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12/15/2021

Kulturbau mit Schwung

Der Kulturbau „Grognon“ im belgischen Namur wirkt wie ein aus der Landschaft gewachsenes Wunderwerk. Jüngst fertiggestellt, soll man dort alles über Geschichte und Zukunft digitaler Technologien bestaunen können. Doch das Projekt hat noch weit mehr zu bieten.

Das jüngst fertiggestellte Ausstellungszentrum „Grognon“ bringt interessanten Schwung in die Welt moderner Kulturbauten. Und dies nicht nur, weil der von 3XN designte Komplex im belgischen Namur elegant geschwungene Formen aufweist. Ebensolche prägen schließlich auch andere Entwürfe des innovativen Architekten-Teams. Man denke nur an sein Naturkundemuseum in Shenzhen. Wobei: Die kreativen Dänen haben offenbar überhaupt ein Faible für extravagante Wellenlinien, wie sich am Sydney Fishmarket oder dem vielfach preisgekrönten „Olympic House“ in Lausanne zeigt.

Vielseitiges Verbindungsstück

Wie die genannten Projekte, glänzt auch 3XNs „Grognon“ wieder durch neue, spezielle Extras, die das Bauwerk zum Highlight machen. Für sein Umfeld ebenso, wie für Besucher. Denn die Architekten haben Geschichte, Zeitgeist und auch Zukunft mitgedacht – und den Neubau zu einem spannenden Verbindungsstück vieler „Welten“ gemacht.

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Im Inneren dreht sich alles um Ursprünge und Innovationen digitaler Technologien. Das Ausstellungshaus selbst wiederum führt Landschaft und Architektur zusammen, indem es wirkt, als wäre es organisch aus ersterer gewachsen. Und weil es die Historie des Umlands respektiert, lädt das moderne Haus zugleich zu deren Entdeckung ein. Dass der neue Komplex auch Raum für Veranstaltungen und Erholung schafft, erweitert die Palette seiner Funktionen zusätzlich. 

Harmonie mit Land & Zeit

„Grognon“ umfasst 8.000 Quadratmeter Fläche und liegt da, wo die Flüsse Maas und Sambre zusammenfließen. Also direkt neben Namurs historischer römischer Zitadelle und dem wallonischen Parlament, das im geschichtsträchtigen Hospice Saint-Gilles residiert. Für den Betrachter ergeben Umland und Gebäude eine harmonische Einheit.

Ein Konzept, viele Vorzüge

Diese Verschmelzung war auch Ausgangspunkt des Designs. Das Ziel erklärt Architekt und 3XN Senior Partner Jan Ammundsen so: „Ein architektonisches Konzept, sowohl für den öffentlichen Platz als auch für das Kulturgebäude, bietet eine Einrichtung, die gleichzeitig einfach und geradlinig und voller Erfahrungen und Variationen ist. Der Platz und das Gebäude zusammen schaffen eine bedeutende Location und eine Identität für diesen einzigartigen historischen Ort“.

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Durch diesen Ansatz wurde es möglich, das zeitgemäße „Grognon“ in die sensible und geschützte Landschaft einzufügen. Das Gebäude ist so designt, dass es sich mit organischen Kurven in kontinuierlicher Bewegung übers Gelände zieht. Und so, dass sich der historische Park über dem Neubau fortsetzt.

Der Ausstellungskomplex wird als Landschaft neu konzipiert, indem bewusst entsprechende Schwerpunkte gesetzt wurden. So spielten respektvoller Maßstab, Form und kontinuierlicher Dialog mit Ort und Geschichte eine gewichtige Rolle. Allerdings nie ohne die Zukunft mit zu bedenken.

Einladung zum Spazierengehen

Für Besucher, die vom Stadtzentrum zum „Grognon“ spazieren, ist ein neuer Fußgängerweg entlang der Sambre vorgesehen. Dieser führt mit einem kurzen Tunnel unter der neuen Straße hindurch. Und er sorgt für physische und visuelle Vernetzung. Denn er verbindet sowohl den Platz als auch das Parkhaus und eröffnet beidseitig freien Blick auf die Flüsse und die Plaza.

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Breite, begrünte Treppen des öffentlichen Platzes führen zur Maas hinunter. Sie laden dazu ein, zu verweilen und den Blick aufs Wasser zu genießen. Über die Stufen gelangt man zu einem mit Kopfstein gepflasterten Weg entlang des Flusses und einer optionalen schwimmenden Plattform. Diese kann für musikalische Darbietungen, zum Angeln oder einfach für entspannte Stunden genutzt werden.

„Grognon“ als Erholungszone

Den Platz hat das 3XN Team fürunterschiedlichste Events bereit gemacht: „Es ist unsere Vision, dass er eine Vielzahl von städtischen Veranstaltungen, Straßenkünstler und Straßentheater anzieht und somit als aktiver Raum in der Stadt fungiert“. Auch das Dach des „Grognon“ wartet mit Annehmlichkeiten auf: Wer möchte, kann auf dem Gebäude spazieren gehen und sich an der schönen Aussicht erfreuen. Unzählige Sitz- und Begegnungsmöglichkeiten laden dort, aber auch rund um den Neubau dazu ein.

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Besucher können buchstäblich auf das begrünte Dach hinaufflanieren. Eine Reihe verzinkter Stahllamellen unterbricht die verglaste Fassade und bildet ein sanftes, abfallendes Muster an der Außenseite. Die Lamellen werden mit dem Gefälle des Gebäudes immer breiter, bis die Außenhaut vollständig bedeckt ist. Alle Materialien sind einfach und solide. Sie wurden so gewählt, dass „Grognon“ und seine Plaza auch auf lange Sicht nicht an Ästhetik verlieren.

Flexible Räume

Der halbrunde Kulturbau beherbergt ein großzügiges, eineinhalb-geschossiges Foyer und einen Mehrzwecksaal. Um Flexibilität zu wahren, wurde die Zahl der Säulen geringgehalten und auf Schiebetüren gesetzt. Der gesamte Raum öffnet sich zum Platz hin, wodurch die Barriere zwischen Innen und Außen aufgehoben wird.

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Die Rezeption in der Empfangshalle heißt Besucher willkommen und leitet sie weiter ins Innere des „Grognon“ Ausstellungskomplexes. Das Foyer verfügt über interaktive Tools mit denen man Namur, das Gebiet und Projekte, die die Stadt prägen werden, erforschen kann. Geplant sind überdies Konferenzen, bei denen Bürger zur Mitwirkung an Gestaltungsprozessen ihrer eingeladen werden.

Genuss am Fluss

Eine Wendeltreppe führt hinunter zum Restaurant mit seiner offenen Küche. Von dort aus bietet sich grandioser 180-Grad-Blick auf die Flussmündung und die Stadt. Auf der unteren Ebene befinden sich außerdem ein Bürobereich, Lagerräume und ein Technikraum.

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Im Fokus des außergewöhnlichen Ausstellungszentrums stehen, wie erwähnt, Geschichte und Zukunft digitaler Technologien. Entsprechend wird „Grognon“ eine breite Palette von Aktivitäten und Erfahrungen präsentieren, die moderne Tools für die Besucher zugänglich machen.

Kulturbau mit vielen Vorzügen

Mit dem Design beauftragt wurde 3XN von der Stadt Namur, De Graeve und Duchet & Nonet. Und das mehrfach ausgezeichnete Architektenteam dürfte die Erwartungen der Auftraggeber voll erfüllt haben.

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Mit „Grognon“ lockt ein spannender und doch dezent ins Umfeld eingefügter Blickfang an den Zusammenfluss von Sambre und Maas. Einer, der nicht nur an Technologie interessierten Besuchern viel zu bieten hat, sondern auch neue Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten schafft. Ganz im Stil des auf nachhaltige Lebensqualität konzentrierten Architekturstudios. Anders gesagt: Ein Kulturbau der besonderen Art, der die Region schwungvoll bereichert.

Text: Elisabeth Schneyder

Bilder: Philippe Piraux / 3XN

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