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07/06/2022

Neues Reiseziel: die 70er-Jahre

Um Menschen auf Make-up neugierig zu machen, hat AIM Architecture für den Kosmetikhändler Harmay einen Shop entwickelt, der ganz großartig aus der Zeit gefallen scheint.

Schon einmal von Harmay gehört? Tatsächlich ist der junge chinesische Beauty-Händler der wohl einzige seiner Art, der sich nicht bloß in Schönheits-Kreisen einen Namen gemacht hat. Sondern vor allem auch bei Architektur-Enthusiasten. Denn: Harmay nimmt seine Tätigkeit als Schmink-Utensilien-Verkäufer so ernst, dass auch jede Filiale aufgebrezelt wird, was das Zeug hält.

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Weniger salopp ausgedrückt: 2017 gegründet, hat Harmay in China gerade seinen neunten Shop aufgesperrt. Und damit das neunte architektonische Unikat geschaffen. Während die internationale Konkurrenz nämlich ausschließlich darauf baut, überall auf der Welt gleich auszusehen, geht man bei Harmay einen diametral anderen Weg: Jede Filiale soll unverwechselbar sein. Soll mit dem Ort, an dem sie steht, in Kontakt treten aber gleichzeitig immer auch das Thema Schönheit transportieren.

Mehr als nur Make-up

Damit das gelingt, hat sich das aufstrebende Unternehmen – soeben konnte es eine Finanzierung in der Höhe von 200 Millionen Dollar vermelden – ein Architekturstudio auserkoren, dass alle Filialen entwickelt. AIM Architecture entwickelt seit der ersten Eröffnung für jede neue Filiale ein einzigartiges Konzept. So sieht etwa der Laden in Peking aus, als würden Gut und Böse, Yin und Yang oder eben Schwarz und Weiß gegeneinander antreten. Und dennoch im Gleichgewicht bleiben. Der ebenfalls in Peking verortete Flagshipstore wiederum gibt sich dem Industrial-Chick hin und rückt alles was mit Farbe zu tun hat in eine Welt, die sich in Puderdosen und Schminkfläschchen verbirgt.

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Das Büro als Kosmetik-Tempel

Nun aber ist AIM Architecture mit dem neuesten Store in Hangzhou ein ganz besonderer Clou gelungen. Dieses Kosmetikgeschäft wirkt, als wäre es direkt aus den 70er-Jahren ausgebrochen! Auf zwei Etagen bekommt hier nun jeder Besucher das Gefühlt vermittelt, eine Zeitreise unternommen zu haben. Das liegt ganz offensichtlich natürlich an der gewählten Farbpalette. Gedämpfte Gelb-, Orange und Brauntöne – wie sie in den 70ern beliebt waren – dominieren die Räume. Ein Wollteppich der Marke Findeisen, Schiebetüren aus Milchglas und lindgrüne Regale komplettieren diese Zeitsprung-Illusion.

Wir wollten eine farbenfrohe Version davon schaffen, da physisches Einkaufen hier einfach nur zum Spaß ist.

Wendy Saunders, AIM-Gründerin
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Besonders markant sind allerdings die grellgelben Schreibtische mit den Retro-Stühlen und den akkurat gestalteten Schubladensystemen. Klar, genau so war das einmal, in den Bürosälen längst vergangener Tage. Doch hier im Harmay-Store werden die Schreibtische nicht für langweilige Büroarbeit genutzt. Hier wird an ihnen Make-up probiert. Praktisch, dass in den Laden nun jede Menge Nachschub lagern kann.

Einblicke in die Harmay-DNA

Um das Einkaufserlebnis auch auf die Außenwelt zu übertragen, haben sich die Architekten einen besonders smarten Kniff überlegt: Neben jenem Schreib-Schminktisch ist ein Bullaugenfenster eingelassen. So sollen neugierige Blicke angezogen werden und Menschen von der Straße zu einem Blick in die 70er-Jahre verleitet werden.

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„Hier in China ist die Realität so, dass die Menschen alles online kaufen, überall und jederzeit“, sagt AIM-Gründerin Wendy Saunders. „Wir wollten eine farbenfrohe Version davon schaffen, da physisches Einkaufen hier einfach nur zum Spaß ist.“ Mit dem Zeitsprung in die 70er möchte das Studio, den Kunden die Vorteile eines Einkaufserlebnisses im Laden gegenüber dem Online-Kauf vor Augen führen.

Dieses Konzept feiert das tägliche Leben und die Schönheit per se.

Wendy Saunders

Neben der Hommage an das besagte Jahrzehnt wollten Saunders und ihr Team aber eben auch ein Echo in der Umgebung erzeugen. „Dieses Konzept feiert das tägliche Leben und die Schönheit per se“, sagt sie. Übersetzt heißt das vermutlich: Schönheit ist irgendwie überall, wenn man sie nur sehen möchte. Und das tun wir gern.

Text: Johannes Stühlinger Bilder: Wen Studio

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