Seit 2015 gibt es die Parklets in Wien – ihre Zahl wächst.

© Thomas Grötschnig

Chronik | Wien | WohnKURIER
05/05/2019

Jausnen statt parken in kleinen Oasen

Rund 50 urbane Möbel gibt es in Wien. Diese sind nicht nur in den Hipster-Bezirken angesiedelt.

Seit 2015 gibt es sogenannte Parklets in Wien, wo sie von Mai bis Oktober aufgestellt werden. „Parklets sind Erweiterungen des Gehsteigs, kleine Oasen in der Stadt, die zum Verweilen einladen“, sagt Thomas Grötschnig. Mit Aufbauten, meist aus Holz, auf Parkplätzen wird so der öffentliche Raum vergrößert. „Jedes Parklet ist ein konsumfreier Raum, inklusiv und für alle da“, sagt der 29-Jährige. Das bedeutet, dass jeder seine eigene Jause mitbringen und essen darf.

Der 29-Jährige veröffentlichte das Buch „Parklets/Street Art Furniture Vienna“. Dieses porträtiert 60 Parklets. „Es soll gezeigt werden, was alles möglich ist und wo“, sagt Grötschnig. Die Parklets sind in ganz Wien verteilt. Sie sind nicht nur in den klassischen „Hipster-Bezirken“ zu finden, sondern auch in Favoriten oder Penzing. „Mich hat überrascht, dass in Hernals und Währing so viel passiert“, sagt der Autor.

Werden jedes Jahr mehr

„Insgesamt reichen aber schon mehr Menschen Konzepte ein, die in dicht verbauten Bezirken wohnen“, sagt Andrea Binder-Zehetner von der „Grätzloase“. Die „Grätzloase“ ist ein Programm des Vereins „Lokale Agenda 21“, das die Errichtung von Parklets mit bis zu 4000 Euro fördert. So werden es jedes Jahr mehr. Gab es 2015 drei Parklets in ganz Wien, sind es dieses Jahr mehr als 50. Prinzipiell kann jede Person ein Parklet machen: „Nachbarn schließen sich oft zu Gemeinschaften zusammen oder Galerien machen welche, aber es gibt auch Schulprojekte“, sagt Grötschnig. Um ein Parklet aufzustellen, braucht es Genehmigungen von MA28 (Straßenerhalt) und MA46 (Verkehrssicherheit). In einem Häuserblock dürfen nicht mehr als zehn Prozent der Fläche aus Parklets bestehen und eines darf die Länge von zehn Metern nicht überschreiten.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. „In Penzing gab es zum Beispiel einen Brotbackplatz. Da wurde ein Backofen aufgestellt und die Nachbarschaft konnte Pizza und Brot zubereiten und gemeinsam essen“, erzählt der Autor. Bei anderen gab es Sandkisten, Bücherschränke und Radreparatur-Stationen. Das Buch ist ab sofort im Online-Shop streetartbooks.eu erhältlich.