Beim Mobilitätsspiel „Beat the Street“ mussten die Teilnehmer, vor allem Kinder, so viele Kilometer wie möglich in ihrem Grätzel zu Fuß, per Rad oder mit dem Roller zurücklegen, um zu gewinnen.

© DDBVB/Khittl Konrad

Chronik | Wien | WohnKURIER
05/05/2019

Wie Simmering so richtig „smart“ wird

Gemeinsam g’scheiter. Die Initiative „Smarter Together“ der EU schafft mit der Stadt Wien Umweltbewusstsein.

Smarter Together – auf wienerisch: Gemeinsam g’scheiter – heißt eine geförderte Initiative der EU, die sich der Stadterneuerung widmet.

Seit 2016 starteten in ganz Wien zu der Initiative insgesamt 40 Projekte, von denen vor allem die jungen Bewohner Wiens profitieren sollen. Die meisten der Projekte fanden im Bezirk Simmering statt. Der WOHNKURIER hat gesammelt, was durch die Initiative in den vergangenen drei Jahren in Wien geschehen ist.

Kinder erforschen, wie sich die Umwelt verändert

Wie wird die Zukunft aussehen? Diese Frage stellten sich die teilnehmenden Kinder bei einem Workshop der Smarter-Together-Initiative. Dieser wurde gemeinsam mit dem Verein „Science Pool“ veranstaltet. Der Verein macht es sich zur Aufgabe, naturwissenschaftliches Wissen weiterzugeben – in diesem Fall an zahlreiche Volksschulkinder in Simmering.

Die Kinder erfuhren, wie sie sich verhalten können, um die Umwelt zu ihren Gunsten zu gestalten. Damit die Kinder jederzeit Umweltthemen erforschen können, stellte die Initiative im September in der städtischen Bücherei in der VHS Simmering zusätzlich einen Touchscreen-Computer für ihre Bücherei zur Verfügung.

Tausende Meter durchs Grätzel zurücklegen

Das Mobilitätsspiel „Beat the Street“ soll einen gesunden Lebensstil fördern: Jeder Bewohner Simmerings durfte an dem Spiel, das im Herbst 2018 zum zweiten Mal stattfand, teilnehmen. Er musste sich dafür zuvor nur mit seinem Team registrieren. Um zu gewinnen, legten die Teilnehmer im Zeitraum von etwa eineinhalb Monaten dann so viel Kilometer wie möglich in ihrem Grätzel zurück – egal ob zu Fuß, mit dem Roller oder per Rad. Die Teams konnten dann auf der eigens eingerichteten Internetseite beobachten, wie sie mit jedem Kilometer die Rangliste nach oben kletterten. Die Initiative startete das Projekt, um den Kindern zu zeigen, dass Bewegung Spaß und vor allem gesund macht.

Gebäude mit neuester Technologie ausstatten

Im Zuge der Initiative sanierte die Stadt Wien eine Wohnhausanlage sowie zwei Gemeindebauten mit neuester Technologie. Bei der Doppelschule NMS und ONMS am Enkplatz sind die Arbeiten noch im Gange. In vier sogenannten Null-Energie-Turnsälen können die Schüler nach der Fertigstellung sporteln. Die Turnsäle sind dann mit Erdwärme und Solarenergie ausgestattet.

E-Carsharing in Simmering reduziert Abgase

Am Simmeringer Platz errichtete die Initiative mit den Wiener Linien 2018 die sogenannte „WienMobil Station“. Diese bietet mehrere Mobilitätsangebote. So beinhaltet die Station ein E-Bikesharing, wo sich Interessierte elektrobetriebene Fahrräder ausleihen können. Aber nicht nur das: Auch ein Lastenfahrrad kann von den Anrainern ausgeborgt werden.

Jene, die dennoch mit dem Auto fahren möchten, können sich beim Carsharing ein Auto besorgen. An einer E-Ladesäule können Fahrer ihre Elektroautos aufladen. Zudem gibt es Radboxen, in denen die Bewohner Fahrräder abstellen können. Abgerundet wird das Angebot mit Sitzmöglichkeiten, einer Fahrradpumpe sowie einem Infoterminal mit integriertem Touchscreen.

Firmen in der Weiterentwicklung unterstützen

Um die Zukunft zu verbessern, müsse man nicht nur private Personen, sondern auch Firmen mit neuen Innovationen unterstützen. Die InitiativeSmarter Together“ unterstützte in diesem Bereich besonders die Elektromobilität. So förderte die Initiative der Firma Siemens den Ankauf von sechs E-Gabelstaplern. Auch zwei E-Hubwägen bereichern seit 2018 den Fuhrpark des Unternehmens. Zudem kamen Elektroladestationen für Kleingeräte. Diese Innovationen sollen die Energiebilanz von Siemens nachhaltig verbessern, aber auch zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen.

Studien zeigen Wirkungen von Umweltinitiativen

Die InitiativeSmarter Together“ kooperierte in den Studienjahren 2017 und 2018 auch mit den großen Universitäten Wiens. Im Zuge der sogenannten „Sustainability Challenge“ erfolgten Studien, die sich mit Umwelt beschäftigten. Darunter eine, bei der Studierende überprüften, welche Auswirkungen Fassadenbegrünungen an Wohnhausanlagen in der Stadt Wien haben.

Hintergrund:

Die InitiativeSmarter Together“ ist von der Europäischen Union gefördert und gehört zum EU-Programm „Horizon 20Hintergrund 20“. Die Initiative läuft  von 2016 bis 2021. Die europäischen Städte Wien, München und Lyon (Frankreich) setzen dazu in ausgewählten Stadtteilen verschiedene Maßnahmen um, um den globalen Klimaschutz zu stärken. Das Projekt widmet sich  Gebäudesanierungen, Energiesystemen, E-Mobilität und Datenmanagement.