Heuschnupfen bei Hund und Katze: Was den Allergikern jetzt hilft
KURIER-Tiercoach Katharina Reitl erklärt, wie die Überreaktion bei Vierbeinern ausgetestet wird und was den Patienten hilft.
„Aktuelle Prognosen deuten auf ein insgesamt belastungsreiches Jahr hin.“ Schon Ende Jänner warnte der Österreichische Polleninformationsdienst seine Klientel. Bis jetzt hat sich an der Ansage nichts geändert. Nicht nur Menschen sind betroffen.
„Jedes Tier kann pollenallergisch sein. Hauptsächlich bekannt ist es bei Hunden, Katzen und Pferden“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, welche Umwelteinflüsse Symptome verursachen können und was Patienten hilft.
„Es ist seit langem bekannt, dass Haustiere an Heuschnupfen erkranken können. Doch Gräser und Bäume sind nicht die einzigen Allergieauslöser“, betont Reitl. Hausstaubmilben und Pilzsporen zählen ebenfalls zu den atopischen Klassikern. Bis zu 17 Prozent der Vierbeiner reagieren allergisch auf Umwelteinflüsse, Futtermittel oder Parasiten.
„Für Pollenallergie gibt es eine genetische Disposition“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Vierbeiner mit heller Haut leiden eher. Rassen wie Labrador, Golden Retriever, Bulldogge, Terrier und Spaniel zählen ebenfalls zu den Risikogruppen. Bei Freigängerkatzen sind insbesondere Abessinier und Devon Rex anfällig.
Symptome reichen von geröteten Augen über schuppige Haut bis zu Atemwegsproblemen
Die Symptome reichen von tränenden Augen über schuppige Haut und Quaddeln bis zu massiven Atem- und Verdauungsproblemen. Dermatologische Entzündungen können infolge des Juckreizes und vermehrten Kratzens entstehen.
„Die Diagnose ist oft aufwendig“, sagt Reitl. Zum einen steht Experten ein Hauttest zur Verfügung. Dafür werden allergene Lösungen auf bzw. in die abrasierte Haut gebracht und Reaktionen wie Rötung oder Schwellung abgewartet. Zum anderen lässt sich die Allergie mittels Blutanalyse feststellen; Antikörper geben Aufschluss.
Hauttest oder Blutanalyse zeigen eine Allergie an
Positive Ergebnisse heißen aber nicht automatisch, dass der Patient schwer leidet. Symptome, der Allgemeinzustand sowie Befunde der klinischen Untersuchung müssen einbezogen werden.
Ein Allergietagebuch zeigt Zusammenhänge auf. Notiert wird, wann im Jahreslauf der Körper das erste Mal überreagiert, was auf der Hundewiese gerade blüht und welche Pollen eventuell an der Kleidung in die Wohnung eingeschleppt werden. Manche Patienten erkranken an mehreren Allergien gleichzeitig.
„Ist die Lebensqualität stark eingeschränkt, braucht es ein Management“, sagt der Zoodoc. Shampoos können das Mikrobiom auf der Haut regulieren. Mineralstoffe, Vitamine und ungesättigte Fettsäuren das Immunsystem stärken. Medikamente stillen den Juckreiz. Allergiemedikamente lindern die Symptome.
Allergien werden mit Shampoos, Medikamenten oder Antikörperinjektion behandelt
Eine Hyposensibilisierung sollte v.a. bei jungen Tieren und bei ganzjährigen Problemen angedacht werden. Manche Präparate wirken akut vorsorglich, darunter eine Antikörperinjektion.
„Die Therapie einer Allergie braucht Zeit und Geduld“, sagt der KURIER-Tiercoach. Ein reger Austausch mit dem Veterinärmediziner des Vertrauens ist unumgänglich. Reitl: „Ob eine Maßnahme wirkt, zeigt sich meist erst nach Wochen.“ Selbst bei kurzzeitiger Verbesserung des Gesundheitszustandes muss an den Maßnahmen festgehalten werden. Selten verschwinden Allergien wieder zur Gänze.
KURIER Tiercoach
Der KURIER-Tiercoach Frau Dr. Katharina Reitl aus der Tierärztlichen Ordination Tiergarten Schönbrunn gibt exklusiv für den KURIER regelmäßig Tipps zur Haustierhaltung.
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