Die Tiere machen sich am Stadtrand breit. Im Bild ein Wildschwein in Berlin.

© APA/dpa/Gregor Fischer

Chronik Wien
11/20/2019

Wildschweine: Wien prüft Jagd mit Nachtsichtgeräten

Derzeit Verbot für technische Hilfsmittel. Schwarzwildpopulation am Stadtrand zuletzt stark gestiegen.

Durch die zuletzt stark gewachsene Population bei Wildschweinen rund um Wien will die Stadt nun spezielle Gegenmaßnahmen ergreifen. Konkret soll die Bejagung der Tiere in der Nacht erleichtert werden. So soll die Erlaubnis von Nachtsichtgeräten geprüft werden. Ein entsprechender All-Parteien-Antrag ist am Mittwochnachmittag im Landtag beschlossen worden.

"Faktum ist, dass sich die Zahl beim Schwarzwild massiv erhöht hat und dass die Tiere auch mehr an den urbanen Raum herankommen", erklärte SPÖ-Umweltsprecher Erich Valentin der APA. Die Tiere hätten vor allem in der Nacht ein "leichtes Leben". Grund dafür ist, dass Jäger derzeit keine technischen Hilfsmittel für eine bessere Sicht in der Nacht einsetzen dürfen. Das soll sich aber bald ändern.

Konkret wurde beschlossen zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen künftig "künstliche Nachtzielhilfen" wie "Infrarotgeräte, elektronische Zielgeräte, Visiereinrichtungen für das Schießen bei Nacht mit elektronischem Bildverstärker oder Bildumwandler" zwecks Jagderleichterung eingesetzt werden können, wie es im Antrag - er wurde von allen im Rathaus vertretenen Fraktionen beschlossen - heißt. "Wir wollen uns zusammensetzen, um zu besprechen, wie man eine Gesetzesnovelle formulieren muss", erklärte Valentin.

Geschultes Personal

Angedacht ist jedenfalls, die Befugnis nur einem bestimmten, entsprechend geschulten Personenkreis zu gewähren. Der Wiener Landesjagdverband soll in die Gespräche eingebunden werden. Geht alles nach Plan, wird die Regelung im ersten Quartal 2020 beschlossen, zeigte sich der SPÖ-Abgeordnete zuversichtlich.

Die Wildschweine am Wiener Stadtrand waren zuletzt wieder ins Gerede gekommen, nachdem ein junger Mann kürzlich von einem Exemplar in der Donaustadt nahe der Lobau angegriffen und verletzt worden war. Die Population sei u.a. durch gute Umweltbedingungen stark gestiegen, hatte Forstdirektor Andreas Januskovecz in der Vorwoche der APA erklärt. Auch am Boden ausgestreutes Vogelfutter oder liegen gelassenes Fallobst in den Gärten würden die Tiere anlocken, hieß es. Das Forstamt hat inzwischen Hinweistafeln in den betroffenen Gebieten aufgestellt.

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