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05/23/2019

Grant und Stolz

Unsere österreichische Milch ist von herausragender Qualität. Das ist sehr gut, aber nicht immer spaßig.

Ein bissl grantig schaut die Moni heut früh drein. Das bin ich gar nicht gewohnt von ihr. Normalerweise ist meine Cousine sogar um diese Zeit gut aufgelegt – als Vollzeit-Milchbäuerin kann sie sich einen gepflegten Morgengrant eigentlich nicht leisten. Also, was ist ihr über die Leber gelaufen?

„Na eh nix Schlimmes. Aber gleich kommt der Kontrolleur fürs Gütesiegel zu mir auf den Hof. Der überprüft, ob ich eh alle Vorgaben einhalte. Und das muss ich grad jetzt nicht haben. Es ist eh so viel zu tun. Der schaut sich alles ganz genau an. Zuerst den Stall mit allen Viechern, und dann auch noch den ganzen Papierkram der letzten Jahre. Das dauert mindestens eineinhalb, zwei Stunden, und ich hab’ meine Zeit ja nicht g’stohlen!“

Als ich die Moni zu Mittag wiedersehe, ist sie schon merklich entspannter. „Und, war es schlimm?“, frag ich. „Nein eh nicht. Ist ja alles in Ordnung bei mir im Betrieb. Und der Kontrolleur war ein ganz Lieber – selber ein Bauer, der kennt sich wirklich aus. Das gfallt ma!“ Aber jetzt bin ich neugierig: Wie oft passiert so eine Kontrolle eigentlich, und warum hat die Moni vorher schon davon gewusst? Ist der Sinn von solchen Kontrollen nicht, dass sie unangekündigt passieren?

„Als Milchbauern werden wir etwa alle drei Jahre kontrolliert“, erklärt die Moni. „Außer sie finden was – dann kommt spätestens nach einem Jahr wieder jemand, um zu schauen, ob alle Probleme behoben wurden. Jedenfalls erfahren wir von den routinemäßigen Kontrollen wenige Tage davor – aber nur, damit wir es uns einrichten können, dass wir auch wirklich da sind und Zeit haben.“ Einen Sauhaufen in einen Musterbetrieb zu verwandeln, ist in der kurzen Frist nicht möglich – aber bei Moni war das auch nicht notwendig. Und jetzt hat sie es wieder schriftlich, dass ihr Betrieb den Gütesiegel-Kriterien entspricht. Stall, Futter, Hygiene, Buchhaltung, Tierhaltung, -gesundheit. Ich verstehe Monis Grant. Und ihren Stolz auf: Keine Beanstandungen.

Interview mit Michael Wöckinger, Geschäftsführer des oberösterreichischen Milchprüfrings

Keine Fehler im System

Durch die AMA wird laufend kontrolliert, ob es unseren Milchkühen gut geht. Wird auch die Milch auf Qualität überprüft?

Bei der Abholung wird von jedem Bauernhof eine Milchprobe genommen. Laut Gesetz mindestens dreimal monatlich, die meisten Molkereien machen das weitaus öfter.

Was wird da alles untersucht?

Die Zellzahl und die Keimzahl – das sind Indikatoren für Hygiene.

Dann Fett und Eiweiß und die Gefrierzahl – die besagt, ob Milch verwässert ist.

Wenn Sie bei einer Probe feststellen, dass etwas nicht stimmt, ist die Milch dann nicht längst verarbeitet?

Der Tankwagenfahrer macht, bevor er die Milch in der Molkerei abliefert, einen Schnelltest. Falls der anschlägt, wird die Milch sofort entsorgt, wird nicht verarbeitet. Wir bekommen dann trotzdem die Proben und gehen der Sache nach.

Wie oft kommt das vor?

Nicht oft. Das Ziel der Bauern ist schließlich, ihre Kühe gesund zu halten – die sind ihre Mitarbeiterinnen. Beanstandete Proben liegen nicht einmal im Promillebereich.