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Chronik Wien WOHNKURIER
11/29/2020

Grün und unabhängig

In der Käthe-Dorsch-Gasse im 14. Bezirk blickt ein Wohnbauprojekt in Richtung Zukunft

KURIER: Was ist für Sie die wichtigste Neuerung beim Wohnprojekt Wientalterrassen?

Cilli Wiltschko: Es ist als Siegerprojekt bei einem Bauträgerwettbewerb des Wohnfonds Wien in Kooperation mit den ÖBB hervorgegangen. Zwei Aspekte waren hier zum ersten Mal im Fokus. Das Thema der AlleinerzieherInnen und wie dieser Bevölkerungsgruppe durch spezielle Wohnformen und ergänzende Angebote Rechnung getragen werden kann. Und die Aufgabenstellung, für den gesamten Bauplatz ein autarkes, nachhaltiges Energiesystem für Heizung und Warmwasser zu entwickeln.

Die Themen Ökologie und Gemeinschaft sind zentral. Welche zukünftigen Bewohner wollen Sie damit ansprechen?

Die Wohnhausanlage der WBV-GPA wird als geförderter Wohnbau errichtet. Eine Zielgruppe, die wir hier verstärkt ansprechen wollen, sind eben die AlleinerzieherInnen und Menschen die gerne Gemeinschaft erleben wollen. Die Angebote des Stützpunktes „All in Penzing“ sind an alle Altersgruppen gerichtet – vom Baby bis zu den SeniorInnen. Die Idee ist, Menschen zusammenzubringen und sich gegenseitig zu helfen. Die Ökologie ist bei diesem Projekt stark sichtbar – bereits in der Gestaltung des Freiraumes, der gemeinschaftlichen Terrassen- und Hofbereiche und auch der Begrünung von Fassadenbereichen. Das innovative Energiekonzept ermöglicht eine nachhaltige Versorgung der Wohnhausanlage – ohne Einsatz fossiler Brennstoffe. Die Wärmeversorgung erfolgt vollständig mit erneuerbaren Energiequellen, die am Grundstück gewonnen werden – ein Erdsondenfeld als Saisonspeicher, Solarabsorber und Abwasser-Wärmerückgewinnung sowie Wärmepumpen für Heizung und Warmwasserversorgung. Die Geschoßdecken erhalten eine Flächenheizung – und Kühlung, ein Novum im geförderten Wohnbau. Die Stromversorgung erfolgt über eine PV-Anlage und aus dem öffentlichen Netz.

Ganz allgemein: Wo sehen Sie in Wien die größten Herausforderungen im städtischen Wohnbau?

Die größten Herausforderungen im Wohnbau sind für uns sicher die hohen Grundstückskosten und die immer noch stark steigenden Baukosten. Dies trifft den geförderten Wohnbau umso härter, da wir hier Mietobergrenzen zwingend einzuhalten haben und es auch als unsere wichtigste Aufgabe sehen, ausreichend geförderten Wohnbau zu errichten. Hier sind wir über die neue Widmungskategorie „Geförderter Wohnbau“ sehr froh.

Hat das Pandemie-Jahr die Art, wie Bauprojekte umgesetzt werden, verändert?

Aus Sicht der Projektentwicklung und Planung eigentlich nicht besonders stark. Besprechungen werden jetzt verstärkt als Videokonferenzen abgehalten, die Sicherheit der Kollegen, Konsulenten, Bau- und Projektbeteiligten ist oberstes Ziel. Generell ist es im Bauablauf und den geplanten Fertigstellungen zu Verzögerungen gekommen, alle geplanten Übergaben mussten verschoben werden. Wohnungsvergaben haben sich verzögert, da Beratungs- und Vergabetermine nicht stattfinden konnten, die Problematik von Leerstehungen und Mietzinsminderung ist auch zu nennen. Die genauen Auswirkungen der Corona Pandemie lassen sich derzeit noch nicht exakt beziffern.

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