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12/06/2021

D wie Dekarbonisierung

Der spanische Energieversorger Naturgy hat sein neues Headquarter bezogen: Den Bürokomplex D525. Der ehemalige Wohnblock der 1970er Jahre wurde umweltfreundlich saniert. Die nachhaltige Immobilie in Barcelona verfügt unter anderem über eine ganz spezielle Fassade.

Nachbessern muss sein – das hat man beim historischen Kompromiss der UN-Klimakonferenz COP26 im November 2021 in Glasgow gesehen. Schon bis Ende des Folgejahres sollen die Länder ihre (unzureichenden) Klimaschutzpläne – wenngleich auf freiwilliger Basis – nachschärfen.

Zur weltweiten Kraftanstrengung, die Dekarbonisierung voranzutreiben, also die Kohlendioxidemissionen durch den Einsatz kohlenstoffarmer Energiequellen massiv zu reduzieren, müssen gerade auch Energieversorger beitragen. Stehen sie doch verstärkt unter Beobachtung, auch der Abnehmer.

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D525: Nachhaltigkeit auf Barcelonas Avenida Diagonal

Und so führen Klimawandel und Energiewende auch bei der Naturgy-Gruppe seit geraumer Zeit zur Transformation des Geschäftsmodells. Der spanischen Energie-Versorger gilt nach eigenen Angaben als einer der fünf nachhaltigsten weltweit. Das war sicher nicht von Anfang an der mehr als 175-jährigen Unternehmensgeschichte so.

Der Beitrag von Naturgy zur Dekarbonisierung spiegelt sich nicht nur in der Ausrichtung auf Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wider, sondern auch in der Wahl des neuen Standorts in Barcelona.

Der neue Hauptsitz liegt auf der Avenida Diagonal, oder Avinguda Diagonal, wie die „Diagonale Allee” auf Katalanisch heißt. Von daher kommt der Name des umweltfreundlichen Bürohauses D525. Vormals ein Wohnblock, wurde das Gebäude nach nachaltigen Maßstäben renoviert und in ein avantgardistisches Büroobjekt umgewandelt.

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Gold-Zertifizierung nach LEED-Standard

Das Projekt wurde von sanzpont arquitectura entworfen, mit dem Ziel, Umweltbelastungen zu reduzieren und die Nutzungsdauer des Gebäudes zu verlängern. Bei der Ausführung wurden Materialien verwendet, die einer strengen Überprüfung hinsichtlich Umweltverträglichkeit standhalten. Zudem wurde ein Umweltqualitätsmanagementplan erstellt, heißt es bei sanzpont.

Das ursprüngliche Gebäude wurde in den 1970er Jahren zu Wohnzwecken genutzt. Von daher hätte es „einige strukturelle Probleme” aufgewiesen, wird betont. Trotz dieser Herausforderungen erfüllte das Projekt alle für eine Gold-Zertifizierung nach dem LEED-Standard erforderlichen Planungs- und Bauanforderungen.

LEED steht für Leadership in Energy and Environmental Design. Die Rating-Methode für ökologisches Bauen wurde vom U.S. Green Building Council 1998 entwickelt. Doch längst schon wird an neuen und auch strengeren Standards getüftelt. So arbeitet die Internationale Organisation für Normung – kurz ISO (International Organization for Standardization) – an einem neuen globalen ISO-Standard für CO₂-Neutralität.

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Insbesondere die Fassade und das Dach wurden nach einer detaillierten Klima- und Umweltstudie so konzipiert, dass sie maximal zur Wärme- und Schalldämmung beitragen. Einerseits helfen sie so Energie sparen, andererseits erzeugen sie dank Photovoltaik-Zellen erneuerbare Energie.

Photokatalytisch gereinigte Luft

Das Besondere beim D525 aber sind seine photokatalytischen Fassaden aus Krion. Der Mineralwerkstoff besteht zu zwei Dritteln aus natürlichem Material und zu einem geringen Prozentsatz aus hochfesten Kunstharzen. Photokatalyse ist die Umwandlung chemischer Substanzen unter dem Einfluss von Licht.

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Die Krion-Fassadensysteme sind ökologisch, langlebig, robust und widerstandsfähig gegen extreme Witterungsverhältnisse. An der glatten, porenfreien Oberfläche bleibt fast kein Schmutz haften. Gleich einem Lotusblatt reinigt sie sich damit sozusagen von selbst. Zudem vollzieht sich ein chemischer Prozess sobald Licht darauf fällt: Das Ergebnis ist antibakteriell gereinigte Luft.

Das Fassadendesign mit den klaren und aerodynamischen Linien wiederum spricht eine lebendige, bewegte und avantgardistische Formensprache.

Nachhaltige Immobilie mit ökoeffizienter Fassade

Doch die Photokatalyse ist nicht das einzige Merkmal der Gebäudehülle: Die Fassade hilft Wärme zu dämmen, den Energieverbrauch zu mindern und damt die Gebäude-Bilanz zu verbessern. Die Südfassade ist mit Photovoltaik-Lamellen ausgestattet. In den wärmeren Monaten des Jahres bieten diese zudem Schutz vor der Sonne.

Die PV-Elemente erzeugen den Angaben zufolge genug Energie, um ohne CO2-Emissionen 1.562 Lichtpunkte (Anm.: Straßenbeleuchtung und dergleichen) für vier Stunden am Tag zu betreiben, und das bis zu 35 Jahre lang.

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Dachgarten mit endemischen Pflanzen

Eine Dach-Grünfläche darf beim D525 selbstverständlich nicht fehlen. Der größte Teil der Begrünung entfällt auf einen Garten mit einheimischen Pflanzenarten. Sie bilden eine zusätzliche Isolierschicht und tragen so ebenfalls zur Maximierung der Energie-Bilanz und zu einem guten Mikroklima bei.

sanzpont arquitectura wurde von den Zwillingsbrüdern Victor und Sergio Sanz Pont mitbegründet. Sie betrachten Architektur als funktionale Kunst, die sich bioklimatisch an den Standort anpassen muss. Standorte des Unternehmens sind neben Barcelona Cancun und Chicago.

Text: Linda Benkö Fotos: v2com; David Cardelús/©Naturgy, Dani Rovira/©Colonial, Sergio Sanz©Sanzpont

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