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Spaziergang im Bambuswald

Im chinesischen Chengdu haben UNO Architects mit dem Qionglai Bamboo Pavilion einen Wald im Wald geschaffen. Einen Bambuswald, in dem man entspannen, sich weiterbilden und sogar tanzen kann.

03/13/2023, 10:01 AM

Bambus ist in Asien mehr als nur eine Pflanze. Er symbolisiert in der traditionellen fernöstlichen Kultur einerseits Schönheit, StĂ€rke, Langlebigkeit, Widerstandskraft. Andererseits steht er fĂŒr LoyalitĂ€t, fĂŒr Demut, fĂŒr IntegritĂ€t.

Aufgrund seiner Eigenschaften hat er auch als Rohstoff eine enorme Bedeutung. Und bildet mit vielfÀltigen Anwendungsmöglichkeiten die Lebensgrundlage unzÀhliger Menschen. So meinte der chinesische Dichter Su Dongpo aus der Song-Dynastie einst: "Es ist besser, kein Fleisch zu essen, als keinen Bambus zum leben zu haben".

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Harmonie von Mensch und Natur

Der Bedeutung des Bambus trÀgt UNO Architects definitiv Rechnung. In Zusammenarbeit mit Lin Rong Studio, SWJTU, entwarf man den Bamboo Pavilion in Qionglai, einem Vorort der Millionenstadt Chengdu. Hier, in einer der rund um die Metropole gelegenen lÀndlichen Gemeinden, sogenannten Linpan-Siedlungen, wird seit Jahrtausenden traditionelle landwirtschaftlicher Praxis und Kultur gelebt.

"Meist im Wald, vor allem Bambuswald, eingebettet, sind Linpan eine organische Kombination aus WĂ€ldern, Feldern, HĂ€usern und Wasser, in der sich die harmonische Beziehung zwischen Land und Mensch widerspiegelt", erlĂ€utert das ArchitekturbĂŒro. Nirgendwo sonst wĂ€re ihr Pavillon daher besser platziert als hier: Am nördlichen Ende der Baimo-FlussbrĂŒcke neben einem ĂŒber 100.000 Hektar großen Bambuswald.

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Qionglai Bamboo Pavilion: Neue Perspektiven

"Spricht man ĂŒber die Schönheit von BambuswĂ€ldern, denkt man oft an einen verschlungenen Pfad, der tief in den Wald fĂŒhrt", so UNO Architects. "Wir versuchen, es aus einer anderen Perspektive zu sehen: Endlose BambuswĂ€lder legen sich ĂŒber die sanft geschwungene Landschaft wie Meereswellen. Unser Design will diesen Moment einfangen, will die von Mutter Natur so elegant kreierten Formen definieren und die Struktur des benachbarten Bambuswaldes zum Ausdruck zu bringen."

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Das GebĂ€ude liegt zwischen dem Fluss, der BrĂŒcke und einem Dorf. Zwei DĂ€cher erheben sich wellenförmig geschwungen in entgegengesetzte Richtungen. Eines zeigt zum Dorfeingang und heißt so GĂ€ste aus aller Welt willkommen. Das andere weist auf den Bambuswald und symbolisiert den Beginn einer weiteren Reise. Im dazwischen liegenden Innenhof können bei Bedarf Ausstellungen im Freien stattfinden; der Platz steht zudem den Einheimischen als TanzflĂ€che zur VerfĂŒgung.

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Waldspaziergang

Alle Materialien und Produkte fĂŒr den Innenausbau stammen aus den umliegenden Gemeinden. Aufgrund der GrĂ¶ĂŸe des lokalen Bambus konnte dieser nicht fĂŒr die Hauptstruktur verwendet werden. "Wir haben dafĂŒr eine Struktur aus gebĂŒndeltem Bambus entworfen, der jenem Ă€hnelt, den Einheimische im eigenen Garten finden können", so die Architekten.

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Durch die Reflexion in der Glasfassade verstĂ€rkt, entsteht das GefĂŒhl, im Bambuswald spazieren zu gehen. Die gebĂŒndelten StĂ€mme streben an der Oberseite auseinander, um als StĂŒtzen der DĂ€cher fungieren zu können. Die großen Traufen wiederum stellen die Verbindung von traditionellen WohnhĂ€usern und dem Bambuswald dar.

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Bildung, Tanz, Erholung

UNO Architects definierte drei "IdentitĂ€ten" fĂŒr den Qionglai Bamboo Pavilion: "Erstens wird er ein Besucherzentrum fĂŒr das Bambuswald-Landschaftsschutzgebiet, in dem man auf schnellem Weg und in Ausstellungen etwas ĂŒber die atemberaubende Naturschönheit erfahren kann. Zweitens werden Workshops zum immateriellen Kulturerbe veranstaltet, in denen lokale, seit Generationen existierende, Bambus-Handwerkskunst gezeigt wird.

Zu guter Letzt ist der Pavillon ein Dorfzentrum fĂŒr die Anwohner, in dem Platz fĂŒr verschiedene AktivitĂ€ten, von reiner Entspannung ĂŒber das Tanzen bis hin zu öffentlichen Versammlungen, ist."

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FĂŒr UNO Architects ist der Bambuspavillon nicht nur ein Ort, der die Schönheit der Natur und jene der Architektur reprĂ€sentiert. "Er bewahrt sowohl kollektive Erinnerungen als auch kulturelles Erbe. Das Wichtigste aber: Er heißt Besucherinnen und Besucher aus aller Welt willkommen und schafft eine Verbindung mit den Einwohnern und ihrer Kultur. Hier werden Menschen zusammengebracht."

Text: Michi Reichelt Bilder: Arch-exist Photography

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