht sich bezahlt: Wer einmal an einem bestimmten Platz erfolgreich war, sollte dort öfter vorbeischauen: Aus einem Myzel entstehen oft mehrere Früchte und das immer wieder. Am besten die Koordinaten notieren – und nicht weitersagen.

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Wiesenchampignon

Wie der Name sagt, wächst er auf schwach gedüngten Wiesen, Weiden und Pferdekoppeln – nach Regenfällen oft in großen Mengen und in „Hexenringen“. Der Hut ist weiß und seidig-matt. Bei jungen Exemplaren ist er kugelig  gewölbt, dann wird er flacher. Die Lamellen sind nie weiß, sondern immer gefärbt – von rosa bis bräunlich und nicht am Stiel angewachsen. Außerdem hat der Wiesenchampignon  keine Knolle am Beginn des Stiels, das ist eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale von seinem hochgiftigen Doppelgänger, dem Grünen Knollenblätterpilz. Vorkommen: Juni - Oktober

Stockschwämmchen

Es wächst auf Baumstümpfen von Laub-, mitunter auch von Nadelholz, bei einigen Baumarten wie Weiden, Birken, Rotbuchen und Fichten, wachsen die kleinen Pilze auch an lebenden Stämmen. Der Hut ist gelblich-braun bis zimtfarben mit glatter, glänzender  Oberfläche. Vorsicht ist geboten, denn das Stockschwämmchen kann mit dem hochgiftigen und muffig riechenden Gift-Häubling verwechselt werden. Dessen Stiel ist silbrig mit Längsfasern, der des Stockschwämmchens braunschuppig mit einem Ring. Vorkommen: Mai - November

Schopftintling

Er sieht sehr speziell aus und ist mit dem Champignon verwandt. Er wächst in Gruppen auf Wiesen mitten in der Stadt und in Gärten (Komposthaufen!), aber auch an Wegrändern und in Wäldern. Der Hut des 18-20 cm hohen Pilzes verfärbt sich im Lauf der Zeit von  weiß zu rosa bis  schwarz. Der Schopftintling, auch Spargelpilz genannt,  sollte nur jung, solange der Hut noch geschlossen ist und die Lamellen noch nicht rosa sind, verzehrt werden. Eine unangenehme Eigenheit: In Verbindung mit Alkohol kann er leicht giftige Wirkung entfalten. Vorkommen: April - November

Birken-Rotkappe

Der schwärzlich gesprenkelte Stiel ist für die Birken-Rotkappe typisch. Sie wächst immer in der Nähe von Birken – auch in Mischwäldern. Der Hut  ist orange bis rötlich-braun und kann einen Durchmesser von bis zu 20 cm erreichen.  In feucht-warmen Sommern sprießt der Pilz in großen Mengen. Lassen Sie sich nicht irritieren: Beim Anschneiden und noch mehr beim Kochen verfärbt sich das weißliche Fleisch der  Rotkappe grau bis schwarz. Das ist normal und tut dem angenehmen Geschmack keinen Abbruch. Großer Vorteil: Dieser Pilz kann mit keinem giftigen Schwammerl verwechselt werden. Vorkommen: Juni - Oktober

Steinpilz

Der König unter den Speisepilzen. Sein Fleisch ist besonders fest – daher auch der Name. Die zunächst weißen Röhren verfärben sich im Alter zunehmend gelb-grün, der Hut ist beige bis braun. Zu finden in Laub- und Nadelwäldern, bei Eichen, Buchen und Fichten. Leider hat der Steinpilz auch Doppelgänger: Den bitteren aber nicht giftigen  Gallenröhrling  mit seinen rosa Röhren sowie den giftigen Satanspilz, dessen Stiel oben gelb und unten violett gefärbt ist. Vorkommen: Mai - November

Eierschwammerl

Die goldgelben kleinen Pilze fühlen sich im Laub oder im Moos von Laub- und Nadelwäldern am wohlsten, speziell bei Fichten und Rotbuchen. Zu große Hitze oder zu viel Regen  bremsen allerdings das Wachstum. Bei den jungen Schwammerln ist der Hut nach unten eingerollt, später wird er gewellt und trichterförmig. Sie zählen zu den beliebtesten Speisepilzen. Der pfeffrige Geschmack („Pfifferlinge“), der sie roh auszeichnet, verfliegt mit dem Kochen. Vorkommen: Juni - Oktober

Flaschenstäubling

Er wird auch Flaschenbovist genannt und kann bis zu 8 cm hoch werden. Charakteristisch ist seine stachelige Oberfläche und die Flaschen- bzw. Birnenform. Der junge Bovist ist weiß, das Äußere verfärbt sich später bräunlich. Im Alter trocknet er aus, bei Druck stauben grünliche Poren aus seinem Inneren. Er wächst in größeren Gruppen in Laub und Nadelwäldern. Der würzige Flaschenstäubling schmeckt roh, kurz abgebraten, aber auch in Scheiben geschnitten und paniert. Vorkommen: Juni - Oktober

Birkenpilz

Der grau- bis rötlichbraune  Hut dieses Röhrlings, der vorzugsweise bei Birken wächst,  ist bei jungen Exemplaren halbkugelig, im Alter  polsterförmig. Er greift sich glatt an, wenn der Pilz feucht ist kann er glitschig werden. Die Röhren sind weiß, später grau. Der Stiel wird 5-15 Zentimeter lang, ist dunkel bis schwarz geschuppt und verjüngt sich nach oben. Zum Genuss ist der Hut mit seinem milden Geschmack am besten geeignet, die Stiele können holzig schmecken. Vorkommen: Juni - Oktober

Austernseitling

Er wird auch Austernpilz genannt und klammert sich an den Stamm von Laubbäumen, selten an Nadelholz. Sein kurzer Stiel ist oft nur ein Stielansatz. Der Hut in unterschiedlichen Grautönen, aber auch in Braun bis Oliv, kann zwischen  5 und 25 cm groß sein.  Die Pilze wachsen in Kolonien  wie Austern, daher vermutlich der Name. Das Fleisch ist weiß und  – solange der Pilz jung ist – weich. Bei jungen Pilzen sind die Ränder eingerollt, später fransen sie aus. Vorkommen: September - Dezember

Spitzmorchel

Diese Frühlingsdelikatesse wächst in Auwäldern, in Parks Gärten und auf Rindenmulch. Der graue Hut ist durch Längs- und Querrippen unterteilt. Der Stiel verjüngt sich nach oben und ist hohl. Hutrand und Stiel sind zusammengewachsen. Die Spitzmorchel ist ein hervorragender Speisepilz und kann frisch oder getrocknet verarbeitet werden. Vor dem Verzehr müssen die frischen Exemplare einige Minuten gegart werden. Verwechslungsgefahr mit giftigen Lorcheln, deren Hut hirnartig gewunden ist. Vorkommen: März - Juni

Violetter Rötelritterling

Er wächst in herbstlichen Nadelwäldern, aber auch in humusreichen Laubwäldern und Wiesen.   Sein Hut ist violett bis bräunlich gefärbt und bis zu 15 cm breit. Der kräftige Stiel ist keulenförmig und längs gefasert. Das Fleisch dieses Pilzes schmeckt nussig mild und hat ein intensives Eigenaroma. Deshalb eignet er sich eher als Solist denn als Mischpilz. Wichtig: Auch der Rötelritterling ist roh giftig und muss vor dem Verzehr gegart  werden. Vorkommen: September - Dezember

Waldchampignon

Bevorzugt den Nadelboden von Fichten. Der Stiel ist etwas heller als der schuppige Hut, wenn er verletzt wird,  läuft der Pilz rot an. Die Lamellen sind bei jungen Pilzen blassrosa, bei älteren zunehmend grau-braun. Dieser Champignon, der auch Waldegerling genannt wird, ist auch roh genießbar und ein hervorragender Speisepilz. Verwechslungsmöglichkeit mit dem Perlhuhnegerling, dessen Stiel sich allerdings bei Verletzung gelb  verfärbt. Vorkommen: Juni - Oktober

Parasol

Der Riesenschirmpilz (kann  einen Durchmesser von mehr als 44 cm erreichen) fühlt sich in lichten Wäldern, bei Tannen und auf Wiesen am wohlsten. Bei jungen Parasolen ist die Kappe kugelförmig, später öffnet sie sich und  wird schuppig. Der Ring  am Stiel lässt sich verschieben. Das unterscheidet ihn vom giftigen Pantherpilz. Das nussig schmeckende Fleisch wird am besten verarbeitet, sobald sich der Schirm geöffnet hat. Es lässt sich panieren oder grillen. Vorkommen: Juni - Oktober

Maronenröhrling

Er heißt auf Grund seines Aussehens auch Braunkappe und wächst vor allem in Nadelwäldern. Dort findet man ihn am ehesten in Gruppen bei Fichtenwurzeln. Die gelblichen, im Alter auch bräunlichen Röhren verfärben sich auf Druck blau. Der Hut erreicht einen Durchmesser von bis zu 15 cm. Der aromatische Maronenröhrling ist einer der besten Speisepilze, kann aber mit dem Steinpilz oder dem ungenießbaren Gallenröhrling verwechselt werden. Dessen Röhren sind  weiß bis rosa. Vorkommen: Juni - November

Hallimasch

Sie wachsen in Büscheln an lebendem und totem Holz und gelten als Baumschädlinge, weil ihr Pilzgeflecht sich unterirdisch riesig ausbreitet. Der honiggelbe Hut ist mit Schüppchen bedeckt. In rohem Zustand sind die Pilze  giftig. Erst mindestens 15 Minuten gekocht sind sie  genießbar und sogar  feine Speisepilze. Kochwasser wegschütten! Verwendet werden nur die Hüte. Auch gekocht werden Hallimasch nicht von allen Menschen vertragen und können zu Erbrechen und Darmkrämpfen führen. Vorkommen: September - Oktober

Fichtenzapfenrübling

Dieser kleine Lamellenpilz wächst in größeren Gruppen an zu Boden gefallen Fichtenzapfen, wenn der Boden feucht genug ist. In höheren Lagen findet man ihn im April und Mai, weiter unten schon ab Oktober. Der Hut bekommt nur einen Durchmesser von maximal 4 cm, ist zunächst halbkugelig, dann flach. Die Farbe variiert von Graubraun bis Ocker  und Rötlichbraun. Der Stiel ist bis zu 10 cm lang und innen hohl. Deshalb sind nur die Hüte zum Essen geeignet. Vorkommen: Oktober - Mai