Die historischen Pavillons des früheren Spitals werden erhalten. 

© Stadt Wien/Wohnbauressort

Chronik Wien
05/13/2020

Wiener Sophienspital: So sieht das Siegerprojekt aus

Die Sozialbau AG und die WBV-GPA werden 180 geförderte Wohnungen bauen. Zuvor ziehen temporär Büros und Ateliers in den Pavillon am Gürtel.

von Stefanie Rachbauer

In allen Details wird die Nachnutzung des ehemaligen Sophienspitals erst in ein paar Monaten fixiert sein. Aber: Einer der wichtigsten Eckpfeiler ist bereits jetzt eingschlagen. Die Wohnbauträger Sozialbau AG und WBV-GPA haben mit ihrem gemeinsamen Projekt "sophie 7" die 2. Stufe des Bauträgerwettbewerbs gewonnen. 

Sie sind somit die einzigen verbleibenden Teilnehmer für die 3. Wettbewerbsstufe, die im Herbst 2020 endet. Soll heißen: Sie werden ihr gemeinsames Projekt wohl auch realisieren. 

Und das sieht folgendermaßen aus: Auf dem rund 13.000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Kaiserstraße, Apollogasse, Stollgasse und Neubaugürtel entstehen rund 180 geförderte Wohnungen. Darunter sind 18 Gemeindebau-Wohnungen und 80 besonders preisgünstige Kleinwohnungen. Die Wohnungen werden großteils  in Neubauten untergebracht. 

Die historischen Spitalspavillons werden erhalten. In sie ziehen ein Kindergarten und eine Volksschule ein. Weiters vorgesehen: Ein Café, Co-Working-Spaces, ein Veranstaltungssaal und Pop-up-Geschäfte. 

Park wird geöffnet

Zur Erinnerung: Im Jahr 2017 war das Sophienspital aufgelassen worden - die Abteilungen übersiedelten ins Kaiser-Franz-Josef-Spital. Bevor der Krankenanstaltenverbund das Grundstück im Juli 2019 an den städtischen Wohnfonds übertrug, wurde es als Wärmestube für Obdachlose genutzt. Im August startete schließlich der Wettbewerb für die Neugestaltung.  

Herzstück des Areals soll der Park im Zentrum der früheren Spitalsgebäude werden. Er war bereits im Sommer vorübergehend öffentlich zugänglich gemacht worden - künftig wird er dauerhaft geöffnet sein. 

„Der neue Sophienpark ist eine große Errungenschaft für alle Neubauer und Neubauerinnen, da wir damit eine große, innerstädtische Grünoase für alle zugänglich machen", sagt Bezirkschef Markus Reiter

Zusätzlich wird die Mauer entlang der Stollgasse abgetragen: Die entstehende Fläche soll als öffentlich nutzbare „Stadtterrasse“ dienen. 

3. Stufe bis Herbst

Zusätzliche Grünflächen entstehen in der Vertikalen und in der Höhe: "Es werden begrünte Fassaden, Balkonlauben und spezielle Dächer für mehr Versickerungs- und Verdunstungsflächen errichtet", sagt Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ). Am Gürtel werden außerdem neue Bäume gepflanzt.

Für das Vorhaben sind rund 50 Millionen Euro veranschlagt, die Fertigstellung ist für 2024 angesetzt. Bis Herbst arbeiten die Sieger an dem Entwurf weiter. Im Zuge dieser 3. Wettbewerbsphase werden auch die Bürger über die Pläne informiert. 

Feiern, bis der Arzt kommt

Bis der Umbau startet, soll das Gebäude am Gürtel für kreative, ökologische und urbane Projekte genutzt werden. Und zwar im Rahmen des Zwischennutzungsprojekts West.

Es wird laut Website Platz für "Workshops, Seminare, Events, Ausstellungen, Symposien, Talks und gelegentlich auch Partys" bieten. Dazu werden temporäre Büro- und Atelierräume eingerichtet. 

Zusätzlich sind Gastronomie und temporäre Übernachtungs- und Wohnmöglichkeiten geplant - im Rahmen der Schiene West Living. (Nähere Infos gibt es hier.) In Betrieb geht West im September.