Die Besetzung der Hainburger Au

Die Besetzung der Hainburger Au
In der Kälte des 1984er-Dezembers saßen Umweltaktivisten in der Stopfenreuther Au ums Lagerfeuer und sangen gegen den Bau des Wasserkraftwerks Hainburg an. Ein Akt zivilen Ungehorsams, der nachhaltige Wirkung hatte: Das Kraftwerk wurde nie gebaut, die Au blieb erhalten.

... Tage nach Beginn der Besetzung beschloss die Regierung, auf dem Bau des Kraftwerks zu beharren. Bundeskanzler Fred Sinowatz sprach von einem „Kinderkreuzzug“ in der Au. Am 19. Dezember trugen Polizisten Besetzer aus der Au, Arbeiter begannen mit der Rodung . Ein Paar Hundert Bäume wurden gefällt. Am 21. Dezember verkündete Sinowatz einen „Weihnachtsfrieden“.

2.000 ...

... und mehr Besetzer hielten sich gleichzeitig in der Au auf. Ein Teil übernachtete in einem Zeltlager, viele kamen auch in Stopfenreuth unter, wo ihnen Ortsbewohner Quartier gaben.

500 ...

... Hektar Augebiet sollte das geplante Wasserkraftwerk nach Angaben der DOKW, der Donaukraftwerke AG, beanspruchen.

800 ...

... Gendarmen und Polizisten umzingelten das fußballfeldgroße Lager der Besetzer und versuchten, die Besetzer aus der Au zu entfernen. Mit Helm und Knüppel bewaffnete Polizisten drangen in die Au ein. 19 Menschen – elf Umweltschützer und acht Sicherheitsbeamte – wurden verletzt, es gab 48 Festnahmen.

353.906 ...

... Personen unterschrieben das Konrad-Lorenz-Volksbegehren im März 1985, das die Errichtung eines Nationalparks forderte. Unter den Proponenten waren Künstler, Wissenschaftler und Politiker, etwa Günther Nenning, Freda Meissner-Blau, Othmar Karas, Bernd Lötsch oder Peter Turrini.

1996 ...

... entstand der Nationalpark Donauauen, die Stopfenreuther Au wurde ein Teil davon. Die Au ist heute „Erinnerungsort“ und Beispiel für die Wirksamkeit zivilen Ungehorsams.

8.000 ...

... Menschen nahmen am 8. Dezember 1984 am Sternmarsch der Hochschülerschaft in die Au teil, mit dem die Einstellung der Rodungsarbeiten erzwungen werden sollte. Einige Hundert von ihnen blieben als Besetzer in der Au.

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