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08/01/2022

Größte US-Bank bald mit neuer Mega-Zentrale

Foster + Partners sowie der Auftraggeber JPMorgan Chase wollen an der Nummer 270 Park Avenue einen neuen Büroturm der Superlative hinstellen. Das 60-stöckige Gebäude mit 230.000 Quadratmetern Fläche übertreffe bisherige Nachhaltigkeitsstandards, biete viel Wellness und New Yorkern den Durchblick.

Die vielseitigste aller Metropolen hat ihren eigenen Rhythmus, die Park Avenue ihr unverwechselbares Straßenbild. Foster + Partners sowie der Auftraggeber JPMorgan Chase wollen an der Nummer 270 Park Avenue nicht nur einen neuen Büroturm der Superlative hinstellen, jedenfalls nach nachhaltigen Gesichtspunkten, sondern auch ansprechendes Design und viel Wellness für die Mitarbeiter bieten.

Vielen Menschen, die meditieren, sich mit fernöstlicher Philosophie beschäftigen, Yoga betreiben, ist seine sonore Stimme bestens bekannt: Deepak Chopra. Der heute in Kalifornien lebende Autor und Experte für alternative Heilmethoden indischer Abstammung plant gemeinsam mit dem amerikanischen Professor Joseph G. Allen alles Nötige, damit es den Mitarbeitern der größten Bank der USA künftig wohl ergehen möge.

270 Park Avenue: ultimatives Post-Covid-Büro

Denn JPMorgan Chase wettet auf die Bank der Zukunft, auf das ultimative Post-Covid-Büro. Es wird mitten in Manhattan entstehen, am ehemaligen Standort, auf der 270 Park Avenue. Bei seiner Fertigstellung im Jahr 1961 war das Gebäude noch als Union Carbide Building bekannt.

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Das Bürohaus im Plaza District wurde einst von Natalie de Blois von SOM (Skidmore, Owings and Merrill) entworfen und hielt 50 Jahre lang den Rekord als höchstes von einer Architektin entworfenes Gebäude. Und es hält gleich noch einen Rekord: Es ist bislang das höchste freiwillig abgerissene Gebäude der Welt.

Das nach einem Entwurf von Foster + Partners entstehende neue Hauptquartier des Bankriesen wird jedenfalls jetzt ein mindestens 60-stöckiger Büroturm. Und abgesehen davon, dass man sich der Expertise von Wellness-Guru Chopra und jener von Allen als Direktor des Healthy Buildings-Programms an der Harvard University bedient, werden auch einige der wichtigsten Lehren aus der Corona-Pandemie aufgegriffen. Alles neu nach Corona denken befand man unter anderem auch bei den neuen Büros von Perkins Eastman in Pittsburgh als gute Idee.

Platz für bis zu 14.000 Beschäftigte

In einer Zeit, in der viele angesichts des Siegeszugs von Home Office beziehungsweise ortsunabhängigen Arbeitens die Notwendigkeit von Bürogebäuden generell in Frage stellen, ist der Entwurf des britischen Architekturbüros ein deutliches Plädoyer für das Büro. Aber eben nicht einfach irgendeines Büroturms. Für Bank-CEO Jamie Dimon ist der neue Hauptsitz in bester New Yorker Lage eine „langfristige Investition in unser Geschäft und in die Zukunft von New York City”.

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Der bis dato 52-stöckige JPMorgan-Turm wurde zwar 2012 einer umfassenden Renovierung unterzogen, um ihn energieeffizienter zu machen und hat sogar auch die LEED-Platin-Zertifizierung des USGBC erhalten. Er war jedoch eigentlich nur für 3.500 Mitarbeiter angelegt, viel zu wenig, denn schon jetzt beschäftigte JPMorgan Chase rund 6.000 Menschen. Vonseiten der Bank ist geplant, Teile des Gebäudes zu vermieten, sodass in Summe sogar bis zu 14.000 Beschäftigte dort ein- und ausgehen könnten.

50 Prozent mehr Gemeinschaftsflächen

Dies könnte auch gut zu schaffen sein, denn der neue Büroturm soll 2,4 Millionen Quadratfuß (rund 230.000 m2) Arbeitsfläche bieten. Es handelt sich um „flexible und kollaborative Räume, die sich leicht an die Zukunft der Arbeit anpassen lassen”, so das Architektur-Büro, das auch darauf hinwies, dass jeder Person 25 Prozent mehr Platz zur Verfügung stehen werden, als im alten Union Carbide Haus.

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Die Mitarbeiter werden mehr Wahlmöglichkeiten haben, wo und wie sie arbeiten, einschließlich Büros, weitere Arbeitsplätze, Cafés und Restaurants, Bibliotheken, Besprechungsräume, Telefonkabinen und vieles mehr. In einer großen und modernen Lebensmittelhalle mit verschiedenen Anbietern und gesunden Menüs wird für das leibliche Wohl gesorgt werden.

Markante Bronzeverkleidung

Er wird unter der Projektleitung von Tishman Construction errichtet. Erste Renderings des Gebäudes zeigen ein bronzefarbenes Gebäude, das seine Nachbarn in Midtown Manhattan überragt. Mit nur acht zusätzlichen Stockwerken wird das neue Gebäude Medienberichten zufolge fast doppelt so hoch sein, wie das alte, nämlich 423 Meter.

Der neue Büroturm 270 Park Avenue ist eine elegante Lösung, bei der die Architektur die Struktur und die Struktur die Architektur ist.

Norman Foster, Gründer und Vorstand von Foster + Partner

Insgesamt wird das Gebäude 50 Prozent mehr Gemeinschaftsflächen haben als der vorherige Turm. Geplant sind weiters ein großer Speisesaal, der von Gastronom Danny Meyer betrieben werden soll. Das „Weltklasse-Konferenzzentrum” ganz oben wird einen ungehinderten Blick auf die Stadt erlauben und Schauplatz für Kunden- und Mitarbeiter-Events sein.

Das am meisten vernetzte Hochhaus New Yorks

Foster + Partners betont außerdem, dass man 50.000 vernetzte Geräte einbauen werde, was aus dem 270 Park Avenue das „am meisten vernetzte, datengesteuerte Hochhaus New York Citys” machen würde.

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Und: Der neue globale Hauptsitz für die US-amerikanische Bank JPMorgan Chase & Co. soll nicht nur höchsten Nachhaltigkeitsstandards entsprechen, sondern diese sogar übertreffen, wurde vor kurzem bei der Präsentation der Pläne betont. So wurden nach Angaben von Foster + Partners 97 Prozent der Baumaterialien aus dem Abriss recycelt, wiederverwendet oder upgecycelt – damit habe man die LEED-Anforderung von 75 Prozent weit übertroffen.

270 Park Avenue als erstes Umwidmungsprojekt

270 Park Avenue ist damit das Leuchtturmprojekt und das erste im Rahmen von New York Citys Plan zur Umwidmung von Midtown East. Dieser Masterplan fördert den Bau moderner Bürogebäude und die Verbesserung des öffentlichen Raums und des Verkehrssystems des New Yorker Geschäftsviertels. Das städtebauliche Konzept soll dabei helfen, den Stadtteil als zentralen Wirtschaftsstandort abzusichern.

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Das vollelektrische Gebäude werde sich durch Netto-Null-Emissionen sowie ein großzügiges Angebot an ebenerdigen Freiflächen auszeichnen, darunter einen weitläufigen öffentlichen Platz mit Grünflächen auf Straßenniveau.

Verbunddecken aus Stahl und Beton mit Randverstrebungen ermöglichen stützenfreie Büroetagen. Die Menge des erforderlichen Baustahls wurde so auch gleich gegenüber einer traditionellen Aussteifung um zehn Prozent reduziert, wie es heißt.

270 Park Avenue erhält Energie aus Wasserkraft

Die Hauptenergiequelle wird erneuerbare Energie aus einem Wasserkraftwerk im Bundesstaat New York sein. Das bedeutet, dass die Nutzung des Gebäudes keine Treibhausgasemissionen verursachen wird. Die intelligente Gebäudetechnologie wird Sensoren, KI und maschinelle Lernsysteme nutzen, um den Energiebedarf vorherzusagen, darauf zu reagieren und sich anzupassen.

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Geschosshohe, dreifach verglaste Fenster sowie modulare, automatische Sonnenschutzsysteme sind nur einige der Nachhaltigkeitsmerkmale. Die Dreifachverglasung der gesamten Fassade des Turms ermöglicht eine höhere Energie-Energieeffizienz, da die Sonneneinstrahlung besser genutzt und der Wärmeverlust in Grenzen gehalten wird.

Viel natürliches Licht, gesundes Innenraumklima

Es wurde darauf geachtet, natürliches Licht optimal zu nutzen – das neue Design werde „30 Prozent mehr Tageslicht einbringen, als es bei klassischen Bürogebäuden“ der Fall sei – und ein gesundes Innenraumklima zu haben. Das Gebäude wird auch über fortschrittliche Wasserspeicher- und -Wiederverwendungs-Systeme verfügen, die den Wasserverbrauch um mehr als 40 Prozent gegenüber traditionellen Bauwerken senken.

270 Park Avenue wird ein neues Wahrzeichen sein, das sowohl auf seinen historischen Standort als auch auf das Erbe von JPMorgan Chase in New York eingeht.

Norman Foster, Gründer und Vorstand von Foster + Partners

Das tatsächliche Ziel, Netto-Null-Emissionen, ist freilich für ein Gebäude dieser Größe eine Herausforderung. Man wird mit der Zeit sehen, ob die Skeptiker oder die Optimisten recht behalten.

Signature-Stil

Die Umgebung verlangt nach einer zeitlosen Ergänzung der Park Avenue, die gleichzeitig die ikonische architektonische Geschichte der Stadt würdigt, heißt es bei Foster + Partners. Dennoch soll auf einen Blick klar sein, dass das neue Gebäude für die nächste Generation an Bürotürmen steht. Es soll sozusagen seinen eigenen Signature-Stil haben.

Architektonisch gesehen wird das Gebäude aus schmalen, geradlinigen, abgestuften Formen bestehen. So wird es ein wenig wie ein gestuftes Kartenspiel aussehen. Die Glasfassaden werden an den Rändern durch Metalldetails eingefasst, die Breitseite der geradlinigen Volumen wird von rautenförmigen Fachwerkbindern durchkreuzt.

Durchblick bis zur Madison Avenue

Das sich nach unten verjüngende Erdgeschoss hat an den Sockelseiten jeweils innovative dreiecksförmige Fächersäulen. So scheint das gesamte Gebäude auf Stelzen zu stehen. Aber, was damit erreicht wird, und worauf sich die Bewohner New Yorks jetzt schon freuen können ist, dass man damit einen großen öffentlichen Platz an der Madison Avenue schafft. Es handelt sich um einen POPS – einen Private Owned Public Space –, einen öffentlichen Raum in Privateigentum, der eine „bepflanzte Oase mit Bäumen” werden soll.

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„Indem wir das Gebäude etwa 24 Meter über den Boden heben, erweitern wir den Blickwinkel vom Eingang der Park Avenue bis zur Madison Avenue”, heißt es bei Foster + Partners. Es werde 2,5 Mal mehr Außenfläche im Erdgeschoss bieten, als zuvor, mit breiteren Bürgersteigen und natürlichen Grünflächen.

Optimale Lage am Knotenpunkt Grand Central

Der damalige 1,5-Millionen-Fuß-Turm wurde einst direkt über den Bahngleisen gebaut, die zum Grand Central Terminal führen. Aufgrund des einfachen Zugangs zu allen Teilen von New York City befindet sich das Objekt in einer einzigartigen Lage.

270 Park Avenue liegt an den Querstraßen 47th & 48th Street. U-Bahn-Linien, die unmittelbar zum Büroturm führen, sind die Züge 4, 5, 6 und 7. Die Mitarbeiter haben auch Zugang zu den Metro North- und Amtrak-Linien außerhalb Manhattans.

Biophile Elemente und Materialien

Biophile Elemente wurden in fast jeden Aspekt der Innenarchitektur einbezogen, etwa der Einsatz von Pflanzen, zirkadianer Beleuchtung und ergonomischer Möbel. Bei allem wurde darauf geachtet, VOC-schwach emittierende Materialien zu verwenden. Dies sind etwa Kohlenwasserstoffe, Alkohole, Aldehyde und organische Säuren (VOC sind „Volatile Organic Compounds”).

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Die Gestaltung der Wellnessbereiche für die Mitarbeiter wurde Deepak Chopra anvertraut, die Luftqualitätskontrolle obliegt Joseph G. Allen, Direktor des Healthy Buildings Program in Harvard und außerordentlicher Professor an der T. H. Chan School of Public Health der Universität.

Zu den Wellness-Einrichtungen zählen Fitnessbereiche, Yoga- und Fahrradräume, Räume für Physiotherapie und medizinische Versorgung, Mütterzimmer sowie Gebets- und Meditationsräume. Allen, der an den Zusammenhängen zwischen Büro-Interiors und Performance und Produktivität geforscht hat, beriet zu Fragen der Belüftung, die eine überdurchschnittlich hohe Frischluftzufuhr ermöglicht und zwecks Reinheit mit fortschrittlichen Filtersystemen ausgestattet ist.

Text: Linda Benkö Renderings: dbox/Foster + Partners, LightField London, Foster + Partners

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