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Chronik Wien WohnKURIER
09/01/2019

Wohnraum für die Generation „XYZ“

Zu Hause ankommen. In Neu Leopoldau wird auf „Junges Wohnen“ gebaut. Zwei Projekte, ein gemeinsames Ziel.

Die „Generation XYZ“ ist weder der Titel eines Rapsongs, noch der einer Sozialstudie. Sie steht für die Wohnphilosophie auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks in Wien Leopoldau, wo gerade verschiedene Bauprojekte abgeschlossen wurden und die Bewohner ihre Wohnungen beziehen. „Junges Wohnen“ war das Credo bei der Planung, aber auch des gesamten Wohnkonzepts für die Mieter – wobei „Jung“ für junggeblieben, kreativ und aufgeschlossen steht. So wird der Spirit der „Generation X“ (1965-1976) die Nachbarschaft genauso bereichern, wie die aufgeschlossene „Generation Y“ (1977-1998) und die Kreativität der „Generation Z“ (1999 – heute). XYZ ist also die Antwort auf eine neue Form des gemeinsamen Wohnens. Wo die Mieter der verschiedenen Generationen auch ihre Vorstellungen beim Wohnkonzept einbringen konnten.

„Sich zeigen“ können

In der Pfendlergasse 35 etwa entstand ein achtgeschoßiges Wohnhaus als Niedrigenergiegebäude mit 65 geförderten Mietwohnungen. Offen, modular und anlassbezogen nutzbar: Diese Kriterien musste das gesamte Gebäude erfüllen, um den Bewohnern einen bestmöglichen Mix aus Freiraum, Wohnraum und Sozialraum zu ermöglichen, heißt es von Seiten des Bauträgers SCHWARZATAL – Gemeinnützige Wohnungs- & Siedlungsanlagen GmbH, die besondere Wohnformen und die Verwirklichung von Baugruppenmodellen fördert und unterstützt.

Das Zentrum und Rückgrat des Hauses bildet ein großzügiges, von oben belichtetes Treppenhaus mit Luftraum. Alle Wohnungen sind dorthin mittels verglasten Eingangsportalen geöffnet. Licht gelangt von der Wohnung in das Treppenhaus und umgekehrt. Die Bewohner können sich zeigen: sie können ein kleines Studio bzw. einen Mini-Arbeitsplatz einrichten, ihre Sammlung ausstellen oder aber einen Vorhang montieren und Privatsphäre schaffen. Insgesamt soll diese Zone Raum zur Selbstverwirklichung bieten und die Kommunikation zwischen den Nachbarn fördern. Im Erdgeschoß befinden sich neben dem Gemeinschaftsraum und der Waschküche auch sechs Wohnungen mit Privatterrassen. In den Obergeschoßen verfügen die Wohnungen über Balkone und Terrassen.  Ein eigenes Wegnetz führt Bewohner und Spaziergänger durchs Grüne in die anderen Wohnobjekte des Areals Neu Leopoldau. Eines davon ist jenes in der Marischkapromenade 9-11, wo 91 geförderte Mietwohnungen realisiert wurden.

Mitbestimmen

„Junges Wohnen“ wird auch hier nicht nur auf das Alter reduziert, sondern um den Aspekt „Vielfalt“ ergänzt. Damit das Angebot für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen zur Verfügung steht, wurden einige Wohneinheiten in Kooperation mit sozialen Trägervereinen vergeben. Die Wohneinheiten sind sowohl für getrennt- und alleinerziehende Eltern, Singles und Großfamilien konzipiert, aber auch für Ältere und für Menschen mit Fluchterfahrungen, die im Zuge des Projekts bis zum Einzug professionell begleitet wurden.

LEO.part („part“ steht für partizipativ) lautet das Motto in der Marischkapromenade. Projektentwickler Maximilian Koller schildert: „Die Mieter hatten die Möglichkeit, sich in der Wohnanlage aktiv einzubringen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden interessierte Bewohner eingeladen, Gemeinschaftsräume und die allgemeinen Freiflächen gemeinsam zu planen. In moderierten Workshops konnten alle Interessierten die konkreten Nutzungen mitbestimmen und Ideen einbringen. Das ist sehr gut gelungen und hat bereits vor dem Einzug ein Zusammengehörigkeitsgefühl geschaffen.“

Die beiden Wohnprojekte sind Siegerprojekte des dialogorientierten, zweistufigen Bauträgerwettbewerbs „Neu Leopoldau-Junges Wohnen“ in Wien 21. www.neuleopoldau.at, www.schwarzatal.at, www.heimbau.at