Chronik | Wien
25.04.2018

Wiener wütet über Postler: "Dieser g'schissene Post-Beidl"

Wutvideo bei Facebook wird zum Internet-Hit, ist aber datenschutzrechtlich nicht unbedenklich.

Ein Wiener hat jetzt via Facebook seinem Ärger über etwas Luft gemacht, was mach anderem vielleicht auch schon passiert ist: Im Postkasten fand sich eine Verständigung darüber, dass man leider nicht anzutreffen war (und die Sendung am Postamt abzuholen wäre) - obwohl man eigentlich den ganzen Tag zu Hause war.

Die Wutrede beginnt der Mann mit den Worten "Da brauch ma net weiterreden - was für ein Arschloch!" Dazu filmt er den Postler, der offensichtlich nur den gelben Verständigungszettel in den Postkasten wirft, ohne anzuläuten. "Dieser g'schissene Post-Beidl macht ja net amoi Anstalten, sich bemerkbar zu machen - des is fix, dass er des einehaut, der will keinen Personenkontakt, eh kloar" wütet der verärgerte Kunde weiter. Und fügt hinzu, dass Beschwerden bei der Post eh nix brächten.

Dass der zweiminütige Clip für entsprechende Resonanz in den sozialen Netzwerken sorgt, überrascht nicht. Seit Montag wurde das Video über 85.000 Mal abgerufen. Dass der verhasste Postler im Video zu sehen ist, ist aber datenschutzrechtlich bedenklich ("Und I wü jetzt net hearn, dass ma solche Oarschlöcher net fümen derf", hatte der Wiener noch hinzugefügt). So gibt es zum einen das "Recht am eigenen Bild", das mit so einer Veröffentlichung verletzt worden sein könnte. Und mittels Überwachungskamera darf man öffentlichen Grund nur soweit filmen, wie es für die Erfassung des eigenen Bereichs notwendig ist. Zudem müsste in dem Fall ein Hinweisschild auf eine mögliche Videoüberwachung aufmerksam machen.

Link zum Facebook-Video