Einfache Sprache
03.04.2018

Ängste mit Virtual Reality bekämpfen

Seit kurzer Zeit gibt es in Wien ein Zentrum, in dem man schnell lernen kann, seine Ängste zu überwinden.

Link zum Original-KURIER-Artikel

In Österreich gibt es seit kurzem ein Zentrum
für Menschen mit Phobien wie zum Beispiel
Höhenangst oder der Angst vor Spinnen.
Eine Phobie ist eine starke Angst vor einer bestimmten Sache.
Das Zentrum heißt „Phobius“.
Phobius wurde von dem Psychologen Christian Dingemann
und dem Gesundheits-Psychologen
Johannes Lanzinger gegründet.
Ein Psychologe erforscht das Verhalten von Menschen.
Beim Zentrum Phobius wird die sogenannte
Konfrontations-Therapie angewandt.
Das bedeutet, dass man sich seiner Angst aussetzt.
Wenn jemand Höhenangst hat, würde man zum Beispiel
mit einer Gondel immer weiter nach oben fahren.

Man muss das aber nicht im echten Leben machen.
Dafür wird eine Virtual Reality-Brille verwendet.
Mit diesen Brillen hat man das Gefühl,
an einem anderen Ort zu sein.
Man verwendet diese Brillen,
um Patienten ihre Ängste erleben zu lassen,
ohne dass die Situation wirklich gefährlich ist.
Man kann bei der Brille einstellen,
wie schlimm die Situation sein soll.
Sobald man Angst bekommt, stoppt das Programm
und läuft erst weiter, wenn man sich entspannt hat.
Dingemann sagt, dass Patienten so selbst bestimmen können,
wie lange sie der Angst ausgesetzt sind.
Außerdem müssen sie ihrer Angst mit Hilfe der
Virtual Reality-Brille nicht wirklich begegnen.
Dadurch kann man sich der Angst immer weiter stellen
und lernt sich dabei zu entspannen,
bis die Angst verschwindet.
Dingemann sagt, dass das normalerweise
angenehm schnell passiert.

Die Konfrontations-Therapie gibt es schon
seit den 1960er Jahren.
Bei dieser Art von Therapie stellt man sich seiner Angst,
um sie zu überwinden.
Viele Untersuchungen haben bestätigt, dass sie funktioniert.
Das Problem dabei ist, dass ein Psychologe seine Patienten
dabei immer wieder begleiten müsste, um helfen zu können.
Der Psychologe müsste zum Beispiel mit dem Patienten
ins Flugzeug kommen, um die Angst vor dem Fliegen
in den Griff zu bekommen.
Bei Phobius wird stattdessen die
Virtual Reality-Brille eingesetzt.
Damit kann man sehr viele Ängste bekämpfen.

Diese Behandlung ist sehr erfolgreich.
Bereits nach dem ersten Versuch
geht die Angst stark zurück.
Bei Phobius gibt es insgesamt 6-8 Behandlungen,
die alle 50 Minuten lang dauern.
Danach sollte man von der Angst befreit sein.
Die beiden Psychologen raten, dass man
sich der Angst auch in der Wirklichkeit stellen soll.
Damit kann man trainieren,
keine Angst mehr zu haben.
Lanzinger erzählt von einem Patienten,
der direkt nach der Behandlung einen Ski-Urlaub hatte.
Der Patient hat sich gewundert,
dass seine Angst einfach weg war.