Wienerin der Woche: Vreni Hockenjos, Mutter einer Skispringerin

Vreni Hockenjos beim Interview im KURIER-Studio
Die ehrenamtlicher Helferin der Wiener Stadtadler gibt zu: „Ich müsste lügen, würde ich sagen, dass ich keine Angst hab’.“

Das erste Mal stand ihre Tochter oben auf der 60-Meter-Schanze. Ihr Herz sei stillgestanden, erzählt Vreni Hockenjos, die ehrenamtlich für die Wiener „Stadtadler“ arbeitet. Dann stieß sich ihr Kind, gerade einmal zwölf Jahre jung, vom Balken ab und raste mit 70 km/h zum Schanzentisch hinunter. Absprung. Flug. Landung. „Ich müsste jetzt lügen, würde ich sagen, dass ich als Mutter keine Angst um mein Kind hab’.“

Doch Vreni Hockenjos hat auch Vertrauen: „In das gute Körpergefühl meiner Tochter und in ihre Trainer, die ihr nur das zutrauen, was sie auch wirklich kann.“

Zum ausführlichen KURIER TV-Gespräch mit Vreni Hockenjos

Es war nicht der Wunsch der nach Wien zugereisten Schwarzwälderin, dass ihr Kind einmal eine talentierte Skispringerin wird. Es war nur so, dass das Kind vor vier Jahren beim „Tag des Sports“ in Wien die Schanze der Skispringer sah und sofort Feuer und Flamme war.

Seither reist die Familie viel durch die alpinen Lande, weil ja die Stadt Wien vieles besitzt, aber keine eigene Sprungschanze. Die nächstgelegenen Sportstätten befinden sich hinter dem Semmering, in den beiden steirischen Orten Mürzzuschlag und Eisenerz.

Die Reisen gehen schnell ins Geld, und ein mit der Hand genähter Sprunganzug kostet gleich einmal 600 Euro. Es ist Menschen wie Vreni Hockenjos zu verdanken, dass das Skispringen für die Kinder aus Wien einigermaßen leistbar ist. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 70 Euro pro Monat.

Die große Differenz schießt der Verein zu. Das kann er, weil sein Vorstand große Wiener Firmen für den Sport der jungen „Stadtadler“ (sie sind 9 bis 14 Jahre alt) nachhaltig begeistern konnte.

Das nächste Schnuppertraining in Wien: Dienstag, 27. Jänner, und Mittwoch, 28. Jänner, 16 bis 19 Uhr auf der Hohe-Wand-Wiese, 1140 Wien Mauerbachstraße 174/184. Anmeldungen hier.

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