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Serie GBV Innovativ
10/06/2019

Visionär in die Zukunft

Zum 70. Jubiläum des Österreichischen Siedlungswerkes zieht Vorstand Michael Pech Bilanz und wagt einen Blick nach vorne.

Im Jahr 1949 stand Österreich vor den Trümmern der vergangenen Kriegsjahre. Nun galt es, der akuten Wohnungsnot entgegenzuwirken. 100.000 Schilling, die damals aus dem Schweizer Hilfsfonds verblieben waren und der Christlichen Nothilfe Österreichs zugutekamen, wurden zur Gründung einer gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft eingesetzt: Das war die Geburtsstunde des Österreichischen Siedlungswerkes.

Die Ziele waren von Anfang an klar und bestehen bis heute: Es soll leistbarer Wohnraum geschaffen werden. Heute gehören 27 Unternehmungen in Österreich dazu. Vorstand Michael Pech über den Status quo und die Visionen.


KURIER: Wo sehen Sie in Wien die größten Herausforderungen im städtischen Wohnbau?

Michael Pech: Wien ist die am stärksten wachsende Stadt Mittel- und Osteuropas. Auch Singlehaushalte nehmen stark zu. Das Bevölkerungswachstum, die Veränderung der Haushaltsgrößen, sowie die sich ändernden Arbeitsmarktstrukturen benötigen ein entsprechendes Wohnungsangebot.

Wie kann man baulich auf den zunehmenden Platzmangel reagieren?

In den Ballungszentren ist der Bau von Wohnhochhäusern eine mögliche Antwort auf die Liegenschaftsknappheit.

Für wen ist diese Wohnform derzeit besonders interessant und welche konkreten Bauprojekte gibt es?

Als Zielgruppe kommen vorwiegend junge Paare und Singles sowie ältere Personen infrage. Nach der Realisierung des 85 Meter hohen Wohnhochhauses Leopoldtower und des 100 Meter in die Höhe ragenden Turmes HOCH 33 in Monte Laa sind weitere Hochhäuser in Wien sowie Linz und Graz in Bau bzw. Planung. Im dritten Wiener Gemeindebezirk entsteht beispielsweise THE MARKS, ein Hochhausprojekt, das voraussichtlich Anfang 2022 fertiggestellt werden wird.

Bei aller Funktionalität: Welchen Stellenwert hat die Architektur da noch?

Innovative Architektur und geförderten Wohnbau miteinander zu verbinden ist kein Widerspruch. Im Gegenteil: Aus öffentlichen Mitteln unterstützte Wohnbauprojekte haben die Aufgabe, zeitgemäße Architektur zu fördern und im Idealfall eine Vorbildfunktion zu übernehmen.

Stichwort Digitalisierung: Welche Auswirkungen hat sie auf die Bauwirtschaft der Zukunft?

Mit der Anwendung von Building Information Modeling (kurz: BIM), einer Software für die Gebäudedatenmodellierung, sind wir – auch unsere Unternehmensprozesse betreffend – in der digitalen Welt angekommen. Für uns ist die neue Sprache der Bauwirtschaft auch eine neue, strategische Herausforderung.

DI Michael Pech, MRICS, kam 1994 in den ÖSW-Konzern. Seit 1997 ist der gebürtige Kärntner im Vorstand der ÖSW AG. Er studierte Architektur an der TU Wien, war zunächst als Assistent am Institut für Städtebau tätig und ist bis heute Lehrbeauftragter an der TU Wien. Seit 2005 ist er Immobilientreuhänder, seit 2016 Aufsichtsratsvorsitzender im Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen.

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