© Daniel Zupanc

Chronik Wien
01/14/2020

Wiener Orang-Utan mag nicht nur Babys, sondern auch Handtaschen

Die Affendame Sol begeistert derzeit das Netz und die Wiener Zoobesucher.

Seit die Britin Gemma Copeland im Tiergarten Schönbrunn ihr Kind vor dem Orang-Utan-Gehege stillte, ist das 22-jährige Affenweibchen Sol weltberühmt. Das Tier hatte sich zu Gemma beschützend vor die Glasscheibe gesetzt und der stillenden Mutter wissbegierig zugeschaut.

Wie der Tiergarten nun mitteilte, ist dies nicht das einzige Ereignis, bei dem Sol und ihre Artgenossen mit Besuchern interagieren. "Sie setzen sich gerne zu den Besuchern an die Glasscheibe und interagieren mit ihnen. Zum Beispiel fordern sie Besucherinnen auf, den Inhalt der Handtaschen zu zeigen", sagt eine Sprecherin. Mit ihren 22 Jahren sei Sol besonders neugierig.

Nachahmer in Sachen Stillen vor dem Orang-Utan-Gehege hat Gemma Copeland noch nicht gefunden. Allerdings würden viele Zoo-Besicher lange Zeit vor der Anlage sitzen, um die Tiere zu beobachten, heißt es.

Die britische Touristin hatte ihr Erlebnis in Form eines Videos auf Facebook veröffentlicht. „Sie sah mir direkt in die Augen und hob ihre Hände, wie als würde sie meinen Sohn berühren. Ich empfand sofort Anerkennung für diese wunderschöne Kreatur“, schrieb sie in einem emotionalen Beitrag.

Das Video ging viral. Medien in Deutschland, England, den USA und sogar Mexiko griffen die Geschichte auf. Copeland rief zudem dazu auf, für den Schutz der gefährdeten Tiere zu spenden.

Spenden für Tierschutz

"Wir freuen uns sehr, dass die junge Mutter so ein tolles Erlebnis bei uns gehabt hat. Hier sieht man, wie ein Besuch im Tiergarten die Menschen begeistern kann, denn dieses Erlebnis hat die Britin dazu inspiriert Geld für ein Orang-Utan-Schutzprojekt auf der Insel Borneo zu sammeln. Orang-Utans sind leider vom Aussterben bedroht. Unsere Tiere sind somit tolle Botschafter für ihre Verwandten im Freiland. So ein tolles Erlebnis kann keine TV-Dokumentation ersetzen", freut man sich in Schönbrunn.

Rita Raqi, Albina Sinani, Denise Fillafer