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10/02/2020

Wo Roboter wohnen werden

Um die Entwicklung Künstlicher Intelligenz (AI) voranzutreiben, baut BIG für die Terminus Group in China gleich eine ganze Stadt in der Roboter, Natur und Menschen koexistieren sollen. Logischer Name: AI City.

Vor ein paar Monaten machte folgende Geschichte in der digitalen Welt die Runde: In seiner Abteilung für Künstliche Intelligenz ließ Facebook-Zampano Mark Zuckerberg zwei Roboter miteinander einen Deal aushandeln. Künstliche Intelligenzen miteinander verhandeln zu lassen ist ein beliebtes Verfahren, um neue Algorithmen zu erproben und zu verbessern.

Künstliche Intelligenz: Eine Gefahr?

In diesem Fall allerdings bekamen die beiden Bots dann plötzlich einen eigenen Willen: "Bob" und "Alice" fingen einfach an, eine eigene Sprache zu entwickeln. Somit konnten die Wissenschaftler den Bots nicht mehr folgen. Und diese wiederum führten ihre Verhandlungen vor den Augen ihrer Schöpfer im Geheimen weiter.

Fazit: Selbst den Forschern wurde bei der Sache mulmig und sie mussten buchstäblich den Stecker ziehen. Die Sache mit der Künstlichen Intelligenz (oder auch (Artificial Intelligenz genannt, kurz AI) war schlichtweg außer Kontrolle geraten.

https://vimeo.com/463147277

Während solche Szenarien bei manchen Erinnerungen an Science-Fiction-Blockbuster wie Terminator wecken, reagiert Bjarke Ingels gänzlich anders darauf. Der Gründer und Kreativdirektor der international wegweisenden Architektur-Schmiede BIG baut stattdessen mit der auf Künstliche Intelligenz (AI) spezialisierten Terminus Group salopp formuliert an einer waschechten Roboter-Heimat. An einer kleinen Stadt, in der neueste Technologien den perfekten Nährboden vorfinden sollen, um möglichst rasch erfolgreich zu werden. An AI City.

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AI City soll die ultimative Firmenzentrales des chinesischen Technologieunternehmens werden. Mit dieser will die Firma in den Bereichen Künstliche Intelligenz der Dinge (AIoT), Robotik, Netzwerktechnik und Big Data möglichst rasch die Weltherrschaft an sich reissen.

AI City als Tech-Mekka

Bjarke Ingels dazu: „Wir haben in den letzten Jahren mit mehreren der weltweit führenden Technologieunternehmen zusammengearbeitet. Wir freuen uns sehr, unsere Erfahrung nun auch in die chinesische Stadt Chongqing zu bringen und zusammen mit Terminus AI City zu gründen.“ Seiner Meinung nach sei es ein bahnbrechendes Projekt. Es würde innerhalb Chinas den Grundstein für ein gigantisches Innovationszentrum legen.

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Aber was stellt sich der Meisterarchitekt unter AI City eigentlich vor? AI City ist als eine Stadt gedacht, in der Mensch, Technologie und Natur zusammen nicht nur leben sollen. Vielmehr sollen beide Welten miteinander wachsen, heißt es offiziell. Mit eigens erdachten Welten und Räumen, die für alle Arten von Leben konzipiert sind: menschliches Leben, Pflanzen, Tiere und eben sogar künstliches Leben.

AI City soll Barrieren abbauen

Das Team, das bei BIG für das Projekt verantwortlich ist, fügt außerdem hinzu: „Auf diese Art und Weise werden bestehende Barrieren zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz abgebaut!“ Neu geschaffene Räume, darunter KI-Ausstellungsgalerien, Märkte und Cafés, würden unter demselben Dach zu finden sein wie die Fachleute, die an der Entwicklung von Zukunftstechnologien arbeiten.

Darüber hinaus konzentriere sich die Verkehrsstrategie auf einen flexiblen Übergang zu einem künftigen Gleichgewicht zwischen Natur und Entwicklung.

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Trotz aller Vereinigungs-Ideen zwischen Technik und Natur werden aber architektonisch die offensichtlichen Gegensätze bewusst thematisiert. Der Entwurf besteht aus zwei aneinander angrenzenden Grundstücken, die die Unterschiedlichkeit und Gegenpoligkeit konkret zum Ausdruck bringen sollen.

Auf Berg folgt Tal

Als markantes Wahrzeichen wird ein künstlicher „Berg“ erschaffen. Er wird ein geschütztes Areal abstecken, das große Hofanlagen integriert, die auf einladende Weise öffentliche Funktionen übernehmen sollen. Angrenzend bietet ein im Grunde logisch folgendes „Tal“ die größten öffentlich zugänglichen grünen Dächer Chinas. Hier sollen Open-Air-Veranstaltungen stattfinden.

Unter der ausladenden Dachlandschaft öffnet sich das Gebäude für die umliegende Öffentlichkeit. Dies soll Besuchern ermöglichen, in Interaktion treten. Im Idealfall nicht nur miteinander, sondern in naher Zukunft eben auch mit Robotern und deren Freunden.

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Laut BIG ist besagte Dachlandschaft aus architektonischer Sicht die wichtigste Komponente des Projekts. „Diese Konstruktion ermöglicht erst die Koexistenz einer Fülle von Natur kombiniert mit dem Bürogedanken und fördert so eine engere Beziehung zwischen Mensch, Natur, Klima und Technologie“, wird betont.

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Das Dach als leuchtendes Logo

Um den Wert dieser Dachsituation zu unterstreichen, werden ihre Umrisse das Logo – oder besser: Stadtwappen – zieren. Und wenn es dunkel wird, verwandelt sich das grüne Dach in die größte digitale Anzeige Chinas.

Damit AI City auch von oben nicht zu übersehen ist. Man weiß schließlich nie, von wo die heimatsuchenden Roboter kommen.

Text: Johannes Stühlinger Bilder: BIG

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