Stadt Wien und Raiffeisen starten 7 Mio. Euro schwere Förderung
Finanzstadträtin Barbara Novak, Bürgermeister Michael Ludwig (beide SPÖ) und Raiffeisen Generaldirektor Michael Höllerer.
Die Stadt Wien will nicht mehr auf den Bund warten. Dort arbeitet man schon seit Längerem an einem Dachfonds zur Wachstumsförderung. Der ist laut Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) jedoch nicht in Sicht, hinzu kommen eine schwächelnde Wirtschaft und geopolitische Krisen.
Darum starten die Stadt und die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien nun ein eigenes Finanzierungsprogramm für Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Das haben Novak, Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Raiffeisen Generaldirektor Michael Höllerer verkündet. Gegründet wird dafür die gemeinsame GmbH „Wiener Wachstum“ mit einem Budget von sieben Millionen Euro.
Das Geld wird je zur Hälfte seitens der Stadt über die Wirtschaftsagentur Wien – daher nicht aus dem Budget der Stadt – und der Raiffeisen bereitgestellt. Ab Herbst können sich KMUs für Förderungen in Höhe von 100.000 bis 500.000 Euro bewerben, ausgezahlt werden die Mittel ab 2027.
Im Fokus stehen die Branchen Gesundheit (Life Science, Medizintechnik, Pharma, Diagnostik) und Digitalwirtschaft (Software, KI, Quantentechnologien, Cybersecurity, IT-Dienstleistungen).
Unternehmen sollen in Wien gehalten werden
Damit werde eine wesentliche Finanzierungslücke geschlossen und die Abwanderung von Betrieben ins Ausland vermieden. Denn: Bereits erfolgreich gegründete Unternehmen, die expandieren möchten, bekämen oft nur schwer eine Finanzierung für teure Investitionen.
„Die derzeitige geopolitische Lage vereinfacht diese Situation nicht. Gerade KMUs sind wichtige Beschäftigungsmotoren in unserer Stadt, deshalb setzen wir alles daran, dass sie die nächsten Schritte in ihrer Heimatstadt setzen können. So sorgen wir für zusätzliche Beschäftigung und weiteres Wirtschaftswachstum“, erklärt Ludwig.
Wir wollen es sehr flexibel und mit einfachen Verfahren halten.
Raiffeisen Vorstand
Im Unterschied zu einer klassischen Förderung wird die Summe zur Gänze ausbezahlt. Dafür erhält die GmbH „Wiener Wachstum“ Anteile an den Firmen sowie eine Gewinnbeteiligung. Die am Ende zurückgezahlte Förderung plus Gewinne sollen gänzlich in den Fördertopf zurückfließen und in weitere Unternehmen reinvestiert werden.
Ein Restrisiko bleibt
Bevor jemand gefördert wird, werden laut Höllerer die Geschäftspläne geprüft, die finale Entscheidung treffe dann ein Aufsichtsrat. Wie lange investiert wird, soll ganz individuell vereinbar werden. „Wir wollen es sehr flexibel und mit einfachen Verfahren halten“, schildert Höllerer.
Laut Novak lasse sich das neue Programm nicht mit „Stolz auf Wien“ vergleichen, das Krisen-Programm ihres Vorgängers und jetzigen Innovationsministers Peter Hanke (SPÖ). Das hatte die Rettung von Unternehmen zum Ziel, die durch die Pandemie in finanzielle Schieflage gerieten.
„Das ist bei manchen geglückt, bei anderen nicht. Wiener Wachstum richtet sich an sehr erfolgreiche Unternehmen mit Chancen auf Wachstum. Ein Risiko gibt es immer, aber es geht um sehr gesunde, potente Unternehmen“, betont Novak.
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