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MEIN GELD
12/06/2021

Rückhalt bei Rechtskonflikten

Es ist ein Szenario, vor dem niemand gefeit ist: Plötzlich ist man Beklagter in einem Rechtsstreit. Und zusätzlich zum Ärger und zur Unsicherheit drohen auch noch Anwaltskosten in unbestimmter Höhe.

Der Sinn einer Rechtsschutzversicherung ist es, vor nicht planbaren Risiken zu schützen. „Geht ein Prozess verloren, können hohe Anwalts-, Gerichts- und Sachverständigenkosten entstehen. Eine Rechtsschutzversicherung kann einem dieses Kostenrisiko abnehmen“, erklärt Versicherungsmakler Gernot Mirko Ivanic. Die Kostenübernahme ist jedoch mit der vereinbarten Versicherungssumme maximiert. Diese liegt je nach Vertrag zwischen 50.000 Euro und 150.000 Euro.

Doch Achtung: Oft wird die Rechtsschutzversicherung auch mit der Haftpflichtversicherung verwechselt: Eine Haftpflichtversicherung – die meistens in einer Haushaltsversicherung inkludiert ist –, ist nur zur Abwehr oder Befriedigung von allgemeinen Schadensersatzansprüchen Dritter zuständig. Nicht jedoch zur aktiven Geltendmachung eigener Ansprüche gegen Dritte bzw. zur Abwehr von Ansprüchen aus Strafverfahren. Dazu braucht es eine private Rechtsschutzversicherung.

Rechtzeitig versichern

Wichtig ist es, rechtzeitig an einen Rechtsschutz zu denken. Wenn bereits der Hut brennt, ist es für den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung nämlich zu spät, da bestimmte Wartezeiten eingehalten werden müssen. Man sollte auch laufend den Rechtsschutz überprüfen, ob er noch den aktuellen Anforderungen entspricht, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Bausteine individuell wählen

Die Vielzahl unterschiedlicher Rechtsschutz-Bausteine werden von den Versicherungen meist zu Rechtsschutzpaketen zusammengefasst und sind je nach Bedarf auch individuell kombinier-, erweiter- oder einschränkbar. Dabei gibt es verschiedene Rechtsschutz-Bausteine wie etwa Schadenersatz- und Straf-Rechtsschutz, Allgemeiner Vertrags-Rechtsschutz, Erb- und Familienrechtssachen, Grundstückeigentum und Miete, Arbeitsgerichts- und Sozialversicherungs-Rechtsschutz. Der Kfz-Rechtsschutz ist ebenfalls sinnvoll, da hier die häufigsten Rechtsschutz-Schadensfälle auftreten und das Kostenrisiko beispielsweise nach einem Verkehrsunfall mit schweren Verletzungen und unklarer Verschuldensfrage besonders hoch sein kann.

Mit dem Baustein Versicherungsvertragsstreitigkeiten können Konsumenten gegen ihre private Unfall-, Haushalts- oder Kaskoversicherung vorgehen, wenn sie in einem Schadensfall nicht leistet.

„Besonders wichtig ist eine unabhängige Beratung mit Risikoerfassung, danach kann der passende Versicherer ausgesucht werden, denn es ist nicht jeder Versicherer in jedem Bereich gleich stark. Mann kann nicht einfach nur die Pakete vergleichen, man muss auch die Bedingungen vergleichen”, so Ivanic .

Wer ist versichert?

Rechtsschutzversicherungen werden zumeist für die ganze Familie abgeschlossen. Üblicherweise sind auch Ehegatten beziehungsweise Lebensgefährten und minderjährige Kinder mitversichert. Volljährige Kinder sind zumeist bis zum 27. Lebensjahr (teilweise auch kürzer) mitversichert, sofern diese noch in Ausbildung stehen, beziehungsweise im gemeinsamen Haushalt wohnen und noch kein eigenes regelmäßiges Einkommen haben.

Herta Scheidinger

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