© Kurier/Gilbert Novy

Chronik Wien
10/02/2019

Österreichs erstes Instagram-Museum eröffnet

Ein ganzes Haus für Selbstporträts: In Wien kann man sich für 29 Euro 90 Minuten ablichten.

Ein Foto auf der Schaukel vor zitronengelbem Hintergrund und dem Sinnspruch: „Wenn live gives you lemons“ (dt. Wenn dir das Leben Zitronen gibt ...)? Eines im pinken Bällebad mit Flamingo-Schwimmreifen? Eines im goldenen Glitzer-Regen vor schwarzem Hintergrund?

Oder einfach alle drei.

Schließlich ist man in diesem Museum einzig dafür da.

Um sich zu fotografieren.

In einer Gesellschaft, in der Menschen sogar vor Sehenswürdigkeiten lieber sich selbst als das Monument in den Fokus rücken, war es natürlich nur eine Frage der Zeit. Am Freitag eröffnet nun tatsächlich Österreichs erstes Instagram-Museum, das NoFilter-Museum, in der Vorlaufstraße 1. Ein Angebot, das sich vor allem an Frauen zwischen 12 und 25 Jahren richtet.

Auf 530 Quadratmetern können Besucherinnen und Besucher in der Wiener City zwischen 24 sogenannten Sets als Hintergrund für ihr neues Instagram- oder Facebook-Bild wählen.

Blumen bis Hometrainer

So gibt es eine Video-Wand, die sich für Boomerang (spezielle Instagram-Kurzvideos, die wie ein Boomerang vor und zurück abgespielt werden, Anm.) eignet; Kabinen mit buntem Hintergrund; ein Eck, in dem Blumen und Geschirr von Nylonfäden hängen.

Oder auch eine Station mit Schweißbändern und Hometrainer. „Das sieht am besten im Yoga-Outfit aus, und in entsprechende Pose“, sagt die 25-jährige Petra Scharinger, die das Museum gemeinsam mit ihrem Partner Nils Peper (29) leitet.

Wie die beiden auf die Idee gekommen sind? Zum einen hätten sie auf Reisen ähnliche Konzepte in New York und Tokio kennengelernt. „Und dann finden wir es schade, dass die junge Generation oft nur mehr am Handy hängt und nichts mehr mitbekommt“, sagt Petra Scharinger. „Wir haben also überlegt, wie man soziale Medien und Kunst verbinden kann.“ Bei der Video-Wand haben sie etwa mit der New Design Universität in St. Pölten zusammengearbeitet.

Limitiert

Damit die Gäste sich beim Fotografieren nicht im Weg stehen, werden pro Slot 25 Personen ins Museum gelassen. Ein Eintritt kostet regulär 29 Euro, für Frühentschlossene (bis 24 Oktober) gibt es vergünstigte Tickets um 15 Euro.

Dafür kann man sich im Museum dann 90 Minuten lang austoben – ganz streng werde das aber nicht kontrolliert, versichern die zwei Geschäftsführer.

Allzu lange zögern sollten Interessierte nicht. Das Museum wird es nur sechs Monate lang geben. „Instagram ist so ein schnelllebiges Medium, da passt nur ein Pop-up-Museum“, sagt Nils Peper.

Es soll aber nicht verschwinden, sondern an neuem Standort – höchstwahrscheinlich in Österreich – wieder eröffnen.

Selfies weltweit im Museum

NoFilter-Museum

Wien: 1., Vorlaufstraße 1

Tickets bis 24.10.: 15 €, Regulär: 29 €; 24 Sets, 530 Quadratmeter

Täglich (außer Dienstag) von  10 bis 22 Uhr geöffnet

Supercandy Pop-up Museum

Köln

25 Sets, 2.000 Quadratmeter, zweite Auflage: Ab 1. November, drei  Monate lang

Museum of Ice Cream

San Francisco, Tickets: 38 Dollar

New York City: ab Herbst 2019

Museum of Selfies

Los Angeles, Tickets ab 25 Dollar, VIP-Ticket mit Selfie-Stick und Profi-Fotograf: 75 Dollar

Teamlab Museum

Tokio, Fokus auf Digitale Welt