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09/14/2022

Form folgt – Energieee!

Der von IAAC entworfene Endesa Pavilion definiert das klassische Architekturzitat „Form folgt Funktion“ neu. Das entwickelte Objekt konzentriert sich in jedem Detail auf die Gewinnung von Sonnenenergie.

Es ist vielleicht einer der ältesten klar definierten Design-Grundsätze: Die Form folgt der Funktion. Postuliert hat ihn allerdings kein Architekt, sondern ein Bilderhauer. Und zwar Horatio Greenough im Jahr 1852. Allerdings wurde der Begriff schon wenige Jahre später von Louis Sullivan, einem der ersten großen US-Hochhausarchitekten, aufgegriffen. Er veröffentlichte 1896 den Aufsatz „The tall office building artistically considered“ in dem er von FFF (Form folgt Funktion) spricht.

Weise Worte aus alten Schriften

Zitat daraus: „Es ist das Gesetz aller organischen und anorganischen, aller physischen und metaphysischen, aller menschlichen und übermenschlichen Dinge, aller echten Manifestationen des Kopfes, des Herzens und der Seele, dass das Leben in seinem Ausdruck erkennbar ist, dass die Form immer der Funktion folgt.“

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Dieser architektonische Leitsatz wurde nun von IAAC (Institute for Advanced Architecture of Catalonia) nicht nur besonders deutlich aufgegriffen. Die Architekten haben vielmehr die Aussage präzisiert, haben sie an die heute viel differenzierte Welt angepasst.

Endesa Pavilion als Leitobjekt

Für den soeben vorgestellten Endesa Pavilion entwickelten sie daraus die Formulierung „Form folgt Energie“. Die dahinterliegende Logik erschließt sich auf den ersten Blick: Der gesamte Endesa Pavilion dient einzig und allein dem Zweck, möglichst viel Sonnenenergie zu sammeln. Diese in Strom umzuwandeln und den mittels smartem Hausmanagement zu nutzen.

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Eben deshalb sieht das Objekt auch eher überraschend aus. Es ist weniger ein Haus, als eine auf den ersten Blick eher unlogische Ansammlung unterschiedlich großer Kastenstrukturen. Die Architekten erklären die Optik naturgemäß mit dem selbst definierten Leitsatz.

Einzelne Module werden ein Ganzes

Sie sagen: „Die Fassade besteht aus einer modularen Anordnung, bei der jede Komponente wie ein Solarziegel zusammengesetzt ist. Jedes einzelne Element orientiert sich an der jeweils individuellen photovoltaischen Erfassung, dem Sonnenschutz, der Isolierung, der Belüftung und der Beleuchtung.“ Der gleichen Logik hat man aber auch die Anordnung der unterschiedlichen Elemente unterworfen. „Jedes Teil ist an die spezifischen Umgebungsanforderungen angepasst, da jeder Winkel und jede Ebene auf das gewünschte Ziel ausgerichtet sind!“

Immer der Sonne nach

Das heißt im Klartext, dass sich die Fassade primär nach dem Sonnenverlauf richtet. „Sie wird nach Süden hin durchlässig, während sie nach Norden hin geschlossen und schützend wirkt. Das Verhalten dieser klar definierten Haut macht die Umwelt- und Klimaprozesse, die die Prototypen durchweben, deutlich sichtbar“, so die Planer.

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Höhere Überhänge, die durch die ungewöhnliche Anordnung der einzelnen Kuben entstehen, ermöglichen nicht bloß eine größere Energiegewinnung. Sie bieten zudem einen besseren Schutz vor der einfallenden Strahlung im Sommer. So wird jedes Solarenergie gewinnende Bauteil gleichzeitig zum Schattenspender. Das hilft dabei, die gewonnene Energie nicht unnötig für übermäßige Kühlung zu verlieren.

Energiemanagement als komplexe Sache

Diese Darstellung des dem Endesa Pavilion innewohnenden Energiemanagement ist freilich nur vereinfacht. Hinter der Fassade geht es in jedem Element hochkomplex zu. Man kann sich den Bau ein bisschen wie einen Bienenschwarm vorstellen: Jedes einzelne Element erfüllt für sich alleine alle Aufgaben, die es zur Maximierung von Energiegewinnung und Energiemanagement benötigt. Doch gemeinsam bilden die Teile eine Art Schwarm, der in Summe noch besser funktioniert, als jedes Element für sich.

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Um das im täglichen Betrieb garantieren zu können, haben die Architekten eine eigene Solarberechnungssoftware entwickelt. Diese ist mit der Logik der parametrischen Planung verbunden. „Sie ermöglicht es uns, jederzeit eine optimierte Lösung zu finden. Jedes Modul, an jedem Punkt, reagiert deshalb mit analytischer Genauigkeit auf die spezifischen Belastungen der besonderen Ausrichtung und Position“, heißt es von IAAC.

Endesa Pavilion als 3D-Puzzle

Errichtet wird der Endesa Pavilion übrigens fast zur Gänze in einer Fertigungshalle. Auf dem Bauplatz werden dann die einzelnen Elemente bloß noch zusammengesetzt. „Es ist wie ein gigantisches 3D-Puzzle“, sagen die Architekten. Aber selbst bei diesem hilft ihnen eine Software, die jeden Arbeitsschritt überwacht. Damit am Ende die Form nicht etwa ohne Funktion ist. Also ohne Energie zu gewinnen bloß sinnlos in der Landschaft herumsteht.

Text: Johannes Stühlinger Bilder: Adrià Goula

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