Chronik | Wien
30.06.2018

„Zöllner haben Kampf gegen Darknet-Dealer aufgenommen“

Zoll zog im Postverteilzentrum Wien im ersten Halbjahr 2018 mehr Drogen aus dem Verkehr als im gesamten vergangenen Jahr

Die Suchtgift-Aufgriffe des Zolls im Postverteilzentrum Wien waren im ersten Halbjahr 2018 bereits mehr als doppelt so hoch wie im gesamten Vorjahr. Bisher wurden knapp 15 Kilogramm Drogen und rund 12.500 Stück Suchtgift-Tabletten aus dem Verkehr gezogen.

2017 wurden 7499 Gramm und 2910 Stück Drogen aufgegriffen, 2016 waren es 5670 Gramm und 2931 Stück Suchtgift. Einen Höchstwert bei der diesjährigen Zwischenbilanz weisen die Aufgriffe bei Postsendungen auf. „Den Kampf gegen die Darknet-Dealer haben unsere Zöllner erfolgreich aufgenommen“, sagt Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP). Und weiter: „Der Zoll zieht Drogen aus dem Verkehr, bevor sie auf den jeweiligen Umschlagplatz kommen. Ich gratuliere insbesondere den Diensthundeführern zu ihren Erfolgen.“ Rudolf Druml, der bundesweite Leiter des Diensthundewesens, sagt: „Pro Einsatz können unsere Zöllner im Postverteilzentrum Wien rund 70 Suchtmittel-Aufgriffe verzeichnen.“ Die Erfolge würden zeigen, dass es die suggerierte Anonymität im Internet und Darknet nicht gibt. „Auch Vergehen, die online begangen werden, werden geahndet.“

Hotspots: Oberösterreich, Wien, Burgenland

Die meisten Empfänger der aufgegriffenen Drogenlieferungen per Post sitzen in Oberösterreich, gefolgt von Wien und dem Burgenland. Die aufgegriffenen Sendungen werden an die Polizei zur weiteren Ahndung nach dem Suchtmittelgesetz übergeben. Nach diesem sind die Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr von Drogen verboten. Auch online sei man nicht vor der rechtmäßigen Strafverfolgung gefeit.

 

In der österreichischen Zollverwaltung sind derzeit 23 Diensthunde im Einsatz. Diese haben eine kombinierte Ausbildung hinsichtlich des Aufspürens von Drogen, Zigaretten, sowie Drogen und Bargeld. "Derartige Erfolge gegen die Drogenkriminalität  werden durch den Einsatz unserer Diensthundeführer und ihrer Diensthunde erst möglich", sagt Löger.

Die österreichischen Zoll-Dienshunde sind auch im Ausland im Einsatz. So hat die finnische Zollverwaltung etwa die österreichische  ersucht, im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft an der finnisch-russischen Grenze Unterstützung zu leisten.